Karl Winter war Landesschef der IG Bau.

Nachruf

Er musste schon früh Verantwortung tragen

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 Seinen eigenen Weg zu gehen, Verantwortung zu übernehmen – das lernte Karl Winter früh. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war der 1935 in Aschaffenburg geborene Unterfranke ein kleines Kind.

Fürstenfeldbruck – Doch bald übernahm er Aufgaben, in die er schnell hineinwuchs. Er half seiner Mutter im Alltag und hütete seine kleine Schwester – fast wurde er der Mann im Haus, während sein Vater an der Front war. Diese Zeit war prägend für sein ganzes Leben.

Nachdem die Mutter viel zu früh gestorben und das Leben im Elternhaus für den damals 16-Jährigen nicht mehr erträglich war, floh er mit dem Fahrrad zum Großvater. Alle seine Habseligkeiten nahm er in einer Holzkiste mit. Im selben Jahr begann Karl Winter eine Maurerlehre, nach deren Abschluss er zum Vorarbeiter und Hilfspolier aufstieg. Ab 1965 war er bei der IG Bau aktiv und arbeitete ab 1968 hauptberuflich für die Gewerkschaft, zunächst als Bezirkssekretär, später als Landessekretär und Landesvorsitzender in Bayern.

Zeitgleich war Winter als alternierender Vorsitzender der Bau- Berufsgenossenschaft Bayern und Sachsen und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau tätig. Dass es dort heute Einrichtungen wie einen Hubschrauberlandeplatz gibt, ist seiner Initiative zu verdanken. Seit seinem 21. Lebensjahr war Karl Winter als Mitglied der SPD politisch aktiv.

Sein privates Glück fand er an der Seite seiner Frau Reinhilde, die er 1956 heiratete. Die beiden lebten zunächst in einer kleinen Wohnung beim Großvater im heimischen Unterfranken. Später, als Karl Winter von der IG Bau nach München berufen wurde, zogen sie in den Süden des Freistaats. Die inzwischen vierköpfige Familie mit den 1959 und 1968 geborenen Töchtern Petra und Sandra fand ihr Zuhause in Bruck. Neben der vielen Arbeit liebte das Ehepaar den Aufenthalt im Inntal.

Karl Winter engagierte sich im Gesangverein Maisach und im Bereich Vogelschutz – ein Thema, das ihm besonders am Herzen lag. Vor drei Jahren feierten Karl und Reinhilde Winter ihre Diamanthochzeit. 60 Jahre nach ihrer Heirat erneuerten die beiden ihr Eheversprechen in der Pfarrkirche Bruder Konrad in Gernlinden im Kreise der Familie, musikalisch untermalt vom Gesangverein Maisach. Neben den Töchtern und Schwiegersöhnen freuten sich drei erwachsene Enkel mit dem Jubelpaar. Zu ihnen hatte Karl Winter ein enges Verhältnis, war er doch seit ihrer Geburt für sie ein liebevoller, stolzer Opa. Er wurde 84 Jahre alt. 

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