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Bei Info-Veranstaltungen werben (v.l.) Baker Shedo, Hanife Celik, Monika Glemnitz, Esther Gitti, Margot Simoneit und Songül Akpinar für ihr Schulprojekt und sammeln Spenden.

Initiative aus dem Landkreis sammelt für Kobane

Eine Berufsschule für syrische Frauen

Durch den Bürgerkrieg wurde die syrische Stadt Kobane zerstört. Eine Initiative aus dem Landkreis will beim Wiederaufbau helfen. Sie sammelt Spenden für eine neue Berufsschule ausschließlich für Frauen.

2014 griffen Einheiten des Islamischen Staats (IS) die Stadt im Norden des Landes an und versuchten, sie zu erobern. Ein Kampf, der erst 2015 endete und viele Menschenleben kostete. Zudem wurde ein Großteil der Häuser und Gebäude zerstört. Aktuell laufen die Wiederaufbau-Maßnahmen auf Hochtouren. Dabei sollen auch Geldspenden aus dem Landkreis helfen. Rund um Margot Simoneit und das Sozialforum hat sich ein Initiative gebildet, die um Unterstützung für eine Berufsschule für Mädchen und junge Frauen in der kurdischen Stadt wirbt.

Der kurdische Schriftsteller Haydar Isik aus Maisach erklärt das Projekt Mädchenschule in Kobane.

Für Simoneit ist die hauptsächlich von Kurden bewohnte Stadt ein Symbol. Auch sie erinnert sich noch gut an die Bilder kämpfender Frauen, die ihre Heimat vor dem einfallenden IS verteidigten. Nach der endgültigen Befreiung der Stadt wurden sie und ihre Mitstreiter dann aktiv. „Uns ging es auch darum, ein Zeichen zu setzen.“ Bei den ersten Schritten half ihnen auch der Autor Haydar Isik, der selbst Kurde ist und inzwischen in Maisach lebt.

Das Ziel des Projekts war für die 61-Jährige naheliegend. Simoneit ist Vorsitzende des Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Fürstenfeldbruck. Von der Bedeutung einer guten Ausbildung ist sie fest überzeugt: „Gute Bildung ist die Grundlage jeder Gesellschaft.“ Dafür soll die geplante Berufsschule stehen.

Diese nimmt allerdings ausschließlich Mädchen und junge Frauen auf. Dies ist die einzige zwingende Bedingung, die die Brucker an die Weitergabe des Geldes geknüpft haben. Eine Maßnahme, die Simoneit auch als Signal für die Bedeutung von Frauenrechten vor Ort verstanden wissen will. Ansonsten verlasse sie sich auf die Zuständigen vor Ort. „Das Projekt ist dort auch gewünscht und gewollt.“

Durch den Bürgerkrieg wurden große Teile der syrischen Stadt zerstört. Jetzt läuft der Wiederaufbau.

Sie selbst hat sich von den Fortschritten überzeugen. Über den Irak reiste sie mit zwei Begleitern und einem Dolmetscher in die unruhige Region. Im Kopf geblieben sind ihr vor allem die ständigen Sicherheitskontrollen und die traurigen Geschichten der Bewohner. Aber auch die Intensität, mit der am Wiederaufbau gearbeitet wird. „Wir haben schon einen festen Bauplatz und die Planungen sind in vollem Gange“, freut sich Simoneit. Eine Berufsschule nur für Frauen wäre ein Novum in der Stadt.

Über ihre Eindrücke und Ziele des Projekts spricht Simoneit nun bei vielen Infoveranstaltungen. Denn von den benötigten 250 000 Euro sind erst 100 000 Euro zusammengekommen. Vom ursprünglichen Bautermin in diesem Jahr musste man sich schon verabschieden.

von Gabriel Kroher

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