Kita
+
Beispielfoto aus einer Kita.

Westkreis FFB

Kripo ermittelte in Kinderkrippe

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
    schließen

Es ist ein sensibles Thema, doch die Vorwürfe standen im Raum und mussten aufgearbeitet werden: Gegen mindestens eine Erzieherin einer Kinderkrippe im Westkreis hatte die Kripo nach einer Anzeige Ermittlungen wegen des Verdachts auf Misshandlung Schutzbefohlener aufgenommen. Mittlerweile ist der Fall erledigt.

Westlicher Landkreis – Die Krippe hat auf die Vorwürfe reagiert und entsprechend umstrukturiert.

Ein Sprecher der Polizei Oberbayern-Nord berichtete damals auf Anfrage davon, dass ein Elternpaar Anfang November Anzeige erstattet habe. Es ging um den Tatverdacht des Missbrauchs oder der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der Körperverletzung. In einem Fall gehe es auch um üble Nachrede respektive um Mobbing. Angezeigt worden sei zunächst eine Person. Aufgabe der Kripo sei es, Licht ins Dunkel zu bringen, was aufwendig sei. „Wir müssen auch prüfen, ob Kinder im Alter von ein bis drei Jahren geschlagen worden sind und ob es Grobheiten gab.“ Längst nicht alle Zeugen seien vernommen.

Das sagt der Betreiber

Die Geschäftsführerin des Trägers der Kinderkrippe betont, den Fall sehr ernst zu nehmen. Sie sprach von einem Verdacht der Kindswohlgefährdung, der weiterhin nicht bestätigt ist, da Aussage gegen Aussage stehe. Sie bezieht sich auf eine Stellungnahme des Landratsamtes, woraus hervorgeht, dass momentan nicht von Kindswohlgefährdung gesprochen werden kann. Die Untersuchungsergebnisse sollen abgewartet werden.

Der Träger der Kinderkrippe hat eine neue Leitung eingesetzt und das Team verändert. Er arbeitete eng mit dem Jugendamt zusammen. Außerdem wird die neue Leitung die pädagogisch-konzeptionelle Ausrichtung für verändern. Vermutlich habe es im Team Unstimmigkeiten gegeben, die die Gesamtsituation beeinflusst habe. Wichtig sei es nun, den Fall aufzuklären. Nicht richtig sei es aber, jemanden vorzuverurteilen.

Das Jugendamt ist auch involviert

Das Jugendamt berichtet, dass im September das Landratsamt Elternbeschwerden erreichten, die eine schlechte Kommunikation der Einrichtung mit den Eltern zum Gegenstand hatten. Diese hätten aber kein Indiz auf Kindeswohlgefährdungen enthalten. Unverzüglich habe ein Gespräch mit dem Trägervertreter sowie der Einrichtungsleitung stattgefunden, im Rahmen dessen unter anderem die Teilnahme an Schulungen und die Etablierung regelmäßiger Rücksprachen mit der Kindertagesstättenaufsicht vereinbart wurden.

Ende Oktober erlangte das Jugendamt erstmals Kenntnis von Hinweisen auf mögliche Gefährdungen. „Es erfolgte daraufhin unverzüglich ein Termin vor Ort, mit welchem die Aufklärung der Vorwürfe eingeleitet wurde, die noch nicht abgeschlossen ist“, so das Jugendamt. Als Sofort-Maßnahme wurde angeordnet, dass keiner der beschuldigten Mitarbeiter alleine mit den Kindern arbeiten dürfe. Beschuldigte Mitarbeiter seien derzeit nicht im Dienst. Momentan bestehe keine Kindeswohlgefährdung. Misshandlungen lagen nach bisherigem Stand der Ermittlungen der Kindertagesstättenaufsicht nicht vor, so das Jugendamt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare