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Klaus Zieglmeier stellt heute um 19 Uhr im Bürgerpavillon sein neues Buch „Extremismus“ vor.

Das aktuelle Interview

Er sagt Twitter-Populisten den Kampf an

 Der Brucker Autor und frühere BBV-Stadtrat Klaus Zieglmeier hat ein neues Buch geschrieben. Er stellt es am Donnerstag um 19 Uhr im Bürgerpavillon an der Heimstättenstraße vor.

Fürstenfeldbruck– 

-Herr Zieglmeier, in Ihrem letzten Buch „Wenn’s drauf ankommt“ ging es ums Brucker Stadtgeschehen. Das neue Buch heißt „Extremismus“. Worum geht es?

Wenn versucht wird, mit Gewalt unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu ändern, dann bin ich als Bürger gefordert. Demokratie funktioniert nur von unten, also müssen wir das vor Ort tun. Eine Herausforderung war und ist die Flüchtlingssituation, die von extremistischen Gruppierungen für ihre Zwecke missbraucht wird. Ihr ist mit Bürgerengagement zu begegnen.

-Was war Ihr Herzensanliegen beim Schreiben?

Ich beschreibe die Komplexität des heutigen Lebens und den Populismus, der mit einfachen Parolen scheinbare Lösungen anbietet. Das gilt es zu entlarven, unter anderem mit einer Auswahl fundierter Artikel und Abhandlungen, die in den Qualitätsmedien zu finden sind.

-Sie ziehen anhand von Zeichnungen und Texten aus dem Simplizissimus Parallelen zu heute und stellen fest, dass „Demokratie“ heute fast schon zum Schimpfwort degradiert ist. Wie konnte es Ihrer Meinung nach so weit kommen?

Es ist das Problem mit dem Twitter-Wissen. Wer die EU auf die Krümmung von Gurken reduziert, der hat nichts kapiert. Er weiß zum Beispiel nicht, dass allein Berlin mehr Beamte hat als die EU. Allein die Tatsache, dass er offen Kritik üben kann – an allem und jedem – ohne, dass er wie beispielsweise in der Türkei dafür inhaftiert wird, sollte ihn über die wahren Werte nachdenken lassen.

-Das Buchprojekt soll zum Mitmachen einladen. Wie können sich die Landkreisbürger einbringen?

Das Buch hat keine strenge Ordnung, die ich sonst in meinen wissenschaftlichen Büchern pflege. Es ist so aufgebaut, als würden sich diverse Gruppen regelmäßig – wie am Stammtisch – treffen und ihre Meinung kund tun. Rede und Gegenrede wechseln, die Komplexität lässt für Meinungen breiten Raum, und plötzlich kommt echtes Wissen (gegoogelt) dazu und schafft Nachdenklichkeit. Einbringen kann sich jeder, der die ausliegenden Entwürfe bei der Präsentation mitnimmt, zu Hause durchgeht und korrigiert, ergänzt oder ändert. Allein eine Sensibilisierung für das Thema reicht schon, denn das Buch ist ein Beitrag, um über den unglaublichen Erfolg der Friedenszeit seit 1945 nachzudenken.

Interview: Angi Kiener

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