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Wilhelm Bauer gründete in Bruck seinenElektrobetrieb.

Nachruf

Er nimmt Abschied mit einer bewegenden Traueranzeige

„Ich gehe fröhlich. Einmal, weil’s schön war mit Euch und – mein Körper meint aber auch – jetzt ist’s genug.“ Mit diesen bewegenden Zeilen, in Form einer besonderen Traueranzeige, verabschiedete sich Elektromeister Wilhelm Bauer von seinen Weggefährten, von seiner geliebten Familie und seinem Freundeskreis. 

Fürstenfeldbruck– Nach schwerer Krankheit ist er im Alter von 65 Jahren im Beisein seiner Liebsten für immer eingeschlafen. Er hinterlässt Ehefrau Brigitte, Tochter Maira, drei Enkel und ein Urenkelchen.

„Trotz seiner schweren Erkrankung blieb mein Mann optimistisch und kämpfte tapfer bis zuletzt“, erinnert sich seine Frau Brigitte. Nach dem Besuch der Meisterschule gründete Wilhelm Bauer 1980 in Bruck seinen Elektrobetrieb, erst in der Dachauer Straße und seit 2008 in der Landsberger Straße. Er leitete die Firma mit Herzblut – nach der Familie war sie sein Ein und Alles: „Solange er bei Kräften war, arbeitete er stets voller Leidenschaft für seine Firma“, erzählt die Familie.

Beim Tanzen lernte Wilhelm Bauer im März 1975 seine Brigitte kennen. „Als meine Mama einen Schluck Sekt aus seinem Glas nahm, schlug der Blitz ein und eine große Liebe nahm ihren Lauf“, erzählt Tochter Maira. Das Paar heiratete drei Jahre später. Im vergangenen Jahr – fast auf den Tag genau 39 Jahre und nach der standesamtlichen Trauung – erneuerten die Beiden ihr Eheversprechen und gaben sich vor Pfarrer William-Singer noch einmal das Jawort. Die Enkelinnen Melanie und Stefanie hatten die Überraschungsfeier organisiert – die Familie wusste, dass das Paar wohl seinen letzten gemeinsamen Hochzeitstag feiern würde.

Solange es seine Gesundheit zuließ, verreiste er gerne: „Ans Meer oder in die Berge – er war lebensfroh, zielstrebig und ein positiver Perfektionist in allem was er anpackte“, sagt Tochter Maira.

Im vergangenen Jahr fiel ihrem Papa eine Anzeige in der Heimatzeitung auf. „Es war sein größter Wunsch, diese Zeilen in seinem Sinne zu veröffentlichen, denn sie beschreiben ihn von Kopf bis Fuß“, sagt Enkelin Stefanie Klotz. Darin zu lesen war: „Schön war’s! Ich möchte mich bei Euch bedanken. Und zwar bei all denen, die mein Leben geformt haben, mit denen ich Pferde stehlen konnte, die mir zugehört haben, die mich auch an ihrem Leben teilhaben ließen (...)“.

Zwei seiner lieben Freunde sagen: „Freunde sind Menschen, die dich nicht nach deinem Weg fragen, sondern ihn einfach mit dir gehen.“ Bei seinen langjährigen Weggefährten wird Wilhelm Bauer so in Erinnerung bleiben wie er war: Liebevoll, herzlich, gradlinig und ehrlich – als einer, dem man auch nach dem Tod gerne in Liebe verbunden bleibt. (akk)

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