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Georg Lermer war auch Wirt in Fursty.

Nachruf

Er reparierte Triebwerke, verköstigte Soldaten und liebte die Natur

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Mit seiner sanften, freundlichen Art und seiner unerschütterlichen Fröhlichkeit war Georg Lermer im Unteroffizierheim auf Fursty der richtige Mann am richtigen Platz.

Fürstenfeldbruck –  Seine Tätigkeit als Wirt und Geschäftsführer war auch das, was ihm selbst beruflich am meisten Freude machte. Dabei hatte er eigentlich eine technische Richtung eingeschlagen.

Geboren wurde Georg Lermer im Dezember 1936 in Schongau, seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Krün und Mittenwald. Nach der Lehre zum Kfz-Mechaniker fand er Arbeit in einem Münchner Autohaus. Dann ging er zur Bundeswehr und absolvierte dort die Ausbildung zum Luftfahrzeugmechanikermeister. Nach diversen Stationierungen in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern landete er 1965 dauerhaft auf den Brucker Fliegerhorst. In der Triebwerkswerkstatt stieg er zum Leiter auf, wurde nebenher Wirt und später hauptberuflicher Geschäftsführer des Unteroffizierheims.

Seine freundliche, aber bestimmte Art und große Beharrlichkeit machten ihn zu einer Idealbesetzung für die anspruchsvollen Aufgaben, die hier auf ihn warteten – wie zum Beispiel die 24-Stunden-Rundumbewirtung der Polizeikräfte während des Weltwirtschaftsgipfels in München 1992. Oder die Versorgung ausländischer Delegationen. Oder die Verpflegung eines Teils der 180 000 Besucher, die im selben Jahr zum Tag der offenen Tür auf das Fursty-Gelände strömten.

Doch es gab auch schlimme Stunden für Georg Lermer und seine Familie. In der Nacht des 5. September 1972 waren sie kaum 100 Meter entfernt von den blutigen Ereignissen des Olympia-Attentats. Von ihren Fenstern aus mussten sie den Schusswechsel zwischen den palästinensischen Terroristen und der Polizei mit anhören. Georg Lermers Kinder Gabi, Klaus und Wolfgang waren damals erst elf, neun und sieben Jahre alt.

Sein größtes Hobby – neben der Familie – war seine Arbeit. Da sind sich die drei Kinder einig. Was nicht heißt, dass ihr Vater seinem Ruhestand ab 2001 nicht auch viele schöne Seiten abgewinnen konnte. Gerne war er zu Fuß in der Natur unterwegs und beteiligte sich mit einem Freund an den Wandertagen des Deutschen Volkssportverbands (DVV).

Noch mehr genoss er gemeinsame Zeit mit seinen fünf Enkeln und fünf Urenkeln. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Georg Lermer bei seinem Sohn Klaus und dessen Frau in Altenau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Auch als es gesundheitlich bergab ging, war die Familie für ihn da. „Ihm und uns war es wichtig, dass er nicht in ein Pflegeheim oder Krankenhaus musste“, sagt Klaus Lermer.

Dass am Wochenende vor Georg Lermers Tod noch alle Kinder, Enkel und Urenkel bei ihm waren, ist für die ganze Familie ein Trost. Georg Lermer wurde 82 Jahre alt. 

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