Bei Kottgeisering wollen Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Romeike (Mitte) sowie Projektingenieur Markus Wäcker (l.) bald Strom erzeugen. Errichtet wird die Anlage von der Firma Voltgrün und deren Chef Stefan Trummer.

Fürstenfeldbruck/Kottgeisering

Erstes Solarfeld der Stadtwerke bald fertig

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck setzen auf Solarstrom. Das erste Solarfeld des Unternehmens kann bald ans Netz gehen. Es soll nicht das letzte sein.

Kottgeisering – Die Anlage bei Kottgeisering besteht aus insgesamt 2025 Modulen. Damit lassen sich pro Jahr rund 825 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugen. Das reicht nach Angaben der Stadtwerke aus, um rund 240 Vier-Personen-Haushalte mit klimafreundlichem Strom zu versorgen. Mit der Anlage lassen sich knapp 360 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

Weitere Solarmodule sollen folgen

Die Solarmodule werden auf einer 1,4 Hektar großen Fläche aufgestellt. Davon werden aber vorerst nur 60 Prozent mit Modulen bestückt. Grund ist laut Stadtwerke Geschäftsführer Bernd Romeike das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Um gefördert zu werden, darf die Anlage Romeike zufolge eine maximale Leistung von 750 Kilowatt peak (kWp) haben. Das Projekt bei Kottgeisering hat 749,25 kWp. Später sollen auf dem Areal aber noch weitere Module aufgestellt werden.

Auch die Wahl des Standorts hat mit dem EEG zu tun. Um eine Förderung nach dem Gesetz zu bekommen, darf die Anlage nicht weiter als 110 Meter von einer Bahnlinie oder einer Autobahn entfernt liegen, erklärt Romeike. Bei Kottgeisering verläuft die Bahnstrecke München-Lindau.

Das FFB-Stromdach

Ans Netz gehen soll die rund 700 000 Euro teure Anlage Anfang November. Für Bernd Romeike ist das Projekt Teil einer größeren Strategie. „Nachdem wir mit unserem FFB-Stromdach für Privat- und Gewerbekunden schon sehr erfolgreich gestartet sind, ist der Baubeginn der Freiflächenanlage ein noch wichtigerer Schritt auf unserem Weg, den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region voranzutreiben.“

Die Anlage in Kottgeisering soll erst der Anfang sein. „Wir haben bereits weitere Grundstücke in der Region im Blick und prüfen diese jetzt hinsichtlich ihrer Eignung“, so Romeike. Sicher ist: Auch die weiteren Standorte werden in der Nähe von Bahnlinien oder Autobahnen liegen – wie es das EEG will. Die konkrete Realisierung von Projekten werde aber wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Keine Windräder mehr

Die Photovoltaik-Anlage ist das dritte große Projekt im Bereich regenerativer Energie der Stadtwerke. 2014 hat das Unternehmen sein erstes Windrad in der Nähe von Mammendorf in Betrieb genommen. Die zweite Anlage in Malching folgte im Oktober 2015. Seit der Inbetriebnahme haben die beiden Windräder gut 50 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

Weitere Windkraftwerke sind bei den Stadtwerken aber nicht geplant. Das liegt laut Romeike an vielen Regelungen und Vorschriften. So stehe kurz hinter der Grenze zum Landkreis Dachau in Palsweis eine Radaranlage der zivilen Flugsicherung. In einem Umkreis von 15 Kilometern dürften keine Windräder errichtet werden. Aber auch die so genannte 10-H-Regel sowie der Natur- und Landschaftsschutz und der Flugplatz in Jesenwang würden weitere Windkraft-Projekte im Landkreis so gut wie unmöglich machen. „Deshalb setzen wir auf Solar.“, sagt Romeike. Der Landkreis habe großes Potenzial.

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