Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft

Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft
+
Fahnen vor dem Landratsamt.

CSU stabil, Grüne legen zu, SPD verliert dramatisch

Europawahl im Landkreis Fürstenfeldbruck: Ergebnisse und Reaktionen

Eine Art solide Zufriedenheit bei der örtlichen CSU, Ernüchterung bei der SPD und Riesenjubel bei den Grünen: So stellte sich am Sonntagabend nach der Stimmauszählung der Europawahl das Bild auch im Landkreis dar.

Die Ergebnisse aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.

 Die Ergebnisse im Landkreis gleichen dem Trend in Bayern, weichen im Detail aber etwas ab. So ist das Ergebnis der Kreis-CSU mit 38 Prozent etwas schlechter als das der Christsozialen in Bayern (41). Die SPD kommt im Kreis auf 9,4, in Bayern auf 9,3 Prozent. Die Grünen liegen in Bruck deutlich über dem Landesschnitt: Regionalen 23 Prozent stehen 19 im Land gegenüber. Die AfD liegt mit 7,4 Prozent unter dem Landeswert (8,6). 

CSU pro Europa

„Der klare Kurs der CSU pro Europa war vernünftig. Denn Europa ist die Zukunft.“ Das sagte die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler aus Türkenfeld am Abend bei der Wahlparty im Brucker Landratsamt. Auf besonders großes Interesse bei der Bevölkerung stieß der Abend im Service-Ei freilich nicht. Nur wenige Nicht-Funktionsträger waren gekommen. Trotzdem: Die Wahlbeteiligung war hoch, bei 67,4 Prozent lag sie im Landkreis Fürstenfeldbruck. „Das ist der Relevanz dieser Wahl durchaus angemessen“, kommentierte Staffler. 

Seitenhieb: Grüne profitieren von ÖDP-Projekt

Landrat Thomas Karmasin (CSU) bezeichnete das Abschneiden seiner Partei im Landkreis als stabil. Die CSU werde im Europaparlament zwei Sitze dazu gewinnen. Das sei überdimensional. Ein Anlass zu Begeisterungsstürmen sei das Ergebnis der CSU aber nicht. Umweltpolitik treffe den Nerv der Zeit, das füllten die Grünen voll aus. „Das müssen wir ernstnehmen. Wir als CSU müssen mehr zeigen, wie viel wir in diesem Bereich machen.“ Wobei Karmasins Parteifreund Hubert Ficker anmerkte, dass die Grünen auf das Rettet- die-Bienen-Projekt der nun schlecht abschneidenden ÖDP nur aufgesprungen seien, jetzt davon aber maximal profitierten. „Das ist ungerecht.“ 

Diese Kritik dürfte den Grünen die Feierlaune über das gute Wahlergebnis gestern kaum verhagelt haben. Kleiner Wermutstropfen für den Grünen Landkreisabgeordneten Martin Runge aus Gröbenzell: Im Kreis liegt seine Partei ohnehin deutlich über dem landesweiten Ergebnis – er hätte sich aber noch mehr erwartet. 

Historische Chance für Bayern

Für den Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (CSU) aus Mammendorf ist die hohe Wahlbeteiligung ein Zeichen dafür, dass Europa die Menschen noch interessiere. „Wir haben es in den vergangenen Wochen geschafft, es mehr in den Mittelpunkt zu rücken.“ Der Brexit habe den Bürgern vor Augen geführt, welche Auswirkungen es habe, wenn ein Land plötzlich nicht mehr dabei sein wolle. Dass mit Manfred Weber der Spitzenkandidat aus Bayern stamme, sei sicher kein Schaden gewesen, so Miskowitsch. „Wir haben die historische Chance, einen bodenständigen Mann aus Bayern zum Chef in Europa zu machen.“ Viele hofften, dass Europa so wieder menschlicher werde und er etwas voran bringen könne.

Wieder Interesse an Europa

 Ein besseres Ergebnis für seine Partei hatte sich Kreis- und Stadtrat Klaus Wollenberg Klaus Wollenberg (FDP) aus Fürstenfeldbruck erhofft. Aber: Die Menschen interessieren sich wieder für Europa: Dieses subjektive Gefühl habe er bei vielen Gesprächen mit Bürgern und auch Studenten empfunden. Gerade bei jungen Leuten habe er immer wieder gehört: „Wir sind Europäer, das ist eine europäische Wahl.“ Und viele hätten nicht den extremen Parteien eine größere Mehrheit geben wollen. 

Ergebnis der SPD vernichtend

Richtig schlimm getroffen hat es auch im Kreis die SPD. „Das ist eine herbe Niederlage mit großen Verlusten. Das kann man nicht schönreden“, kommentierte der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi aus Olching, Die SPD müsse sich stärker von der Union abgrenzen. Insgesamt sei der Europawahlkampf seiner Partei mit wenig aussagekräftigen Slogans wenig inspirierend gewesen. Landrat Karmasin bezeichnete das Abschneiden der SPD als nicht mehr besorgniserregend, sondern als vernichtend. Für den Grünen- Runge ist der Absturz der Sozialdemokraten bedauerlich – zumal die Wählerstimmen zwischen rot und grün wanderten. Miskowitsch glaubt, dass es nach dem schlechten Abschneiden der SPD parteiinterne Diskussionen geben werde. Was die Große Koalition angehe, könne man aktuell für nichts garantieren. „Ich glaube, dass in Berlin auch über einen Befreiungsschlag gesprochen wird.“ FDP-Mann Wollenberg zu den Genossen: „Sie findet keinen Boden, traurig.“ Er glaubt, dass nun bei den Sozialdemokraten parteiintern etwas in Bewegung kommen könnte. „Bis zur Bundestagswahl ist noch Zeit, die Wähler wollten ihnen wohl die gelbe oder rote Karte zeigen.“ 

AfD verliert ihr zentrales Thema

Weitgehende Einigkeit herrscht bei der Einschätzung zum Abschneiden der AfD. Karmasin: Die geringere Zusprache für die AfD zeige, dass die Leute sich kritischer mit dieser Partei auseinandersetzten. Martin Runge: „Die AfD hat ihren Zenit überschritten. Miskowitsch: „Hier hat diese Partei nicht den Nährboden wie in anderen Bundesländern.“ Wollenberg: „Der AfD geht das zentrale Thema verloren, nachdem die Flüchtlingskrise nicht mehr im Fokus stehe. „Diese Hochzeit ist vielleicht vorbei.“

Zahlenvergleiche

Ihr bestes Ergebnis holte die CSU mit 49 Prozent diesmal in Landsberied, ihr schlechtestes (32) in Grafrath. Genau hier waren die Grünen am stärksten (29 Prozent). Immerhin noch zweistellig war die SPD in Puchheim und in Eichenau mit jeweils 11 Prozent sowie mit 10 Prozent in Germering. Die Freien Wähler wurden in keinem Ort zweistellig. Ihr bestes Ergebnis holten sie in Alling mit 9,5 Prozent. Die ÖDP war am stärksten in Althegnenberg (5 Prozent). (st/imu)

Eine Übersicht mit den Ergebnissen aller Parteien im Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie unter diesem Link.

Eine Übersicht, wie in den einzelnen Gemeinden im Landkreis Fürstenfeldbruck gewählt wurde, finden Sie hier.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Mai werden die Roboter losgelassen
Der Digiclub holt die Junior Robotics nach Germering. Im Mai sollen Teams in der Stadthalle mit selbst konstruierten und programmierten Robotern gegeneinander antreten. …
Im Mai werden die Roboter losgelassen
Bezahlter Urlaub: Seminare als Anreiz für Rathaus-Angestellte
Die Stadt Puchheim will sich als Arbeitgeber attraktiver machen: Den 150 Mitarbeitern wird die Möglichkeit geboten, sich über das Berufliche hinaus persönlich …
Bezahlter Urlaub: Seminare als Anreiz für Rathaus-Angestellte
Eine Christbaumkugel für den guten Zweck
Gerade einmal 17 Jahre alt ist der Künstler, der heuer die Gröbenzeller Christbaumkugel gestaltet hat.
Eine Christbaumkugel für den guten Zweck
Grüne fordern Regierung zur Teil-Öffnung des Fliegerhorsts auf
Der Abzug der Bundeswehr vom Fliegerhorst verzögert sich um drei Jahre. Statt Ende 2023 werden die letzten Einheiten Fursty erst 2026 verlassen.
Grüne fordern Regierung zur Teil-Öffnung des Fliegerhorsts auf

Kommentare