Stefan Hauzenberger, Mani Burian und Rolf Bakels sind das „Wirtrio“ mit Ukulele und Gitarre
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Boarische Texte und die Ukulelen sind das Markenzeichen von (v.l.) Stefan Hauzenberger, Mani Burian und Rolf Bakels. Als „Wirtrio“ träumen sie von einem Auftritt auf dem Altstadtfest.

Musikalische Gastronomen

Drei Männer mit der Ukulele - Brucker Wirte-Trio bildet „Wirtrio“

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
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Sie lieben die Musik, singen auf urboarisch und träumen vom Urlaub in Rio: Als „Wirtrio“ machen sich Rolf-Jan Bakels, Stefan Hauzenberger und Manfred Burian derzeit einen Namen in der regionalen Musikszene.

Fürstenfeldbruck – Da Grobi, da Hauzi & da Mani – allein das wäre schon ein ohrwurm-verdächtiger Name für eine Band, die mit urboarisch-bruckerisch klingenden Songs gerade die regionale Musikszene erobert. Doch Rolf-Jan Bakels (57), Stefan Hauzenberger (53) und Manfred Burian (55) haben sich für ihr singend-spielerisches Mundart-Projekt ein viel stimmigeres Markenzeichen ausgedacht: „Wirtrio“ nennen sich die drei virtuosen Musiker.

Bandname bietet viele Interpretationsmöglichkeiten

In den Namen verpacken sie damit gleich mehrere Interpretationsmöglichkeiten: Wir (sind ein) Trio wäre eine. Die andere trifft es aber eher: Mani ist in der Stammkneipe der Wirt, die beiden anderen träumen vom Urlaub in Rio. Zusammengereimt wie ihre mittlerweile 20 Liedtexte ergibt es das „Wirtrio“.

Auf die Idee einer Band-Gründung sind die Interpreten erst vor knapp drei Monaten gekommen. Damals wurde in einer Facebook-Gruppe zur Produktion von Weihnachts-Musikvideos aufgerufen. „Wirtrio“ beteiligte sich mit dem „Bruck“-Song an der Aktion. Mittlerweile wurde das Lied auf YouTube bereits über 1200-mal aufgerufen.

Damals war es noch das Duo Mani und Grobi. Mittlerweile hat sich Hauzi dazugesellt. Seitdem proben sie mehrmals in der Woche jeweils knapp drei Stunden und haben bereits fast 20 Songs im Repertoire. Nach der von Bakels Ehefrau Nicol („Ohne e bitte“, wie der Gatte anmerkt) getexteten „Bruck“-Hommage entstand im Schnelldurchlauf ein Heimatlieadl nach dem anderen. Oft nutzen die Musiker dafür Melodien der Rolling Stones, deren englisch-sprachige Texte zu Reimen im reinsten Bruckerisch getrimmt werden.

Geprobt wird mit Blick auf die Amper

Geprobt wird in einem Firmenhochhaus im Emmeringer Reginawerk. Im fünften Stock mit einem inspirierenden Rundumblick auf die Heimat und den „Rio Ampero“ teilen sich dort mehrere Musikgruppen die Übungsräume. Darunter Ali Mende mit seiner „Reload“-Rockband, die beim Brucker Altstadtfest schon traditionell alle Hardrock-Fans im Auftrag von Central-Café-Wirt Mani Burian auf Touren bringt.

Damit schließt sich der Kreis. Denn in seiner Kneipe fand der 55-jährige Gastronom dank regelmäßiger Karaoke-Veranstaltungen Gefallen an Singen und Musik. Mit rauer Stimme und Ukulele spielt Burian nun seinen Part im „Wirtrio“. Kreativer Kopf der Gruppe ist der in Maisach geborene Rolf-Jan Bakels. Der 57-jährige Gitarrist und Drummer ist ein alter Musik-Hase, war in der Filmbranche tätig, engagierte sich politisch für die Grünen und arbeitet jetzt als Disponent in einem Recycling-Unternehmen. Wie Hauzenberger, der im „Wirtrio“ die Bass-Ukulele bearbeitet und hauptberuflich als Buchhalter für die SOS-Kinderdörfer tätig ist, spielte auch Bakels schon als Jugendlicher in einer Band. Waren es bei Hauzi „The Schwindlingen“, mit denen er sich 1989 seinen ersten Musikertraum erfüllte, spezialisierte sich Bakels mit den „Favoriten“ auf Wolfgang-Ambros-Songs und zuletzt mit „Size No Matter“ auf Filmmusik-Evergreens. Weitere Gemeinsamkeiten: Sowohl Hauzenberger als auch Bakels hatten musikalische Eltern und sind nun selbst verheiratete Väter von je drei Kindern. Bei Bakels kommen noch vier Katzen dazu.

Die große Bühnenkarriere strebt keiner der Wirte an

Trotz großer Ambitionen und Projekte: Keiner der im gesetzten Lebens-Mittelalter angekommenen Wirtrios träumt mehr von einer großen Bühnenkarriere. „Es reicht, wenn wir regional spielen dürfen, unsere Dialekt-Songs glaubwürdig rüberbringen und es dem Publikum gefällt“, sagt der musikerprobte Bakels. Weshalb es schon „ein Traum wäre, wenn wir beim Brucker Volksfest im Bierzelt auftreten dürften“. Das Repertoire für ein abendfüllendes Konzert haben sie mittlerweile drauf. Und wenn es tatsächlich mal nicht so perfekt klingt wie im Tonstudio, „lachen wir es weg“, ergänzt Burian.

Denn mit ihren Songs wollen die drei „auf der Autobahn des Lebens angekommenen“ Non-Profit-Künstler hauptsächlich Spaß vermitteln und Freude verbreiten. Und das ausschließlich in ihrer Muttersprache. „Das Bairische hat so viele Nuancen, wie es sie auf Hochdeutsch gar nicht gibt“, sagt Hauzenberger. Bestes Beispiel ist ihrer jüngstes heiter-melancholisches Werk: „Es hat gschlossn das Central-Café“ ist eine Hommage auf ihre Stammkneipe. Zu hören und sehen ist es wie weitere Musikvideos auf der Seite www.facebook.com/wirtrio.

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