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EC-Karte statt Brezn-Zehnerl

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Auch kleinere Beträge bargeldlos zahlen kann man etwa in der Bäckerei Nau bei Verkäuferin Bianca Jekel. Das ist einfach der Lauf der Zeit, den kann man nicht aufhalten. Uli Drexler, stellvertretender Obermeister der Brucker Bäckerinnung
Auch kleinere Beträge bargeldlos zahlen kann man etwa in der Bäckerei Nau bei Verkäuferin Bianca Jekel. Das ist einfach der Lauf der Zeit, den kann man nicht aufhalten. Uli Drexler, stellvertretender Obermeister der Brucker Bäckerinnung © Metzler

Bargeldlos bezahlen ist in den meisten Branchen längst Standard. Eine große Ausnahme bilden hierzulande jedoch immer noch die Bäckereien. Dabei würden gerade in Corona-Zeiten viele Kunden die Rechnung lieber mit der Karte begleichen.

Landkreis – Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer hält Kartenzahlung beim täglichen Einkauf in der Bäckerei schlicht für unrentabel. Bei den ohnehin knapp kalkulierten Preisen für die Backwaren würden dadurch für den Bäcker zusätzliche Bankkosten anfallen. Die könnten wiederum nur durch einen erhöhten Verkaufspreis aufgefangen werden.

Außerdem hat Höfelsauer die Erfahrung gelehrt, dass die meisten Kunden, insbesondere Kinder, beim Kauf ihrer Semmeln oder Brezn in der Regel das Geld abgezählt dabei haben. Ein Nebeneffekt von Kartenzahlung sei zudem, so der Kreishandwerksmeister, dass der Bürger immer gläserner werde.

In der Bäckerei von Innungs-Obermeister Werner Nau in Fürstenfeldbruck ist Kartenzahlung trotzdem grundsätzlich möglich. Der Betrag sollte jedoch fünf Euro nicht unterschreiten. „Wir sehen das momentan nicht so eng.“ Liege der Einkauf aber unter fünf Euro, würde man den Kunden schon fragen, ob nicht eine Barzahlung möglich sei. Aber Nau sagt auch: „Sollten sich die Kartenzahlungen zukünftig durchsetzen, müssten wir die Buchungsgebühren, die selbst bei kleineren Beträgen anfallen, auf die Verkaufspreise umlegen.“

Auch bei Martin Reicherzer in Bruck kann man bargeldlos bezahlen. „Nicht nur mit der Karte“, sagt der Bäckerei-Chef, der seinen Laden an der Hauptstraße hat und dem Vorstand der Bäckerinnung angehört.

„Heutzutage zahlen die Kunden auch mit dem Smartphone oder mit ihrer Uhr.“ Anfangs seien es nur fünf Prozent der Kundschaft gewesen, die nicht in bar bezahlt hätten, aber es würden immer mehr, so Martin Reicherzer. Eine Untergrenze für die Rechnungssumme könne man den Kunden nicht setzen, meint der Bäckermeister. „Diese Leute haben in der Regel gar kein Geld dabei. Theoretisch können sie zwei Brezn bargeldlos zahlen.“

Zu den Gebühren, die dabei anfallen, meint Reicherzer: „Das ist Verhandlungssache mit der Bank.“ Der Brucker sieht durchaus Vorteile in der bargeldlosen Bezahlung. So würde der täglich anfallende, aufwendige Umgang mit dem eingenommenen Bargeld wegfallen. Wenn einmal 30 Prozent bargeldlose Bezahlung erreicht seien, würde diese Art des Bezahlens rentabel für den Bäcker, so Reicherzer.

In der Jesenwanger Bäckerei von Uli Drexler und seinen sechs Filialen kann der Kunde bereits seit November 2019 mit der Karte einkaufen. „Damals habe ich neue Kassen eingeführt und gleich die IC-Kartenzahlung mit aufgenommen“, sagt der stellvertretende Obermeister der Brucker Bäckerinnung. „Das ist einfach der Lauf der Zeit, den kann man nicht aufhalten.“

Bei Drexler gibt es darüber hinaus sogar aufladbare Kundenkarten mit einem QR-Code drauf. „Damit zahlen viele Kunden von mir, vor allem auch in der Früh die Handwerker, wenn sie ihre Brotzeit holen. Die haben nicht immer Kleingeld zur Hand.“ Mit dem QR-Code sei der bargeldlose Einkauf am besten, sagt Drexler. Die Kundenkarte wird auch gerne mit einem Guthaben darauf verschenkt. „Es versteht sich von selbst, dass man dazu die Technik und Internetanschluss braucht.“

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