Die erste Tüte Popcorn nach fünf Monaten ging am Mittwoch über den Tresen im Foyer des Scala-Kinos in der Buchenau.
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Die erste Tüte Popcorn nach fünf Monaten ging am Mittwoch über den Tresen im Foyer des Scala-Kinos in der Buchenau.

Fürstenfeldbruck

Nach fünf Monaten: Endlich wieder Filme mit Popcorn

Über fünf Monate hatte das Scala geschlossen. Jetzt dürfen Filmfans wieder in den Kinosesseln Platz nehmen. Noch ist der Zulauf überschaubar. Die, die kommen, freuen sich aber umso mehr über das lang vermisste Kinoerlebnis.

Fürstenfeldbruck – „Kino, das ist für mich Abschalten vom Alltag“, sagt Diana Goniashvili. Da gehe es nicht nur um die Filme, sondern auch um die Atmosphäre. Fünfmal, manchmal sechsmal im Monat, war die 44-jährige Bruckerin im Kino, bevor im März die Filmtheater schließen mussten. Nun wollte sie gleich mit dabei sein, als das Scala in der Buchenau seine Türen wieder öffnete.

Am Mittwochnachmittag empfingen Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und seine Mitarbeiter erstmals wieder Gäste im Kino am Kurt-Huber-Ring. Eigentlich hätte er im Juni schon wieder öffnen dürfen. Doch die Auflagen waren streng, die Unwägbarkeiten schienen zu groß.

„Außerdem sind auch viele Filme nicht gekommen, die eigentlich kommen sollten“, sagt der Geschäftsführer. Die Filmproduzenten würden diese entweder direkt im Internet auf ihren Streamingplattformen vermarkten oder den Start aus Angst vor zu wenig Publikum in Coronazeiten verschieben.

Scala FFB: James Bond erst im Spätherbst

Daran hat sich wenig geändert. Filme wie der neue James Bond oder der neueste Teil der Eberhofer-Serie, die garantiert viel Publikum bringen würden, starten nicht vor dem Spätherbst. So lange wollte Schmölz dann aber nicht warten. Dass der Zulauf am Eröffnungstag noch spärlich war, „das haben wir auch so erwartet“, sagt er. Unter der Woche und bei gutem Wetter seien auch ohne Pandemie wenig Kunden zu erwarten.

Die ersten, die das Foyer am Mittwoch betraten, waren Stephanie und Benedikt Neubaur aus Inning mit ihren Kindern Magdalena und Korbinian. „Vor Corona waren wir nicht oft im Kino“, sagt Benedikt Neubaur. „Da waren die Kinder noch zu klein.“ Da traf es sich wunderbar, dass mit „Paw Patrol“ gleich ein altersgemäßer Kinderfilm im Programm war und er seinen Kindern das Erlebnis Kino nahebringen kann. „Das ist etwas ganz anderes als Fernsehen.“

„Die Atmosphäre ist etwas besonderes, vor allem für die Kinder“, findet auch Doris Lebedeff. Wenn ihre Enkelin Lenie bei ihr gewesen sei, sei sie auch vor der Pandemie immer mit ihr ins Kino gegangen. „Das war obligatorisch“, sagt die Mammendorferin.

Auch Erika Höflsauer aus Gernlinden kam mit ihrem Enkel Nico „Paw Patrol“ anschauen. Die beiden waren schon vor Corona häufiger zusammen im Kino. „Das hat mein Enkel vermisst“, sagt die Gernlindenerin. Im Kino gebe es schöne Unterhaltung, und natürlich etwas Leckeres zum Knabbern.

Scala FFB: Eintritt mit Kontaktformular

Da können die paar Einschränkungen die Freude der Besucher kaum schmälern. Vor dem Eintreten in die Lounge muss auch im Scala wegen der Corona-Krise ein Kontaktformular ausgefüllt werden. Es gilt natürlich Maskenpflicht auf dem Weg bis zum Kinosessel. Dass die anderen Sessel rundrum frei sind – Schmölz hält jede zweite Reihe und zusätzlich neben verkauften Platz je zwei Sitze rechts und links frei –, soll den nötigen Abstand sicherstellen. So könnten auch im größten Saal mit seinen 200 Plätzen maximal 50 Gäste unterkommen. Diana Goniashvili findet den vergleichsweise leeren Saal nicht merkwürdig. „Das kann sogar besser sein“, sagt sie. „Außerdem müssen die Kinos ja auch überleben.“

Am Mittwoch waren es sechs Besucher, die Platz genommen hatten, als um 17.15 Uhr der Agentenfilm „Tenet“ anlief. Doch sobald das Licht ausgeht, entsteht eine beinahe intime Atmosphäre. Mit etwas weniger Geraschel und Getuschel – aber ansonsten ist alles fast wie immer: Große Explosionen auf der Leinwand und dazu eine Tüte Popcorn. (Sven Behrens)

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