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Expertise für junge Unternehmer

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Von: Andreas Daschner

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Nach ihrem Berufsleben wollen Arnold Wietzke (l.) und Michael Richter ihr Wissen an Brucker Start-ups weitergeben.
Nach ihrem Berufsleben wollen Arnold Wietzke (l.) und Michael Richter ihr Wissen an Brucker Start-ups weitergeben. © mm

Die Start-up-Unternehmen, die künftig im ehemaligen Geschäftsführerhaus der Stadtwerke unterkommen, sollen Unterstützung erhalten: Die Aktivsenioren Bayern begleiten das Projekt. Doch wer sind die Menschen hinter diesem Verein überhaupt?

Fürstenfeldbruck – Die Büros im ehemaligen Stadtwerke-gebäude auf der Amperinsel sollen schon bald eine Heimat für künftige Geschäftsführer werden. Existenzgründungen bergen aber viele Herausforderungen und so manchen Fallstrick. Glücklich ist da, wer auf erfahrenen Rat zurückgreifen kann. Den bieten die Aktivsenioren Bayern den aufstrebenden Unternehmen an.

Der 1984 gegründete Verein, der in ganz Bayern aktiv ist, setzt sich aus über 400 ehemaligen Führungskräften, Unternehmern und Selbstständigen im Ruhestand zusammen. Alleine in der Region um Fürstenfeldbruck gibt es ein halbes Dutzend Aktivsenioren – darunter Arnold Wietzke und Michael Richter, die das Projekt im Gründerhaus bereits im Stadtrat präsentiert haben.

Wietzke (73) hat Verfahrenstechnik an der TU München studiert und war in drei Unternehmen aktiv: in der Prozesstechnik, als Werkleiter in der Tonträgerproduktion und als technischer Geschäftsführer in der Getränkeindustrie. Sein zwei Jahre älterer Vereinskollege Richter war in verschiedenen Funktionen für ein großes Elektrotechnikunternehmen in München tätig und kann auch auf einige Jahre im Ausland blicken.

Beide sind seit zehn Jahren bei den Aktivsenioren tätig und gehören dort schon zu den älteren. „Wir haben auch viele Mitglieder im Alter von 60 bis 65 Jahren“, sagt Richter. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie befinden sich im Ruhestand und haben daher die Zeit, jüngere Generationen von Unternehmern auf ihrem Weg zu begleiten.

„Wir bieten nicht nur Gründerberatung an“, betont Richter. Gerade jetzt in Coronazeiten unterstützen sie bei drohender Insolvenz. „Wir helfen aber nicht nur bei Problemen“, betont Wietzke. Auch wenn es darum geht, einen Betrieb fit für die Zukunft zu machen, ist ihr Rat gefragt.

Zu seinen Klienten kommt der Verein dabei auf verschiedenen Wegen. „Die Leute melden sich über unsere Internetseite und auf Empfehlung zum Beispiel von Banken oder aus dem Bekanntenkreis“, sagt Richter. Darüber hinaus bieten die Aktivsenioren unverbindliche Sprechtage an, aus denen sich auch längerfristige Beratungen ergeben können.

Wichtig ist dabei laut Wietzke, dass die Aktivsenioren alle ehrenamtlich tätig sind: „Da wir nicht erwerbsorientiert arbeiten, können wir völlig frei beraten.“ Die Aktivsenioren würden sich dabei in erster Linie als Diskussionspartner verstehen. Denn ihr Ansatz lautet: Hilfe zur Selbsthilfe. „Das Konzept ist, die richtigen Fragen zu stellen, damit die Klienten die Probleme erkennen und somit gemeinsame Lösungen erarbeitet werden können“, erläutert Wietzke. Dass die Aktivsenioren sich dabei zur Vertraulichkeit verpflichten, versteht sich von selbst.

Je nach Komplexität des Beratungsbedarfs werden auch mehrere Aktivsenioren für einen Klienten tätig. „Unsere Mitglieder haben ganz unterschiedliche Hintergründe – zum Beispiel Personal-, Finanz- oder Produktionsexpertise“, sagt Richter. Je nach Bedarf werden daraus die bestmöglichen Teams zusammengestellt. Vom einzelnen Aktivsenior bis zum fünfköpfigen Beratungsteam sind dabei alle Varianten möglich.

Im ehemaligen Geschäftsführerhaus wollen die Aktivsenioren die nächste Generation an Geschäftsführern für die Stadt Bruck unterstützen. Plan ist es, dass die Start-ups nach ihrer Zeit in dem Gebäude eine Gewerbefläche in der Stadt oder dem Landkreis bekommen. Ein entsprechendes Konzept erarbeiten die Aktivsenioren in einem Arbeitskreis unter anderem mit der Wirtschaftsförderung der Stadt und einzelnen Stadtratsmitgliedern. Die monatlichen Sitzungen des Arbeitskreises finden derzeit online statt. „Das funktioniert gut“, sagt Wietzke. „Wir sind guter Dinge, dass wir im Herbst mit dem Projekt starten können.“

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