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Angelika Wimmer und Neo: Die Bruckerin will andere Hundebesitzer warnen. Auch Vierbeiner können im Eis von nur teils gefrorenen Flüssen oder Seen einbrechen. 

Feuerwehr rettet Hund

Dramatische Szenen: Hund Neo stürzt in Eis-Amper

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Angelika Wimmer aus Bruck hat immer noch die Bilder im Kopf. Die Szenen, wie ihr Hund Neo fast im Eiswasser der kalten Amper ertrunken wäre. Wenn die Helfer von der Feuerwehr nicht gewesen wären.

Fürstenfeldbruck – Mittwoch, 17 Uhr: Angelika Wimmer ist mit ihrem Mischlingsrüden Neo und einigen anderen Hundebesitzern in der Nähe des Klosters unterwegs. „Wir treffen uns immer für eine große Runde“, sagt sie. Es ist ein Spaziergang wie jeder andere. Bis Wimmers Vierbeiner Richtung Amper rennt. „Ich wollte ihn anleinen, und dann war er schon weg.“ Zwar hat sie den griechischen Mischling erst seit September, aber seitdem besucht sie die Hundeschule, um das Tier zu erziehen. „Normal kommt er, wenn ich ihn rufe. Aber da hat er nicht mehr reagiert.“

Der Fluss ist teils gefroren und der zweijährige Rüde setzt seine Pfoten aufs Eis. Ein verhängnisvoller Fehler. Das Tier läuft noch etwa sechs Meter, dann bricht der 38 Kilogramm schwere Hund ein. Im eiskalten Wasser kann er sich gerade so über Wasser halten. „Ich war geschockt“, sagt Wimmer. Neo kann sich nicht selbst befreien. In ihrer Not greift die Bruckerin zum Handy und wählt die 112.

Weil das Gelände schwer zu finden ist, schickt sie einige Begleiter an die Fürstenfelder Straße. Diese lotsen die Feuerwehr zur Einbruch-Stelle. „Als wir ankamen, war der Hund schon einige Minuten im Wasser“, sagt Manuel Mai von der Brucker Feuerwehr. „Es war dramatisch, die Begleiter der Frau und deren Hunde waren mehr als aufgeregt.“ Doch die Einsatzkräfte lassen sich nicht aus der Ruhe bringe. Einige von ihnen versuchen, Neo zu Fuß zu erreichen. Sie schlagen sich am Ufer durch das Gestrüpp.

Die übrigen Helfer setzen ein Rettungsboot in den Fluss. Doch das Wasser in der Amper ist zu niedrig, Treibholz bremst die Kameraden immer wieder aus. „Die Eisschicht war außerdem teilweise über 20 Zentimeter dick, so dass wir den Hund nicht mit dem Boot erreichen konnten“, sagt Mai.

Mit jeder Minute, die vergeht, steigt die Sorge um das Tier. Der unterkühlte Rüde taucht immer wieder unter. „Die Spaziergänger waren total entsetzt, sie riefen immer wieder ’der Hund stirbt!’“, erinnert sich Mai.

Nachdem die Kameraden an Land den Mischling ebenfalls nicht erreichen können, macht sich ein dritter Helfer-Trupp an einer weiteren Stelle des Ufers auf den Weg. Die Kameraden erreichen schließlich eine Stelle am Ufer, die dem Tier sehr nahe ist. Ein Feuerwehrmann legt eine verlängerbare Leiter auf das Eis. Mit deren Hilfe robbt er sich zum erschöpften Neo. Er packt ihn und zieht ihn aus dem eiskalten Wasser. „Ich habe geweint“, sagt Wimmer.

Die Kameraden führen Neo zu seinem Frauchen. Und die bringt ihren Liebling in die Germeringer Tierklinik, wo er untersucht wird. Wimmer: „Er war ja 40 Minuten im Wasser, aber es geht ihm wieder besser.“

Angelika Wimmer ist den Helfern unendlich dankbar. „Und ich will andere Hundebesitzer warnen“, sagt sie. Der wilde Neo darf in der Nähe eines Flussufers in Zukunft nicht mehr ohne Leine laufen. Und auch Manuel Mai von der Feuerwehr sagt: „Dünnes Eis ist nicht nur für Zweibeiner gefährlich, sondern auch für die besten Freunde des Menschen.“ 

vu

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