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Möglichst viele Bürger sollen Guido Zingerls Vorbild folgen. Das ist der Wunsch des Künstlers. 

29. April 1945

Fahnen sollen an das Kriegsende erinnern

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Ein Zeichen für Frieden und Freiheit will das Bündnis „Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun“ zusammen mit dem Künstler Guido Zingerl zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs setzen.

Fürstenfeldbruck –  Deshalb rufen sie alle Bürger auf, vom 29. April – an diesem Datum begann vor einem Dreivierteljahrhundert der Einmarsch der Amerikaner – bis zum 8. Mai, dem Tag der Befreiung, weiße Fahnen aus den Fenstern zu hängen. Das Tagblatt hat bei Zingerl nachgefragt, wie die Aktion zustande kam und wie er den Krieg und die Befreiung durch die US-Streitkräfte erlebt hat.

Sie haben die Aktion „Weiße Fahnen für Frieden und Freiheit“ mit angestoßen. Wie kam es dazu?

Ich kenne den Künstler Wolfram Kastner, der diese Aktion in München gestartet hat. Ich hielt das für eine gute Idee, das auch in unserem Landkreis zu tun.

Wie läuft die Aktion ab?

In der Zeit vom 29. April bis 8. Mai sollen die Menschen im Landkreis zu Erinnerung deutlich sichtbar weiße Fahnen über Balkone, Zäune oder aus den Fenstern hängen. Alle Arten von weißen Tüchern – beschriftet oder nicht – eignen sich dafür. Meine Frau und ich hängen auch ein Transparent an unser Haus in Fürstenfeldbruck.

Sie stammen aus Regensburg. Haben Sie dort auch den Krieg und das Kriegsende mit erlebt?

Ja, ich war damals zwölf Jahre alt. Obwohl ich noch ein Kind war, habe ich viel Negatives vom Krieg mitbekommen.

Zum Beispiel?

Die Nazis hatten kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner unter anderem den Domprediger Johann Maier auf dem Moltkeplatz aufgehängt. Wir sind als Schüler an den Gehenkten vorbeigeführt worden. Regensburg war zwischen 1943, als bei der Operation „Double Strike“ US-Flugzeuge die Messerschmitt-Werke angriffen, und dem Kriegsende 1945 immer wieder Bombenangriffen ausgesetzt. Regensburg ist ausgebombt worden, aber dafür darf man nicht die Amerikaner verantwortlich machen. Letztlich war es auch Hitlers Schuld, dass es so gekommen ist.

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