Grünwalder Stadion: Nun ist klar, wie viele Zuschauer maximal reinpassen könnten

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Wer die Wahl hat, hat die Qual: (oben v. l.) Säuleneibe, Thuje, Rotlaubige Berberitze, (Mitte v.l.) Kugeleibe, Zwergspiere, (unten v. l.) Japanische Stechpalme, Heckenkirsche, Liguster. Sie alle können Buchs ersetzen

Der heimische Garten

Es muss nicht immer Buchsbaum sein: Das sind die Alternativen

Lange war der Buchsbaum als robustes Gehölz bekannt und wurde gerne in Gärten, Parks und Friedhöfen verwendet. Doch derzeit wird uns die Freude an den immergrünen Kugeln, Pyramiden, Hecken oder Figuren gründlich verdorben - und es gibt Alternativen.

Fürstenfeldbruck - Neben dem Pilz Cylindrocladium buxicola, der das Buchsbaumsterben verursacht, ist derzeit die gefräßige Raupe des Buchsbaumzünslers die stärkste Bedrohung für das beliebte Gehölz. Aber auch der Buchsbaumkrebs, ebenfalls eine Pilzkrankheit, kann Triebe und Blätter befallen.

Die Infektion erfolgt über Wunden, die beispielsweise durch Schnittstellen verursacht wurden. Buchswelke, ebenfalls verursacht durch einen Pilz, bringt Äste oder Zweige zum Absterben. Außerdem können Triebspitzenmilben, Spinnmilben, Schildläuse, Buchsbaum-Blattfloh und die Buchsbaum-Gallmücke als Schädlinge auftreten.

Paradies des Zünslers

Der Buchsbaumzünsler ist ein Einwanderer aus Ostasien. Dank des Klimawandels konnte sich der nachtaktive Kleinschmetterling rasch vermehren. Da ihn in den ersten Jahren seines Hierseins die heimische Tierwelt nicht kannte, musste er auch keine natürlichen Feinde fürchten. Doch das ändert sich gerade. Gartenbesitzer aus dem Landkreis haben uns berichtet, dass die heimische Vogelwelt die Raupen nicht mehr verschmäht. Auch Wespen und Hornissen vertilgen die Raupen.

Ein starker Befall mit den gefräßigen Raupen kann jedoch Buchsbäume zum Absterben bringen. Trotz der allseits bekannten Gegenmaßnahmen ist die Bekämpfung des Zünslers für viele ein Kampf gegen Windmühlen. Also Gründe genug, Ihnen ein paar empfehlenswerte Pflanzenarten als Ersatz zum Buchs vorzustellen.

Die Alternativen

Die buchsbaumblättrige Berberitze (Berberis buxifolia „Nana“) wird nur 50 zentimeter hoch. Im Gegensatz zu anderen Berberitzen-Arten ist sie kaum dornig, schwachwüchsig und sehr frosthart. Nur im totalen Schatten mag sie nicht stehen. Auch andere Berberitzen-Arten wie die rote Zwergberberitze (Berberis x thunbergii „Atropurpurea Nana“) bleiben klein und setzen als Einfassungen, in Kübeln und Steingärten oder als Begleiter zu Rosen farbliche Akzente.

Liguster

Die Liguster-Sorte „Lodense“ bleibt mit 70 Zentimeter bis einen Meter Höhe ebenfalls klein und hat einen kompakten, dichten Wuchs. Das graugrüne Laub verfärbt sich im Winter bronzebraun.

Eiben

Bei den Eiben hat sich die Sorte Taxus baccata „Renkes Kleiner Grüner“ sehr gut bewährt, die als Einfassung verwendet oder als Kugel in Form gebracht werden kann. Suchen Sie eine kegelförmige, höher wachsende Eibe, so eignet sich Taxus x media „Hillii“ als Einzelkegel oder auch für höhere Hecken gut. Da es sich hier um eine männliche Form handelt, hat diese Sorte keinen Fruchtansatz. Eiben vertragen vollsonnige bis schattige Standorte, mögen keine Staunässe und sind stark giftig, sodass mit Kleinkindern Vorsicht geboten ist.

Heckenkirschen

Heckenkirschen wie (Lonicera nitida) „Maigrün“ sind sehr schnittverträglich und bleiben klein und kompakt, wenn sie mehrmals im Jahr geschnitten werden. Besondere Ansprüche an den Boden stellen sie nicht.

Thujen

Einen Versuch wert sind auch klein bleibende Thujen, wie Thuja occidentalis „Mecki“, die als Hecke oder in Kugelform gezogen werden können. Thujen legen Wert auf eine gleichmäßige Wasserversorgung.

Die Duftblüte

Oder probieren Sie doch einmal die Duftblüte (Osmanthus burkwoodii) aus. Diese steht gerne im Halbschatten und benötigt einen geschützten Standort, da sie nicht ganz frosthart ist. Sie blüht im April und Mai und hat einen wunderbaren Duft, deshalb der Name. Ilex crenata, die japanische Stechpalme, wird oft als Ersatz empfohlen, weil sie dem Buchs im Erscheinungsbild sehr ähnelt.

Schwieriger Ilex

Alle Ilex-Arten benötigen in jedem Fall einen gleichmäßig feuchten, sehr humusreichen und sauren Boden, um zufriedenstellend zu wachsen. Die Böden im Landkreis Fürstenfeldbruck sind aber eher kalkhaltig, sodass im Einzelfall der Boden ausgetauscht oder entsprechend angepasst werden muss.

Es grünt nicht immer

Wer keinen Wert auf immergrüne Blätter legt, kann es mit dem lila blühenden Lavendel probieren. Die genügsame Pflanze sollte nach der Blüte in Form geschnitten werden. Verwendet werden kann sie als Begleiter zu Rosen und anderen Stauden oder als klein bleibende Einfassungspflanze.

Auch Zwergspieren wie Spiraea japonica „Little Princess“ mit einer Wuchshöhe von 50 Zentimetern sind anspruchslos, schnittverträglich und blühen rosa von Juni bis September.

Kontakt

Die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landschaftspflege ist zu erreichen unter Telefon (0 81 41) 51 93 63 und 51 99 23. Das Büro im Landratsamt, Münchner Straße 32 in Fürstenfeldbruck ist geöffnet von Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr, sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten. Weitere Infos zu Gartenthemen von der Kreisfachberatung gibt es auch im Internet unter www.lraffb.de/bau-umwelt/Umweltschutz.

Die Serie: Wer einen schönen und gepflegten Garten haben möchte, der muss nicht nur fleißig sein, sondern auch einiges wissen. Seit 100 Jahren gibt es deshalb in Bayern die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landschaftspflege. Dort können sich Bürger informieren. Im Jubiläumsjahr werden die wichtigsten Stationen des Gartenjahres im Tagblatt erklärt.

Auch interessant in Sachen Entsorgung: Deshalb darf der Buchsbaum-Zünsler in den Grüngut-Container

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