Ungewohnte Szene: Aber nach dieser Aktion müssen sich sogar die harten Kerle von der Feuerwehr Germerswang die Füße trocknen und schnell in warme Socken schlüpfen.

Brucker Vereine machen mit

Facebook-Challenge: Darum grillen sie im kalten Wasser

Sie stellen sich barfuß ins kalte Wasser und grillen. Das verlangt die neueste Facebook-Challenge. Viele Vereine wollen nicht zu den Weicheiern gehören und machen mit – manchmal nicht ganz freiwillig.

Fürstenfeldbruck – Zum Kaltwassergrillen wird man von anderen Organisationen nominiert. Eine Woche hat man Zeit – und die Gaudi muss auf Video dokumentiert werden. Ansonsten sind Brotzeit und ein Fassl Bier für die Herausforderer fällig. Viele Vereine spenden auch noch. Der interne Grund zum Mitmachen: Solche Aktionen stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Das bestätigt Werner Peschke, Kommandant bei der Feuerwehr Jesenwang. Die Aktion sei von der Jugend ausgegangen. „Ich finde den Gedanken dahinter sehr gut.“ Es sei wohl das erste Mal, dass seine Feuerwehr bei einer Facebook-Challenge mitgemacht hat. Eine Spende von 100 Euro geht an die Kette der helfenden Hände des Tagblatts.

In Dirndl und Lederhosen

Die Jesenwanger ihrerseits nominierten die Floriansjünger aus dem Nachbar-Ortsteil Pfaffenhofen. Die Aktiven stiegen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Dirndl und Lederhosen in den Erlbach. Sie spendeten 275 Euro an die Kette der helfenden Hände.

Vom Andrang überrascht

Gabriele Hörmann, die Schützenmeisterin des Gemütlichkeit-Verein in Olching, steht solchen Aktionen eher kritisch gegenüber. „Ich finde das eigentlich schrecklich.“ Dennoch hat sie das Treffen am Olchinger See initiiert. Spätestens als sie gesehen hat, wie viele der Mitglieder von zehn und 78 Jahren kamen, sei sie froh gewesen, trotz des schlechten Wetters nicht auf der Couch geblieben zu sein. „Unser Mini-Event war spaßig.“ Diesmal ging eine Spende an die Direkthilfe Multiple Sklerose.

Dass auch andere Gruppen soziale Projekte unterstützen „finde ich richtig cool“, sagt Hörmann jetzt. Für die Schützen sei die Außenwirkung besonders wichtig. „Dann sehen die Leute auch mal, dass wir nicht nur wild umherschießen. Dadurch kann man Brücken schlagen.“

Zwischen zehn und 78 Jahre sind die Gemütlichkeitsschützen, die zum Event am Olchinger See kommen.

Waschwandl als Amper-Ersatz

Der Grafrather Heimat- und Trachtenvereins „D´Ampertaler“ wurde von den Bierbankfreunden Zankenhausen nominiert. Weil die Amper momentan sehr viel Wasser führt, habe man sich auf einem Hof in Grafrath getroffen und improvisiert, erzählt Trachtler-Chefin Marion Mayr. „Wir haben kaltes Leitungswasser in Waschwandl gefüllt. Es war saukalt.“ Gespendet wurde an die örtliche Kunst- und Kulturstiftung – der Staffelstab unter anderem an die Feuerwehr Grafrath weitergereicht. „Gegrillt haben wir und kalt war´s“, fasst deren Vizekommandant Jörn Voortmann das Geschehen am Gemeindeweiher knapp zusammen. Die Feuerwehr spendete für „Helfer vor Ort“.

Die Grafrather Trachterler improvisieren. Statt der zu vollen Amper gibt’s Wasserwannen.

Eiskalte Madl aus Emmering

„Wir waren bis zu den Knien im Wasser, uns sind fast die Füße weggefroren“, erzählt Steffi Göttler vom Madlverein Emmering. Aber man wollte sich keine Blöße geben. „Außerdem sind es über 100 Burschen im Verrein in Aubing, der uns nominiert hat. Das wäre richtig teuer geworden.“ Den Einweggrill transportierten die Madl übrigens mit einem Rasenmäherbulldog.

Den Emmeringer Madln frieren fast die Füße weg. Aber kneifen wollen sie auch nicht.

Bei der Germerswanger Feuerwehr stand der gute Zweck im Vordergrund, wie Fred Herrmann berichtet. Etwa 25 Leute kamen an den Dorfweiher zum Kaltwassergrillen. „Aber nur der harte Kern ging ins Wasser.“ Nach der Abkühlung blieben noch einige Feuerwehrleute und Angehörige bei Bier und Gegrilltem sitzen. 250 Euro kamen für die Behinderteneinrichtung Domenikus-Ringeisen-Werk zusammen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt steigt das Team der Feuerwehr Pfaffenhofen mit Dirndl und Lederhosen in den Erlbach. Grill, Würstl und ein Kasten Bier dürfen auch nicht fehlen.

Gemeinderat nominiert

Elf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Maisach um die Vorsitzenden Helmut Heitmair und Roman Böck haben sich ebenfalls nicht lumpen lassen und sind dem Facebook-Aufruf der örtlichen Blaskapelle nachgekommen. 400 Euro spenden die Kameraden im Rahmen der Aktion an die Kette der helfenden Hände des Tagblatts. Kurios: Neben den Feuerwehrkollegen aus Überacker wurde auch der Gemeinderat aus Maisach nominiert. Die Räte haben jetzt eine Woche Zeit. Sonst werden eine Brotzeit und ein Bierfass fällig.

Die Feuerwehr Maisach absolviert die Herausforderung und nominiert ihrerseits den örtlichen Gemeinderat.


Von Sebastian Öl

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