Dass man auch mit Trommeln und Trillerpfeifen tolle Musik machen kann, bewiesen diese vier Könner. foto: PEter weber

50 Jahre Kreismusikschule

Ein dreistündiges Musik-Feuerwerk zum Geburtstag

Fürstenfeldbruck – Manchmal muss man es einfach krachen lassen – zum Beispiel zum 50. Geburtstag. Und genau das tat die Kreismusikschule mit ihrem Jubiläumskonzert.

Fast drei Stunden lang zeigten gut 200 Schüler aller Altersstufen ihr Können, boten Gruppen und Solisten dem Publikum im Stadtsaal unglaublich viele musikalische Farben und Stimmungen.

„Hier ist es chaotisch und deshalb so schön“, schmetterten Kinder aus fünf Chören gemeinsam im „Dschungelsong“. Ob sie damit den Alltag in der Musikschule besangen, bleibt dahingestellt. Für das musikalische Geburtstagsfest galt es jedenfalls nicht – trotz der vielen Umbauten lief der Abend so präzise ab wie ein Uhrwerk.

Nach dem Auftakt durch das Jugendblasorchester der Brucker Stadtkapelle, ein vierköpfiges Trommel- und Trillerpfeifenensemble sowie den Gemeinschafts-Kinderchor folgten drei herausragende Solisten. Patrick Mündges sang am Klavier in Erinnerung an einen aus dem Leben geschiedenen Kommilitonen „Dancing on my own“.

Leopold Zoller schien mit seiner Virtuosität aus einer Bassblockflöte ein lebendiges Wesen zu machen, und Katharina Bortnik begeisterte mit einem Werk von Rachmaninow, das Kenner als Friedhofs-Prelude bezeichnen – „wegen der vielen Kreuze“, wie Moderatorin Luisa Malo zu berichten wusste. Die Achtjährige führte gemeinsam mit dem stellvertretenden Musikschulleiter Dirk Olbrich durch den Abend wie ein Profi und kämpfte sich unerschütterlich durch die alles andere als kindgerechten Moderationstexte.

Keine Feier ohne Grußworte, und so blieb auch dieser Musikabend nicht ohne ins Programm eingestreute Wortbeiträge. Zum Thema Förderung hatte Nikolaus Hatting, Vorsitzender des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen, gleich so viel zu sagen, dass ihn das Publikum mit höflichem Zwischenapplaus zu etwas mehr Tempo anzuspornen versuchte.

Doch zurück zum Musikprogramm und seinen vielen noch folgenden Höhepunkten. Dass kaum ein Instrument so viel Seele verströmt wie das Akkordeon, zeigten die „Funtasten“ unter der Leitung von Günter Glauber. Die Zupforchester aus Gröbenzell und Eichenau brachten gemeinsam mit dem herausragenden Ensemble Roggenstein irische Frühlingsgefühle in den Brucker Hochsommer.

Die acht- beziehungsweise sechshändigen Beiträge von sieben jungen Pianistinnen bewiesen, was eigentlich schon jeder weiß: Wer bei Klavierlehrerin Cornelia Nonn-Jordache lernt, kann es weit bringen.

Und zu guter Letzt schlug dann noch die Stunde des preisgekrönten Geigenorchesters Blue Strings. Ohne Noten, mit eigener Lightshow und vielen Soli setzten Frank Wunderer und sein Ensemble einen fulminanten Schlusspunkt unter einen gelungenen Abend.

von Ulrike Osman

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