Am 13. Dezember

Gruslige Masken und nette Häuschen: Erstmals Perchten beim Luzienfest

  • Thomas Eldersch
    VonThomas Eldersch
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Sie tragen gruselige Masken und wilde Kostüme: die Perchten. Eigentlich ist ihre Zeit zwischen der Wintersonnenwende am 21. Dezember und dem Drei-Königs-Feiertag am 6. Januar – in den sogenannten Rauhnächten. Doch dieses Jahr werden die schaurigen Gestalten auch auf der Luzienhäusl-Feier am 13. Dezember zu sehen sein. Wie das bei den Zuschauern – vor allem den Kinder – ankommt, muss sich erst zeigen

Fürstenfeldbruck Michael Gickler, zweiter Vorstand der Amperperchten, freut sich schon auf den Auftritt seiner Gruppe im Anschluss an das Luzienfest. „Nach den Überlieferungen ist die Heilige Lucia eng verbunden mit der Göttin Perchta“, erklärt Gickler. Daher sei es nur natürlich an ihrem Ehrentag aufzutreten. So wird der Perchtenverein auf der Amperbrücke an der Hauptstraße ein großes Feuer entzünden. Die Figur des Flößers erzählt die Gesichte der Perchten und erklärt den Zuschauern, was da passiert.

Seit vier Jahren gibt es die AmperPerchten im Landkreis bisher. Gickler sagt, dass ihre Auftritte immer gut angekommen sind. „Auch wenn wir gruselige Masken tragen, haben sich ganz selten Kinder vor uns erschreckt.“ Außerdem nehmen die Tänzer nach ihrer Aufführung ihre Masken – auch Larven genannt – ab und zeigen sich dann dem Publikum. Die vielen Auftritte unter anderem auf Schloss Kaltenberg, auf dem Klostergelände und am Jexhof, geben ihm Recht, meint der 46-Jährige.

Dass die Perchten dieses Jahr direkt im Anschluss an das zu Wasser lassen der Luzienhäuser auftreten, stört die Schulleiterin der Philipp-Weiß-Schule Isabel Martins, deren Viertklässler einen Großteil der Häuser gebastelt haben, nicht besonders. „Der zeitliche Abstand zwischen ihrer und unserer Veranstaltung ist ja groß genug“, meint sie. Außerdem kennt Martins die Show der Perchten bereits und findet, das sie ein schöne Ergänzung ist. „Da ist für alle etwas dabei an dem Abend.“

Dem Auftritt eher skeptisch gegenüber steht Stadträtin und Historikerin Birgitta Klemenz. „Die Tradition der Luzienhäusl und die Perchten haben nichts miteinander gemein.“ Die Stadt versuche hier ein neues Brauchtum zu etablieren, meint Klemenz. Bauchweh bekommt sie aber nicht wegen der neuen Veranstaltung: „Die Luzienhäuschen haben eine lange, verbürgte Tradition. Man wird sehen, ob die Perchten an diesem Tag auch so eine erschaffen können.“ Das Luzienhäuslschwimmen geht zurück auf das Jahr 1785. Bruck war von einem schweren schweren Hochwasser bedroht. Sie gelobten der Heiligen Luzia, künftig jedes Jahr am 13. Dezember ihrer zu gedenken. Schon damals brachten Bürger als Opfergabe Modelle ihrer von der Flut bedrohten Häuser mit Kerzen im Inneren. Das Wasser ging damals tatsächlich zurück. Das Gelübde wird bis heute eingehalten.

Ob den Zuschauern die Choreografie der drei Hexen, zwölf Perchten, Flößer und Graxenträger gefallen wird, wird sich zeigen. Michael Gickler würde es freuen, wenn sich aus der Premiere seiner Truppe ein jährlicher wiederkehrender Auftritt entwickeln würde.

Service

Wer den Tanz der Perchten sehen will, der sollte am Donnerstag, 13. Dezember ab circa 18.45 Uhr auf die Amperbrücke kommen. Die Vorstellung beginnt im Anschluss an die Luzienhäusl-Feier. Diese beginnt um 17.30 Uhr bei der Amperbrücke am Hauptplatz.

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