Pressegespräch per Videokonferenz: Kommunikation ist derzeit schwierig, findet Fraktionschef Philipp Heimerl.
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Pressegespräch per Videokonferenz: Kommunikation ist derzeit schwierig, findet Fraktionschef Philipp Heimerl.

Fürstenfeldbruck

Jahresgspräch mit der SPD: „Es ruckelt noch im Stadtrat“

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Wegen Corona wird die Stadt Fürstenfeldbruck im Jahr 2021 wohl kleinere Brötchen backen müssen. Die SPD will trotzdem einige Themen vorantreiben – zum Beispiel einen Mietspiegel für die Stadt und ein Konzept für den Neubau der Eishalle.

Fürstenfeldbruck – Ihre Pläne für 2021 stellte die Stadtratsfraktion jetzt bei einem digitalen Pressegespräch vor.

Auf die Fertigstellung der Machbarkeitsstudie für die Eishalle in diesem Jahr hofft Philipp Heimerl, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. In der Folge müsse dann ein klarer Fahrplan für den Neubau entwickelt werden. „Dabei müssen wir auch die Anwohner mitnehmen, die Stadt ist hier als Vermittler gefragt“, sagte Heimerl. Der Lärmschutz müsse durch bauliche Maßnahmen gesichert werden.

Auch günstiger Wohnraum bleibt ein Thema bei den Sozialdemokraten. Heimerl macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass die Stadt beim Wohnbauprojekt am Sulzbogen nicht selbst tätig geworden ist. Sein Vorwurf an die politische Konkurrenz: „Es finden sich immer Ausreden, warum es gerade jetzt nicht geht.“

Auch die Kreiswohnungsbaugesellschaft ist der SPD bislang zu untätig. Mehr Zug erhofft sich Heimerl, nachdem Parteikollege Christoph Maier dort die Geschäftsführung übernommen hat. Außerdem werde man auf einen Mietspiegel hinarbeiten, sagt Heimerl. „Im ersten Schritt wird das wohl nur ein einfacher Mietspiegel sein, um ihn zu etablieren.“ Später sei aber auch ein qualifizierter denkbar, der mehr Rechtssicherheit bietet.

Zu stockend geht es Verkehrsreferent Mirko Pötzsch in seinem Aufgabenbereich voran. Am Sulzbogen, wo im vergangenen Jahr Schutzstreifen für Radfahrer entstanden, existiere für den nächsten Bauabschnitt bis zur Rothschwaiger Straße noch nicht einmal eine Planung. „Das ist unbefriedigend.“ Zumindest bei den Querungshilfen an Holzhof- und Cerveteristraße erhofft er sich Fortschritte. Dringend nötige Straßensanierungen würden momentan aber wohl an der coronabedingt leeren Stadtkasse scheitern.

Gleiches gilt für die Bebauung des Viehmarktplatzes. „Sie wird wohl eines der ersten Opfer der Corona-Auswirkungen“, sagt der Vizevorsitzende des SPD-Ortsvereins, Martin Haisch. Heimerl: „Wir haben zwar das Ergebnis der Bürgerbeteiligung, bei der Umsetzung fehlt es aber am Willen der Stadt oder an einem Investor.“

Leere Kassen

Die leeren Kassen erschweren auch die Unterstützung der Kultur. „Finanzielle Hilfe wird kaum möglich sein“, sagt Kulturreferentin Tina Jäger. Sie will den Kulturschaffenden aber Plattformen bieten, auf denen sie sich präsentieren zu können – wie zum Beispiel im Schaufenster des ehemaligen Top Point, das mit kulturellen Inhalten bespielt werden soll.

Bei Konversion des Fliegerhorstes sieht Heimerl die Türen zu den Nachbarkommunen trotz der gescheiterten Gründung eines Zweckverbands nicht endgültig zugeschlagen. Er sieht in dem geplanten Ideenwettbewerb der Stadt vielmehr eine Vorarbeit, die 2021 erledigt werden müsse, um im Folgejahr wieder ins Gespräch mit Maisach, Olching und Emmering zu kommen.

Auf politischer Ebene strebt Heimerl eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Fraktionen und Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) an – wobei er auf Nachfrage auch zugibt, dass die Kooperation mit der CSU-Fraktion oft leichter fällt als mit dem OB. Generell habe sich das Gremium nach der Wahl im März noch nicht gefunden. Das liege auch daran, dass sich den Stadtpolitikern wegen Corona derzeit nur wenige Möglichkeiten böten, sich außerhalb der Sitzungen zusammenzusetzen. „Es ruckelt noch innerhalb des Gremiums und mit der Stadtspitze“, sagt Heimerl.

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