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Die Gründungsversammlung fand im großen Sitzungssaal im Landratsamts statt. Foto: kiene

Gründung

Ernährungsrat nimmt seine Arbeit auf

Das Essen soll gesünder werden, aus der Region stammen und nachhaltig erzeugt sein: Darum will sich der Ernährungsrat kümmern, der jetzt gestartet ist.

Landkreis In Großstädten wie Berlin oder Köln gibt es solche Räte bereits, in München wird gerade einer gegründet. „Wir aber sind die ersten, die auf Landkreisebene einen Ernährungsrat gründen“, sagt Richard Bartels von der Organisation Slowfood. Knapp 60 Unterstützer zählt die Liste bereits. „Nach einem Jahr Vorbereitung und großem Engagement seitens der Beteiligten sind wir längst zu guten Freunden zusammengewachsen.“ Die Gründungsmitglieder kommen aus der Agenda 21 (Michaela Bock), aus dem Bund Naturschutz oder eben aus Slowfood. Mit Sebastian Best sitzt auch ein Landwirt in den Reihen. Dabei sind auch Thomas Börkey-Biermann (Ökoring), Gisela Schaelow vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Andreas Knoll (Vorsitzender Kreisverband für Gartenbau und Landespflege), Kreisrat Max Keil und die Brucker Land Solidargemeinschaft, vertreten durch Rita Multerer. Am Projekt beteiligt sind unter anderem auch Innungsbetriebe der Metzger und Bäcker, Gaststätten, Handel und Verbraucher.

Dieses weitverzweigte Netzwerk dient dem Ernährungsrat laut Bartels als wichtige Grundlage, denn: „Viele Akteure haben eine breite Basis, die sich in einer Zielsetzung vereint – ich würde mir nur wünschen, dass auch die Politik entsprechend mitzieht, da gäbe es Schalt- und Spielraum, schließlich sind unsere Gedanken nicht von der Hand zu weisen.“

Allein beim Thema Gemeinschaftsverpflegung (in Kitas, Schulen, Altenheimen oder Kliniken) gelte es, die Lebensmittelversorgung wieder zurück in die Region Fürstenfeldbruck zu bringen und auch auf diesem Weg die Wertschöpfungskette im Ernährungsbereich zu lokalisieren. „Es ist unser Ziel, dass unsere Ideen den Weg in politische Entscheidungsgremien finden“, sagt Richard Bartels. „Der vielfältige Teilnehmerkreis zeigt, dass das Thema unterschiedliche Gruppen betrifft und alle täglich damit konfrontiert sind“, sagt Gisela Schaelow vom Landwirtschaftsamt. (akk)

Die Schwerpunkte:

1) Ernährungsbildung und Esskultur sollen Bewusstsein für genussvolle und gesunde Ernährung fördern und den Wert regional erzeugter Lebensmittel in den Fokus rücken.

2) Der Bereich Erzeugung und Vermarktung soll das Augenmerk auf lokale Betriebe lenken und die Nahrungsproduzenten im Landkreis stärken.

3) Eine zukunftsfähige und umweltgerechte kommunale Planung soll Voraussetzungen schaffen, dass die Erzeugung regionaler Lebensmittel gefördert wird.

4) Die Bereiche Ernährungshandwerk, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sollen dazu dienen, als Partner bei der Erhaltung der Ernährungssouveränität im Landkreis dafür zu sorgen, der Bevölkerung lokal erzeugte Lebensmittel näher zu bringen.

akk

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