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Die Pruggmayrstraße führt in der Altstadt von der Kirchstraße vorbei an St. Magdalena zum Alten Rathaus.

Fürstenfeldbruck

Eine Straße für eine verdiente Brucker Familie

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Die meisten Straßen in Bruck haben einzelne Bürger als Namenspatrone. Nicht so die Pruggmayrstraße. Sie ist einem ganzen Bürgergeschlecht gewidmet – der verdienten Familie Pruggmayr, die den Bürgern zum Inbegriff der Freigebigkeit und Treue zu Heimat und Kirche wurde.

Fürstenfeldbruck – Die Geschichte der Familie beginnt Anfang des 18. Jahrhunderts. Damals erwarb 1712 Martin Pruggmayr das Bürgerrecht in Bruck. Er war mit der Tochter des Jakob-Metzgers verheiratet und übernahm das Metzgerbräuanwesen, wie Jakob Groß in seiner Chronik schreibt. Während des österreichischen Erbfolgekrieges, am 6. März 1742, wurde Pruggmayr und der damalige Rechnungsführer Leonhard Hueber von der Gemeinde beauftragt, in Indersdorf mit dem kaiserlichen Hauptmann Graser wegen der Brandschatzungen zu verhandeln, wie aus der Rodatus-Chronik zu erfahren ist. Während der Kriegsjahre waren bei Pruggmayr Truppen einquartiert, so auch der Husarenrittmeister Alexander Nagy und Oberst Menzel.

Am 10. Juni des selben Jahres erließ der österreichische Generalfeldmarschall von Bernklau eine Order, nach der Bruck wegen eines angeblich desertierten Soldaten 1000 Gulden Strafe zahlen sollte, wenn dieser nicht herbeigeschafft werden konnte. Weigere man sich, drohe eine Exekution durch den berüchtigten Pandurenführer Trenk. Die Bürger nahmen die Drohung nicht ernst, doch fünf Tage später erschienen Panduren vor Pruggmayrs Haus und verhafteten ihn sowie den Rechnungsführer Hueber. Die Brucker mussten die Auslöse für ihre Geiseln wohl oder übel bezahlen.

Beim Erbfolgekrieg

Martin Pruggmayr half während des Erbfolgekrieges, wo er nur konnte. Er gab 200 Portionen Heu für eine Lieferung, Geldvorschüsse und Naturalleistungen. Die Brauerei übernahm schließlich ein weiterer Nachfahr, Franz Carl. Der bürgerliche Bierbrauer war mehrere Jahre Marktvierer – sprich Bürgermeister. Er gab der Marktgemeinde 1768 ein zinsloses Darlehen von 1000 Gulden. Und 1786 musste die Pruggmayrin 90 österreichische Soldaten vom General-Tillier-Regiment verpflegen. Während des ersten Franzoseneinfalls 1789 bis 1799 hatten die Pruggmayrs allein durch Quartiere einen Verlust von 18 000 Gulden.

Der schwärzeste Tag im Haus war der 17. Juli 1800. 158 Franzosen und 56 Pferde galt es zu verpflegen. Sie aßen wie Scheunendrescher. Laut Rodatus-Chronik zwei Zentner Ochsenfleisch, 23 Hühner, 30 Pfund Kalbfleisch, einen Halben Zentner Schaffleisch und 20 Bazen Eier. Dazu tranken sie 56 Maß Branntwein und reichlich Bier. Die Zeit unter Napoleon hat Adam Pruggmayr in vielen Aufzeichnungen festgehalten.

Johann Adam Pruggmayr, wie er mit vollen Namen hieß, war in den Jahren 1802, 1807 bis 1809 und 1811 bis 1812 Marktvierer. Er besaß mehrere Brauereien, dazu den Hammerthaler Hof in München und einen Hof in Emmering. Sein Sohn Carl wurde am 20. Mai 1826 zum Priester geweiht. Er war viele Jahre Pfarrer von Günzlhofen. Ab 1871 weilte er als letzter Träger des Namens Pruggmayr in Fürstenfeldbruck.

Sein Vermögen vermachte er nach seinem Tod der Kirche, Schulen und ihm treu ergebenen Personen. Das Erzbischöfliche Knabenseminar Freising erhielt 50 000 Gulden mit der Auflage, die Zinsen zur Gründung von Freiplätzen zu verwenden – zunächst für Studierende aus den Pfarreien Fürstenfeldbruck und Günzlhofen. Auch der Marktgemeinde vermachte er eine stattliche Summe. Carl Pruggmayr gilt als einer der größten Wohltäter von Bruck.

Stipendienstiftung

Aus einer anderen Linie stammt Johann Anton Pruggmayr. Er ließ sich 1870 als Handelsmann in Bruck nieder. Er gründete die Johann Anton Pruggmayr’sche Stipendienstiftung. Sie sollte würdige und bedürftige Studierende unterstützen – egal ob Lateinschüler, Gymnasiast oder an einer höheren Lehranstalt. Jeder in Bruck ansässige oder geborene Studierende konnte sich bewerben. Das Stipendium erhielten vorwiegend Einserschüler.

1937 wurde letztmals eine Ausbildungshilfe an zwei Bruckerinnen gewährt – das Stiftungsvermögen war durch die Inflation arg geschrumpft und Ende 1938 waren gerade noch 73,75 Reichsmark vorhanden, wie in der Rodatus-Chronik zu lesen ist. Daher wurde die Stiftung aufgehoben. Das übrige Vermögen floss in die Polz’sche Bürgerunterstützungsstiftung.

Die Serie:

Viele Straßen in Fürstenfeldbruck sind nach verdienten Bürgern, Künstlern und Äbten benannt. In der Tagblatt-Serie werden die namensgebenden Persönlichkeiten vorgestellt.

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