Koch Michael Müller wird beim Zubereiten von Wraps gefilmt.
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Koch Michael Müller wird beim Zubereiten von Wraps gefilmt.

Fürstenfeldbruck

Ein ganzes Filmset für eine Fachtagung

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Mit großem technischen Aufwand hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten seine jährliche Fachtagung für Kita- und Schulverpflegung im Online-Format ausgerichtet. Eine spannende Erfahrung, die sich aus Sicht der Veranstalter aber nicht wiederholen muss.

Fürstenfeldbruck – In den holzverkleideten Räumen der Landwirtschaftsschule im Grünen Zentrums sah es kürzlich für einige Zeit aus wie an einem Filmset. Kameras standen im Obergeschoss, verteilt auf drei Räume. Dazwischen leuchteten Scheinwerfer jeden Winkel aus – unzählige schwarze Kabel lalgen auf dem Boden.

All der Aufwand diente der Tagung „Genießen mit Verantwortung“ der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Die Fachtagung der Vernetzungsstelle für Kita- und Schulverpflegung findet normalerweise normalerweise jährlich in Fürstenfeldbruck und den AELF-Standorten Augsburg, Bayreuth, Ebersberg, Fürth, Landshut, Regensburg und Würzburg statt – im Präsenzbetrieb mit je 100 Gästen.

Im vergangenen Jahr mussten die Tagungen coronabedingt abgesagt werden. Noch einmal absagen wollten die Organisatoren in diesem Jahr nicht. Und so wurden Kameras, Licht und Technik herbeigeschafft, um die Veranstaltung online zu den Teilnehmer herauszutragen.

Schon beim Probelauf am Tag vor der Tagung zeigt sich, wie aufwendig das Unterfangen ist. „Bitte einmal in der Küche die Herdplatten auf Vollgas laufen lassen“, ruft Veranstaltungstechniker Kasten Lungu in die Großküche. „Ich muss wissen, ob die Sicherung das aushält“, sagt der Experte aus München. In der Küche steht Koch Michael Müller, Küchenleiter der Waldorfeinrichtungen Würzburg. Wraps und einen Schokoladenkuchen bereitet er schon vor, ein Linsencurry wird er im Rahmen des Programms live vor der Kamera zubereiten. Dafür wechselt er allerdings einen Raum weiter, zu Christiane Klimsa, die zwischen den Kameras an einem mobilen Kochwagen steht.

„Der Kochwagen kann im Unterricht in allen Fächern eingesetzt werden“, erklärt Christiane Klimsa vom Referat Bildung und Sport der Landeshauptstadt München. So können beispielsweise im Fach Englisch Begriffe, wie das Verb kochen, einprägender dargestellt werden. Die Einführung von Speisen und das Tisch decken kann so pädagogisch begleitet werden.

An einem dritten „Filmset“ in der Landwirtschaftsschule findet der Programmpunkt „Expertengespräch“ statt. Kerstin Schumacher vom AWO-Kinderhaus München und Martin Albrecht, Inhaber der Erdinger Cateringfirma Albrechthof, berichten den Zuschauern vor den Bildschirmen, wie Lebensmittelreste entstehen und wie diese reduziert werden können.

Ihnen gegenüber steht, neben Kamera, Licht- und Tontechnik, ein riesiger Fernsehbildschirm. „Darauf können die Beteiligten sehen, was der Zuschauer gerade auf seinem Bildschirm sieht’“, erklärt Susanne Dobelke, Vertreterin der Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung.

Gisela Schaelow vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck sieht vor allem einen Vorteil in der bisher einmaligen Online-Fachtagung: „Normalerweise hat man nur die Möglichkeit, in seinem Regierungsbezirk an der Fachtagung teilzunehmen. Digital geht das übergreifend.“ Außerdem sei es die einzige Möglichkeit gewesen, die Veranstaltung ab dem Frühjahr sicher zu planen.

700 Teilnehmer waren am Ende dabei. Und der Aufwand hat sich gelohnt, finden die Veranstalter. Trotz der spannenden Vorbereitung und der Freude darüber, dass das Tagungsformat funktioniert hat, freuen sich Schaelow und ihre Kollegin Dobelke, wenn die nächsten Fachtagungen wieder im Präsenz stattfinden können.

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