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Fahrraddiebe derzeit besonders aktiv

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Es ist wohl das größte Ärgernis für jeden Radfahrer, wenn sein Gefährt gestohlen wird. Aktuell sind die Langfinger wieder besonders aktiv. Die Diebstähle stehen aber nicht in unmittelbarer Verbindung mit der dunklen Jahreszeit. Sie beschäftigen die Polizei das ganze Jahr über.

Fürstenfeldbruck– Für Sebastian H. ist das Fahrrad wie für den Rest der Familie das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Seit Herbst studiert der 20-jährige Brucker in München. Als er Mitte Oktober nach der Vorlesung wieder mit der S-Bahn am Brucker Bahnhof ankommt, muss er mit Entsetzen feststellen, dass sein Fahrrad verschwunden ist. Er hatte es – gesichert mit einem guten Schloss – am Vormittag am Radlständer abgestellt.

Am helllichten Tag haben Diebe das Schloss geknackt und das erst zwei Jahre alte und farblich auffällige Fahrrad mitgenommen. Nachdem die anschließende Suche ergebnislos verlaufen ist, meldete die Familie den Diebstahl der Versicherung und der Polizei. Besonders ärgerlich: Es ist bereits das zweite Rad, das dem 20-Jährigen geklaut wurde. Der erste Diebstahl ereignete sich während des Brucker Weinfestes.

Das Beispiel des jungen Bruckers steht stellvertretend für viele weitere bekannte Fälle. Auch vor Schulen und auf Privatgrund schlagen die Langfinger zu.

Eine Vielzahl der Fahrraddiebstähle im Landkreis, die bei der Polizei gemeldet werden, geschehen aber an Bahnhöfen. „Oft werden da Räder geklaut, weil Leute einfach zu faul sind, zu Fuß vom Bahnhof nach Hause zu gehen“, so Andreas Ruch, Sprecher der Polizei Germering. Zwar würden manche der gestohlenen Räder nach einiger Zeit wieder auftauchen. Sie sind dann allerdings oftmals ein Fall für den Schrottplatz. „Doch es werden auch Räder aus Garagen gestohlen“, berichtet Andreas Ruch.

Im letzten Jahr wurden allein im Zuständigkeitsbereich der Germeringer Polizei 174 Fahrraddiebstähle angezeigt. Fast ein Viertel der Fälle konnte aufgeklärt werden. Eine beachtliche Quote, die Andreas Ruch wie folgt erklärt: „Wir hatten im letzten Jahr einen sehr engagierten Kollegen, der auch die anderen Beamten für dieses Thema sensibilisierte.“ Der Polizist, der mittlerweile wieder nach Oberfranken zurückgekehrt ist, habe spezielle Strategien und Konzepte gegen Fahrraddiebe entwickelt.

Darüber hinaus führte die Germeringer Polizei in jüngster Vergangenheit zwei Fahrrad-Kontrolltage durch. Im Zuge dieser Aktionen wurden auch geklaute Räder sichergestellt. „Außerdem haben wir in der Nacht die Bahnhöfe überwacht. Dabei sind uns einige ins Netz gegangen“, sagt Andreas Ruch. Der Polizeisprecher gibt aber auch ehrlich zu, dass eine solch intensive Überwachung personell nicht immer möglich sei. „Aber wir haben weiter ein Auge darauf.“

Auch bei der Polizei in Fürstenfeldbruck sind Fahrraddiebstähle ein alt bekanntes Dauerthema. Doch vor allem durch die „Mammutaufgabe Asyl“ seien die Beamten stark gebunden, so der Sprecher der Brucker Polizeiinspektion, Michael Fischer. „Also sind Fahrraddiebstähle auf der Prioritätenliste leider nach hinten gerutscht.“

Wie Fischer betont, ist es für die Polizei generell schwierig, Fahrraddiebe zu fassen. Das liege nicht zuletzt daran, dass Rad-Besitzer in vielen Fällen kaum Angaben zu ihren entwendeten Gefährten machen können. „Das erschwert die Ermittlung dann natürlich.“ Das Angebot der Polizei, die Fahrräder mit individuellen Rahmennummern zu versehen, werde wenig genutzt.

Sebastian H. konnte bei der Polizei schon detaillierte Angaben zu seinem gestohlenen Fahrrad machen. Trotzdem ist das Rad bis heute nicht wieder aufgetaucht. Mittlerweile benutzt die Familie für Fahrten zum Bahnhof nur noch ein Rad mit geringem materiellen Wert. Verbunden mit der Hoffnung, dass potenzielle Diebe daran kein Interesse haben. (seo)

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