Eislaufen unter freiem Himmel, das soll in Bruck bald der Vergangenheit angehören. Die Stadtratsmitglieder wollen eine Eishalle bauen, und das am liebsten anstelle des Stadions. Foto: archiv
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Eislaufen unter freiem Himmel, das soll in Bruck bald der Vergangenheit angehören. Die Stadtratsmitglieder wollen eine Eishalle bauen, und das am liebsten anstelle des Stadions.

Fürstenfeldbruck

Neubau einer Eishalle: Der aktuelle Stadion-Standort ist der Favorit

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Erste Entscheidung in Sachen Eishalle: Der Stadtrat hat sich geeinigt, für den Antrag zu einem Förderprogramm primär den Standort an der Schöngeisinger Straße zu untersuchen. Aber auch die Optionen auf dem Fliegerhorst sind noch nicht ganz aus dem Rennen.

VON INGRID ZEILINGER

Fürstenfeldbruck – Dass eine Eishalle gebaut werden soll, darin sind sich alle einig. Doch wo und wie, da scheiden sich die Geister. Während sich SPD, ÖDP, BBV, Linke und Freie Wähler aus Zeitgründen auf einen Standort festlegen wollen – das bisherige Eisstadion – wollen CSU, Grüne und FDP auch zwei Standorte auf dem Fliegerhorst weiter prüfen lassen. Nun wurde ein Kompromiss gefunden, mit dem alle mehr oder weniger gut leben können.

Der Vorschlag von Andreas Lohde (CSU), eine Eishalle an der Schöngeisinger Straße primär und die Alternativen am Fliegerhorst sekundär zu untersuchen, fand mit 21:15 Stimmen die Mehrheit. Denn von dieser Option wollte man sich nicht ganz verabschieden. „Wir wollen eine Alternative in der Tasche haben“, sagte Lohde. Diese Priorisierung sahen die meisten als gangbaren Weg an. Dass man sich überhaupt so am Standort festbeiße, fand Jan Halbauer (Grüne) enttäuschend. Das würden auch Vereinsmitglieder so sehen. „Wenn ich eine Halle bekomme, ist zweitrangig, wo.“

Nun wird die Stadt mit diesem Standort einen Antrag fürs Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ stellen. Die Machbarkeitsstudie und weitere Gutachten müssen bis April vorliegen. Man wird aufnehmen, dass zur Sicherheit auch Standorte auf Fursty und rund um das bestehende Eisstadion geprüft werden.

Die Flächen westlich und südlich des Stadions hatten die Grünen noch einmal ins Spiel gebracht. Ein nicht mehr genutzter Fußballplatz und das Gelände der Stockschützen, die sich aufgelöst haben, sei weiter entfernt von den Anwohnern, meinte Karin Geißler. Christian Götz (BBV) erinnerte sich, dass der Standort südlich der Amper bereits in der Verwaltung geprüft aber rasch verworfen wurde. Vermutlich aus Gründen des Hochwasserschutzes und des Querverbundes mit der Amperoase, meinte er.

Dass nun auch Wirtschaftlichkeitsprüfung und Gutachten für den Fliegerhorst erstellt werden, wollten SPD und ÖDP in ihrem Änderungsantrag vermeiden. Die Studie habe klar ergeben, dass die Schöngeisinger Straße der beste Platz sei, meinte Mirko Pötzsch (SPD). Und man könne nicht pauschal annehmen, dass am Fliegerhorst ein Betrieb länger als bis 22 Uhr möglich ist, ergänzte Philipp Heimerl. Alexa Zierl (ÖDP) nannte die Kosten als „Killerkriterium“ für Fursty: Denn das Grundstück an der Schöngeisinger Straße gehöre bereits der Stadt.

Doch mit ihrem Ansinnen konnten sich die Fraktionen nicht durchsetzen. Markus Droth (FW) riet dazu, die Stadtwerke als Tochter mit ins Boot zu nehmen. Auch eine Arbeitsgruppe, die von den Grünen ins Spiel gebracht wurde, mit Rathausmitarbeitern, Referenten und den Eislaufvereinen soll sich bilden und weitere Details über Finanzierung, Betreiberkonzept und anderes diskutieren. Die Sache mit den Anwohnern, die ja gegen den Standort und den derzeitigen Betrieb im Eisstadion klagen, müsse man klären, meinte Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP). Große Angst herrscht im Stadtrat nicht. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kläger durchkommen, ist marginal“, vermutet Andreas Rothenberger. Bleibt das Damoklesschwert der Kosten, da die Eishalle eine freiwillige Leistung ist. Zu den aktuell geschätzten 18,6 Millionen Euro meinte Wollenberg: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

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