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Ziehen noch neugierige Blicke auf sich: Alexa Zierl kutschiert Tagblatt-Reporterin Alexandra Müller in ihrer Rikscha – ein Elektromotor hilft dabei.

Neue Geschäftsidee genehmigt

Erstes Radltaxi rollt durch Bruck

Als Stadträtin hat Alexa Zierl meist den Kopf ziemlich voll. Um auch mal Abschalten zu können, ist die Bruckerin gerne im Freien unterwegs – überwiegend mit dem Fahrrad. Nun macht sie ihr Hobby zum Beruf. Alexa Zierl bietet das erste Fahrrad-Taxi in Fürstenfeldbruck an. Eine Tagblatt-Reporterin ist schon mitgefahren.

Fürstenfeldbruck– Das „Brucker Radlmobil“ nennt die 48-Jährige ihr kleines Ein-Frau-Unternehmen. Mit der Fahrrad-Rikscha können bis zu zwei Personen transportiert werden. Den ersten offiziellen Einsatz hatte Zierl bei der Brucker Kulturnacht.

Kurze Wege innerhalb der Stadt seien es, für die sie in Zukunft gerufen werden kann, so Alexa Zierl, die früher den Grünen angehörte. „Zur Zielgruppe gehören vor allem Menschen, die selbst nicht mehr Autofahren können oder derzeit nicht zu Fuß gehen können“, erklärt die Bruckerin. Dabei denke sie besonders an ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen, die etwa zu einem Arzttermin gelangen wollen.

Die Idee für ihr Brucker Radlmobil kam Alexa Zierl, weil sie privat oft mir dem Elektrofahrrad unterwegs war. „Ich habe regelmäßig meine Kinder in einem Anhänger in den Kindergarten oder später zur Schule gefahren“, erzählt sie. Das sei aber nur mit Kindern bis zu sieben Jahren erlaubt. „Sind sie älter, braucht man eine Ausnahmegenehmigung für den Personentransport.“

In Zierls Fall waren es sogar zwei Genehmigungen, die sie einholen musste – eine für die Stadt Fürstenfeldbruck und eine für den gesamten Landkreis. „Die Erlaubnis gilt jeweils nur für den Bereich der zuständigen Straßenverkehrsbehörde“, erklärt die Unternehmerin und fügt hinzu: „Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass eine Zulassung auf Bundesebene gültig ist.“

Mit der einzigen Fahrrad-Rikscha in der Stadt erreicht die Selbstständige Geschwindigkeiten bis zu 20 Stundenkilometern. Dank des Elektromotors radle es sich aber selbst mit zwei erwachsenen Passagieren ganz entspannt, erklärt Zierl. Und auch schlechtes Wetter hält die 48-Jährige nicht von der Arbeit ab. „Mein Fahrrad-Taxi hat einen Wind- und Regenschutz, der sich vor und zurück schieben lässt.“ Außerdem könne sie den Fahrgästen bei kalter Witterung eine Decke anbieten, welche sich leicht befestigen lässt, sagt die Besitzerin.

Mit Sicherheitsgurt

Noch ist es ein ungewohnter Anblick für die Bürger in Bruck, wenn Zierl in ihrer Rikscha Personen transportiert. Den Fahrgästen weht der Wind durchs Haar und sorgt für ein Gefühl der großen Freiheit. Ab und zu ruckelt es etwas. Aber ein Sicherheitsgurt sorgt dafür, dass Passagiere nicht herausfallen können. „Ich teste momentan alle Wege in der Stadt, damit ich Schlaglöcher vermeiden kann“, verspricht Zierl.

Mit ihrem „Brucker Radlmobil“ startet Zierl vorerst alleine. Als Mutter zweier Schulkinder habe sie überwiegend vormittags Zeit für das Radltaxifahren. „Ich bin nicht jederzeit verfügbar, wie ein gewöhnliches Taxi. Deshalb ist mein Angebot auch eher für Termine in der Innenstadt gedacht“, so die Bruckerin.

Eines zieht Zierl aber schon jetzt in Betracht: „Wenn die Sache gut ankommt, möchte ich mir weitere Mitarbeiter suchen.“ Und bei allen unternehmerischen Entwicklungen stehe sowieso immer der Spaß an der Sache im Vordergrund, versichert Zierl. (amü)

Das „Brucker Radlmobil“

ist unter der Telefonnummer (0176) 45 57 12 66 zu erreichen. Es gibt Pauschalpreise, die zwischen drei und fünf Euro pro Fahrt liegen sollen.

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