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In die Science-Fiction-Welt tauchen die Spieler bei „Fragged Empire“ in der Aumühle ab. Meister Manni (r.) steuert das Pen-and-Paper-Rollenspiel, Tom (2.v.l.) und seine Mitspieler agieren mit Zettel, Stift und Würfeln. 

Fürstenfeldbruck

Erster Rollenspieltag in der Aumühle

In Fantasywelten abtauchen und einmal der Held sein – das kann man bei Pen- and-Paper-Rollenspielen. Die Stadtbibliothek und der Verein „Würfel und Schwert“ haben jetzt erstmals einen Rollenspieltag in der Aumühle veranstaltet.

FürstenfeldbruckSechs Männer und Frauen unterschiedlichsten Alters sitzen um einen Tisch in der Stadtbibliothek. Einer beschreibt eine Szenerie: Die fünf Spieler kommen in einen Raum. Plötzlich fallen Schüsse. „Was tut ihr?“, fragt derjenige, der die Szenerie beschrieben hat. Einer der Spieler greift zu seinen Würfeln und sagt: „Ich greife an.“

Pen-and-Paper-Rollenspiele klingen manchmal durchaus martialisch. Doch finden die Kämpfe im Prinzip nur in den Köpfen der Spieler statt. Bewaffnet sind die Teilnehmer nur mit Würfeln, Stift und Papier. Gut 30 sind am Nachmittag des ersten Rollenspieltages schon da – zum Teil aus dem Brucker Landkreis, zum Teil aber auch aus Stadt und Landkreis München.

„Es ist schon unsere 13. Pen-and-Paper-Veranstaltung“, sagt Stefanie Pockrandt-Gauderer vom Verein „Würfel und Schwert“. Meist wird in Germering gespielt. Jetzt erstmals in der Aumühle. „Die Stadtbücherei ist auf uns zugekommen“, erzählt die Rollenspielerin. Anmeldungen gab es recht wenige. „Aber viele sind spontan vorbei gekommen.“

Gespielt wurden verschiedenste Systeme. „Das schwarze Auge“ oder „Dungeons & Dragons“, das auch schon eine Filmadaption erfuhr, könnte auch denjenigen bekannt sein, die keine Affinität zu Rollenspielen haben. Aber auch weniger bekannte Systeme konnten in der Aumühle getestet werden. So auch am eingangs erwähnten Tisch an dem unter anderem Manni (35) aus Germering und Tom (52) aus Ebersbach (Landkreis Dachau) sitzen.

Manni ist der Spielleiter, im Fachjargon Meister genannt. Er beschreibt die Szenarien, stellt die Spieler vor Rätsel und andere Herausforderungen und bestimmt, wie das Abenteuer verläuft. Er und seine fünf Spieler haben sich für das System „Fragged Empire“ entschieden – ein postapokalyptisches Szenario in einer Science-Fiction-Welt. Manni sieht seine Aufgabe vor allem darin, das Rollenspiel für alle spannend zu halten. „Jeder soll sich wiederfinden und austoben können“, beschreibt er seine Prämisse.

Der Germeringer spielt Rollenspiele, seit er 14 Jahre ist. „Ich habe als Schüler mit Freunden angefangen.“ Heute hat er mehrere Spielgruppen und spielt im Schnitt zwei- bis dreimal im Monat. Das Rollenspiel übt auf ihn vor allem den Reiz der Unbeschränktheit aus. „Man kann sich alles aus den Fingern saugen, auch Szenarien, bei denen sogar Computerspiele an ihre Grenzen stoßen würden.“

Tom gibt in der Spielrunde einen kriegerischen Charakter. „Meistens bin ich auch Meister, aber wenn ich mal zum Spielen komme, dann liegen mir diese Art von Charakteren einfach“, sagt der 52-Jährige. Er ist über Bekanntschaften in einem Tanzkurs mit dem Rollenspiel in Berührung gekommen. Das war vor immerhin 33 Jahren. „Die Gemeinschaft macht einfach Spaß“, sagt der Ebersbacher. „Man kommt mit Freunden zusammen und lernt auch neue Leute kennen.“ Einmal im Jahr fliegt er sogar nach Birmingham, wo Ende Mai die größte Rollenspiel-Convention Englands stattfindet. „Da kann man dann auch gleich sein Englisch aufbessern“, sagt er.

Einen Tipp für Interessierte hat er auch noch parat: „Ich spiele zur Zeit das Conan-System.“ Das orientiert sich an dem Barbarencharakter, der von Arnold Schwarzenegger zu filmischer Berühmtheit geführt wurde. „Das System ist sehr einsteigerfreundlich“, findet Tom. Das einzige Problem: Man muss des Englischen mächtig sein, denn auf Deutsch ist das Rollenspiel noch nicht übersetzt worden.

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