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Ein letztes Mal zog der scheidende Dekan Stefan Reimers (3.v.l.) in die Erlöserkirche ein. 

Abschied von Dekan Stefan Reimers

Er setzte auf Verständigung zwischen den Konfessionen

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Es war ein emotionaler Tag für Stefan Reimers. Mit einem Gottesdienst und Empfang wurde der Dekan, der als Personalchef zur Evangelischen Landeskirche Bayern wechselt, in der Erlöserkirche verabschiedet. 

Fürstenfeldbruck– Eine treue Kirchgängerin fasste die Situation wohl stellvertretend für alle Gäste zusammen: „Er wird immer im Herzen seiner Schäfchen bleiben.“

Schon während des Gottesdienstes gab es die ersten Anekdoten auf den scheidenden Dekan. Die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler verteilte ein Foto an die Gemeindemitglieder, auf dem Reimers mit ausgebreiteten Armen auf einem Ausflugdampfer zu sehen ist. Das kam so gut an, dass sie am Ende ihrer Rede mit tosendem Applaus bedacht wurde.

Den Empfang mit Umtrunk und gleich elf Festrednern leitete der Puchheimer Pfarrer Markus Ambrosy, der bis zur Wahl des neuen Dekans in den nächsten Wochen die Vertretung übernehmen wird. Mit viel Charme und Witz kündigte er einen Laudator nach dem anderen an. Damit sich das Publikum auch erholen könne, lasse man die Redner in Blöcken mit 15 Minuten Pause dazwischen ran, sagte Ambrosy schmunzelnd.

Landrat Thomas Karmasin und OB Erich Raff bescheinigten Reimers, sehr viel für den Landkreis und die Stadt getan zu haben. Karmasin betonte, er finde das Wort Personalchef schrecklich und hoffe, er mache es wie in der Bibel und wie ein Menschenfischer, das klinge besser.

Viele der Redner hoben die ökumenische Arbeit hervor, die der 51-Jährige in seiner Zeit in Bruck geleistet hat – so auch zwei katholische Kollegen. „Er tat viel für die Verständigung zwischen den Kirchen“, sagte der stellvertretende Dekan Wolfgang Huber. „Obwohl er das Lutherische bereits mit der Muttermilch eingesaugt hatte.“

Der Höhepunkt war eine Einlage von Ursula Leitz-Zeilinger, Pfarrerin der Gnadenkirche, und den Mitgliedern des Kirchenvorstands. Sie hatten den alten Spider Murphy Gang Klassiker „Skandal im Sperrbezirk“ in „Skandal um Reimers“ umgedichtet. Mit großer Begeisterung trugen sie ihre Version vor – und ernteten jede Menge Beifall.

Sichtlich gerührt trat der scheidende Dekan selbst ans Rednerpult. Neben sich stellte er einen Bierkrug mit langstieligen Rosen und sagte: „Ich möchte so vielen Menschen danken, aber so viele Rosen konnte ich mir nicht leisten.“ Die Rosen aus dem Glas verteilte er an langjährige Helfer und Wegbegleiter. Er freue sich bereits auf seinen Einführungsgottesdienst Ende Juni in der Matthäuskirche in München zu dem auch der Brucker Posaunenchor kommen wird. „Wir zeigen den Münchnern, wie man einen Gottesdienst feiert“, fügte er noch schmunzelnd hinzu.

Am 1. Juli tritt Reimers offiziell seine neue Stelle im Landeskirchenamt an. Auf die Frage, ob er noch ab und zu auf Besuch in seinen alten Bezirk kommen wird, sagte er: „Wenn, dann nur privat. Ich will dem neuen Dekan eine Chance geben, ebenfalls eine Beziehung zu seinen zukünftigen Schäfchen aufzubauen.“ 

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