Ein Pflegestützpunkt soll im Landkreis Weilheim-Schongau errichtet werden. Wo genau steht aber noch nicht fest.
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Ein Pflegestützpunkt soll im Landkreis errichtet werden.

Fürstenfeldbruck

Ein Pflegestützpunkt im Landkreis als Anlaufstelle für alle

  • Andreas Daschner
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Alle wesentlichen Informationen rund um die Pflege bei einer zentralen Stelle: Die SPD im Kreistag will einen Pflegestützpunkt im Landkreis einrichten. Die Kreisverwaltung ist aber skeptisch. Das Beratungsangebot im Landkreis sei ausreichend.

Seit 2018 ermöglicht der Freistaat den Landkreisen die Einrichtung von Pflegestützpunkten. Dort sollen die Bürger ein komplettes Beratungsspektrum aus einer Hand zu den Themen Pflege-, Wohn- und Sozialberatung sowie zu den Leistungen der Sozial-, Alten- und Pflegehilfe finden.

Bereits 2019 befasste sich der Kreisausschuss auf Antrag der CSU mit einem möglichen Pflegestützpunkt für den Landkreis, vertagte die Debatte letztlich aber. Nachdem mittlerweile in einem Rahmenvertrag zwischen Kranken- und Pflegekassen sowie den kommunalen Spitzenverbänden die Arbeit und Finanzierung dieser Stützpunkte geregelt wurde, griff nun die SPD das Thema noch einmal auf.

Im Kreisausschuss war der Antrag vorberaten und grundsätzlich positiv gesehen worden. Allerdings sollten noch weitere Infos bis zu den Haushaltsberatungen 2022 eingeholt werden. Das war den Sozialdemokraten bei der Sitzung des Vollgremiums aber nicht schnell genug – zumal Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei der Einführung eines Pflegestützpunktes keinen grundsätzlichen, politischen Disput aufziehen sah.

„Wenn es einen solchen Disput nicht gibt, warum machen wir es dann nicht einfach?“ fragte Kathrin Sonnenholzner (SPD). In anderen Landkreisen funktioniere das System mit einem Ansprechpartner für Infos aus einer Hand bereits.

Auch SPD-Fraktionschef Christoph Mair wollte nicht bis nach den Haushaltsberatungen warten: „Ich kann mir ein Entscheidung nach den Sommerferien vorstellen.“

Max Keil (ÖDP) unterstützte zunächst den Standpunkt der Verwaltung. Die verweist auf die Vielzahl von Beratungsangeboten im Landkreis, die bereits gut vernetzt seien und sich in ihrer Existenz gefährdet sehen könnten. „Wenn wir diesen Organisationen nun von oben einen solchen Pflegestützpunkt überstülpt, könnte das Sand ins Getriebe bringen.

Weil bis zum Herbst nun aber auch Gespräche mit den vorhandenen Trägern geführt werden sollen, war auch Keil beim letztlich einstimmigen Beschluss dabei. Der besagt außerdem, dass der neue Rahmenvertrag geprüft und weitere Informationen unter anderem zum Beratungsbedarf und zur möglichen Organisationsform eines Pflegestützpunktes eingeholt werden. ANDREAS DASCHNER

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