Der AEZ-Markt am Kurt-Huber-Ring in Frstenfeldbruck.

Gegen die Lebensmittelverschwendung

Ein Supermarkt in Fürstenfeldbruck macht die Welt ein bisschen besser

Die Verschwendung von Lebensmitteln muss aufhören. Und das soll nicht nur so dahergesagt sein: Ein Supermarkt in Fürstenfeldbruck verschenkt Lebensmittel am letzten Tag, bevor sie ablaufen. 

Fürstenfeldbruck - Täglich werden in Supermärkten massenhaft abgelaufene oder mit kleinen Mängeln versehene Lebensmittel weggeworfen. Ein Irrsinn! Damit macht ein Lebensmittelmarkt in Fürstenfeldbruck jetzt Schluss. Der AEZ-Markt am Kurt-Huber-Ring hat eine einzigartige Aktion gestartet: Er verschenkt jetzt Lebensmittel. Und so funktioniert’s: Eigentlich haftet bei einem Verkauf nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht mehr der Hersteller der Ware, sondern der jeweilige Supermarkt für Mängel – ein hohes Risiko. Die Lösung, die das AEZ nun präsentiert, ist so simpel wie genial: Man verschenkt die Lebensmittel genau am letzten Tag des Mindesthaltbarkeitdatums.

 Mit dieser neuen Aktion wirbt das AEZ ganz offensiv: Direkt hinter dem Kassenbereich wurde die Anlage installiert, deutlich sichtbar für alle. „Wir bestücken die Fächer täglich. Was und wie viel reinkommt, hängt vom Tag ab“, erklärt die Vize-Marktleiterin Dragana Cosic stolz. Das AEZ möchte so die Lebensmittelverschwendung thematisieren: „Wir richten uns damit nicht nur an Bedürftige“, betont der Geschäftsführer der AEZ GmbH, Udo Klotz. 

Kundin Johanna Kraus vom AEZ ist von der Idee überzeugt.

„Die Problematik geht alle Menschen etwas an.“ Von Organisationen wie der Münchner Tafel will man sich mit dem Konzept bewusst abgrenzen. Klotz betont: „Wir präsentieren die Station so sichtbar, als wäre das völlig normal und sagen: ,Leute, es geht auch anders‘. Das sind alles Lebensmittel, die noch essbar sind.“ Die Resonanz sei bereits überwältigend: Kunden und Mitarbeiter sind begeistert – und das, obwohl die Anlage in der Buchenau erst seit rund zwei Wochen existiert. Dabei wird sie nicht die letzte sein: „Wir hatten eine zwei-monatige Testphase geplant, die wir jetzt verkürzen. Für die nächsten Wochen planen wir bereits, zwei weitere Märkte damit auszustatten“, so Klotz. 

Und damit nicht genug: „Bis zum Frühjahr 2018 rollen wir das Ganze auf alle unsere elf AEZ-Märkte aus.“ Viele, auch das angefragte Landratsamt, hatten dem AEZ zuvor von der Idee abgeraten. Wenn die Zweifler da mal nicht falsch lagen. Fürstenfeldbruck ist im Wandel, wie man auch an den Entwicklungen zum Fliegerhorst sieht. 

Lesen Sie hier aus unserem Archiv diese viel beachteten Berichte:

Wladimir Kaseko

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