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EM-Zeitfahren: Die Fieberkurve steigt

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Von: Peter Loder

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Allings Bürgermeister Stafan Joachimsthaler an seinem Zaun mit einem alten Rennrad
Allings Bürgermeister Stefan Joachimsthaler hängt ein altes Rennrad an seinen Zaun an der Rennstrecke. © tog

Man kennt es aus den TV-Übertragungen berühmter Radrennen wie der Tour de France: Die Orte entlang der Strecke legen sich voll ins Zeug, wenn die Fahrer ihr Terrain passieren.

Landkreis – Von Rasenbildern über Blasmusik, von Wohnmobilspalieren bis zum Feuerwerk wird es all das auch geben, wenn am 17. August das Zeitfahren der Frauen und Männer in Fürstenfeldbruck startet. Bruck, Biburg, Holzhausen, Schöngeising, Landsberied und Jesenwang sind bereit für die Europameisterschaft. Wenn die europäische Radsport-Elite beim 24 Kilometer langen Zeitfahren durch diese sechs Ortschaften saust, wird ihr die Bevölkerung einen rauschenden Empfang bereiten. Zumindest haben sich Bürgermeister, Geschäftsleute und Vereine einiges einfallen lassen, um die Stars – allen voran der dänische Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard – auf ihrer Solo-Hatz über die Kreisstraßen anzufeuern.

Alle Entwicklungen entlang der Strecke und hinter den Kulissen gibt‘s in unserem EM-Ticker für Fürstenfeldbruck.

Am Start- und Zielort Fürstenfeldbruck wird ein kostenloser Shuttle-Service mit Elektrobussen, Fahrrad-Rikschas und Stadtführern die Besucher des Rennens vom Veranstaltungsforum in die Innenstadt bringen. Auf dem Viehmarktplatz steht eine Aktionsbühne, es gibt einen Spinning-Wettkampf. Um 21.30 Uhr steigt eine Feuer-Show. Auf den Straßen sind zwei Performance-Gruppen an vier wechselnden Standorten unterwegs.

Kreisstadt feiert Sportereignis

Außerdem werden am Alten Rathaus musikalische Stadtführungen angeboten. Über 30 Geschäfte laden zum Late-Night-Shopping bis 22 Uhr ein. Am Kloster Fürstenfeld organisieren Brucks Radsport-Asse Alfred Völk und Thomas Stannecker am Computer-Stand ein virtuelles Sprintrennen über 950 Meter, bei dem es auch Prämien zu hamstern gibt.

Biergarten für Fans

Für Rennfahrer, Service-, Team- und Jury-Fahrzeuge geht es nach dem ersten Anstieg am Engelsberg weiter nach Biburg und Holzhausen. In Biburg bruzzeln abends die Würstl vom Hofmetzger für alle Zuschauer. Der Fan-Biergarten beim Kindergarten soll etwas Geld in die Feuerwehrkasse spülen, nachdem Kommandant Christian Kreidenweis sich über eine Sache immer noch etwas ärgert: Seine Leute fungieren als Streckenposten. Und während die Volunteers der European Championships voll eingekleidet werden, springt für die Feuerwehrleute nur ein Lunchpaket heraus. „Wir springen in die Bresche und gehen leer aus.“

In Holzhausen plant die Feuerwehr nach Renn-Ende lediglich ein internes Grillfest. Allings in Holzhausen lebender Bürgermeister Stefan Joachimsthaler will aber als Gruß an die TV-Zuschauer ein altes Rennrad an den Gartenzaun hängen. Er selbst pendelt während der Veranstaltung zwischen den Orten, um vermittelnd einzugreifen, wenn sich zuletzt etwas verärgert auf das Spektakel reagierende Landwirte bei ihrer Ernte behindert fühlen.

Jeder Fahrer wird begrüßt

Hinter Holzkirchen sausen die Athleten dann mit bis zu 100 Stundenkilometern den Berg hinunter und sausen durch ganz Schöngeising. Dort haben die Einwohner eine Überraschung geplant. Auf einem Anhänger mit Blasmusik und viel Hurra wird bei den abendlichen Männerrennen jeder einzelne Rennfahrer begrüßt. Am Rathaus an der Schererwiese ist laut Bürgermeister Thomas Totzauer ein kleiner Biergarten geplant.

Attraktiv zum Beobachten

Der größte Zuschauerandrang entlang der Strecke wird in Landsberied erwartet. Dort gibt es am südlichen Ortseingang freie Sicht auf die aus Schöngeising mit bis zu 70 Sachen heranrauschenden Stars. Die Fernseh-Stationen haben dort eine Reporterplattform mit Zwischenzeitnahme installiert. Vor allem die als enthusiastisch geltenden Radsport-Fans aus Norditalien werden hier in großen Massen erwartet.

Schon tags zuvor dürften die besten Standorte entlang des 300 Meter langen Anstiegs mit Wohnmobilen belegt sein. Die Landsberieder bauen eine bewirtete Bierbank-Area mit einem Menschen-Tischkicker auf. Um Landsberied europaweit bekannt zu machen, wurde in die Rasenfläche für den TV-Helikopter ein riesiges Rad-Symbol gespritzt. Am Kriegerdenkmal sind nach Informationen von Kreisrat Hubert Ficker weitere Biertische geplant, an die Anlieger wurden bereits Fähnchen und Girlanden verteilt.

Anfeuern zum Endspurt

Für den endlos langen Schlussabschnitt auf der Staatsstraße nach Fürstenfeldbruck werden die Profis nochmal von den Jesenwangern angefeuert. An der Willibaldkirche, wo eine weitere Zwischenzeitnahme mit fixen TV-Kameras steht, baut Alfons Schlecht für die Ortsvereine einen Biergarten unter den Kastanien auf. Für den Erlös sollen zwei Spülmaschinen fürs Gemeinschaftshaus gekauft werden.

Radfahrer können am Sonntag, 14. August, direkt auf oder möglichst nahe an der EM-Strecke radeln. Die Testfahrt organisieren ADFC und Stadtverwaltung. Abfahrt: 9.30 Uhr an der Klosterkirche.

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