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Eigentlich hinter der Linse, heute davor: Mitglieder des Foto- und Filmclubs Fürstenfeldbruck mit ihren Kameras.

Alles begann mit einem VHS-Kurs 

Ein Selbstporträt zum Jubiläum

Der Foto- und Filmclub Fürstenfeldbruck (FFC) wird 40 Jahre alt. Über einen Verein, der die Geschichte der Stadt Bruck festhält.

Fürstenfeldbruck – Ohne sie wären viele Momente der Stadtgeschichte vielleicht schon vergessen. Sie dokumentierten den Umbau der Klosteranlage zum Veranstaltungsforum, sind jedes Jahr bei der Kulturnacht unterwegs und begleiteten die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Brucks mit dem französischen Livry-Gargan. Die Mitglieder des Foto- und Filmclubs (FFC) Fürstenfeldbruck sind zur Stelle, wenn wichtige Ereignisse verewigt werden müssen. In diesem Jahr wird der FFC 40 Jahre alt.

Alles begann mit einem VHS-Kurs für Hobbyfilmer in Eichenau. Daraus entwickelte sich 1977 der „Schmalfilm-, Foto- und Phonoclub Eichenau und Puchheim“, ins Leben gerufen von zwei prominenten Vertretern der Zunft: Helmut Bohl, eine der prägenden Figuren des Amateurfilms in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und Heinz Klocker, ein begeisterter Reisefotograf und -filmer. Schon im Jahr darauf zog der Verein nach Bruck und änderte später auch seinen Namen entsprechend.

Nur wenige der knapp 60 Hobbyfotografen sind noch berufstätig

Die Mitgliederzahl des FFC ist laut Vorstand Rainald Reb, 59, über die Jahre konstant geblieben, allerdings ist der Altersdurchschnitt recht hoch – nur wenige der aktuell knapp 60 Hobbyfotografen sind noch berufstätig.

Ein jährliches Highlight ist die Beteiligung an den Internationalen Fürstenfelder Naturfototagen, die auch für die Nachwuchswerbung genutzt werden. Jedes Jahr meldet sich im Anschluss eine Handvoll Interessenten, auch Reb selbst stieß über die Naturfototage zum Verein. Hinzu kommen eigene Ausstellungen, ein jährlicher Wettbewerb mit dem Fotoclub Dachau sowie die Teilnahme am regionalen Fotowettbewerb des Oberlands, bei dem sich die Brucker mit Gleichgesinnten aus 14 Vereinen messen.

Der Fürstenfeldbrucker Foto- und Filmclub ist auch für Auswärtige attraktiv

Das Einzugsgebiet des FFC geht über Stadt und Landkreis deutlich hinaus, einzelne Mitglieder kommen aus München, Königsbrunn und Karlsfeld. Dass der FFC auch für Auswärtige attraktiv ist, mag an seiner intensiven Vereinsarbeit liegen. Es gibt gemeinsame Ausflüge und Workshops zu Themen wie Porträt- oder Tropfenfotografie, Bildgestaltung oder Bildbearbeitung. Bei wöchentlichen Treffen werden Fotos diskutiert und Tipps ausgetauscht. „Die Bildbesprechungen sind begehrt, denn daraus ergibt sich ein Lerneffekt“, sagt Reb. Würde sich der Verein – wie andernorts üblich – nur einmal im Monat treffen, wäre dafür kaum Zeit.

Zum Clubheim am Volksfestplatz gehört selbst im digitalen Zeitalter noch ein Fotolabor – und es gibt tatsächlich noch vereinzelte Anhänger der analogen Fotografie, die in der Dunkelkammer ihre Bilder entwickeln.

Mehrheit der Brucker FFC-Fotografen ist inzwischen digital unterwegs

FFC-Schriftführer Robert Hoiss, 60, gehört zwar nicht dazu, kennt aber das Motto der Anhänger des guten alten Films: „Analog ist zum Erinnern, digital zum Vergessen.“ Trotzdem ist die überwiegende Mehrheit der FFC-Fotografen digital unterwegs. Für sie bietet der Verein unter anderem eine Computeranlage mit Diascanner und entsprechenden Bildbearbeitungsprogrammen.

Im Rahmen eines groß angelegten Projekts dokumentiert der Verein seit 2015 das Ampertal zwischen Ammersee und Isar zu verschiedenen Jahreszeiten. Drei Audio/Video-Schauen über Frühling, Sommer und Herbst wurden bereits öffentlich vorgestellt. Der Winter ließ mangels entsprechender Witterung zunächst auf sich warten, ist aber mittlerweile auch im Kasten. Mit den Fotos bebildert der FFC eine Gedichtreihe der Biologin Veronika Pokorny, einer ehemaligen Gebietsbetreuerin des Ampertals.

Eine Fotoausstellung des Foto- und Filmclubs Fürstenfeldbruck

ist noch bis zum 8. September in den Räumen der Brucker Sparkasse in der Hauptstraße 8 zu sehen. Der Titel, passend zum 40-jährigen Vereinsjubiläum: „Zahn der Zeit“. Mehr Infos gibt es online unter www.ffcffb.de.

von Ulrike Osman

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