Das Grabkreuz soll zurück auf seinen Platz.
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Das Grabkreuz soll zurück auf seinen Platz.

Fürstenfeldbruck

Familie will Pfarrersgrab wiederherstellen lassen

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Zwölf Jahre lang besuchten die Angehörigen regelmäßig das Grab des ehemaligen Pfarrers von St. Bernhard. Dann war es plötzlich eingeebnet. Wie es dazu kommen konnte, ist zwar immer noch nicht ganz geklärt. Jetzt bemüht sich die Familie von Herbert Ziegenaus aber darum, dass sie es wiederherstellen kann.

Fürstenfeldbruck – 17 Jahre lang war Herbert Ziegenaus Pfarrer in der Brucker Kirchengemeinde St. Bernhard. 2009 wurde er in seiner Heimatgemeinde Kleinberghofen (Landkreis Dachau) beigesetzt. Im Sommer erfuhr die Familie, dass die Grabstätte eingeebnet worden war. Das geschmiedete Grabkreuz, das sich der Geistliche noch zu Lebzeiten ausgesucht hatte, war abgesägt, die Grabumfassung und die Bepflanzung abgetragen.

Das Grab war nicht nur von der Familie regelmäßig besucht worden, sondern auch von vielen Menschen aus anderen Orten, in denen Ziegenaus gewirkt hatte. Er war in der Region stark verwurzelt. Am 14. Mai 1934 als Sohn eines Schreiners in Kleinberghofen geboren, später besuchte er das Gymnasium in St. Ottilien. In München studierte er unter anderem bei Joseph Ratzinger Theologie, ehe er 1961 in Freising zum Priester geweiht wurde. Nach Stellen in Palling im Dekanat Titmoning, Grafing, Thalkirchen und Haag bei Wasserburg wurde er 1987 bis zu seiner Pensionierung 2004 Pfarrer in St. Bernhard. In dieser Zeit lebte er auch in Fürstenfeldbruck im Pfarrhaus der damals noch eigenständigen Kirchengemeinde.

Herbert Ziegenaus starb im Jahr 2009.

Als Martin Ziegenaus (88), der Bruder des langjährigen Pfarrers von St. Bernhard, und seine Frau Josefine (85) feststellten, dass das Grab weg war, waren sie entsetzt. Sie wollten wissen, wie es dazu kommen konnte und wo das Kreuz abgeblieben ist. „Die Ermittlungen dazu laufen“, sagt Friedrich Deschauer. Der Chronist und Archivar von St. Bernhard befindet sich im Austausch mit der Familie Ziegenau. Auch das Erzbischöfliche Ordinariat der Erzdiözese München und Freising sei eingebunden. Zum Stand der Nachforschungen wolle die Familie aber nichts sagen.

Klar ist, dass die Grabstätte einer Verwandten gehört, die nicht in der Region lebt. Sollten die Kosten für die Ruhestätte der Grund dafür sein, dass die Grabstelle platt gemacht wurde, so hatte Neffe Martin Ziegenaus junior (58) gegenüber unserer Zeitung bereits angekündigt, dass er das Grab sofort übernehmen wolle. Vor allem will die Familie es auch wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen – „sobald die Sache aufgeklärt ist“, wie Deschauer berichtet.

Das Problem: Dazu würde auch das Grabkreuz benötigt, das aber immer noch verschwunden ist. Die Familie hofft nun, dass das wertvolle Stück nicht irgendwo im Internet verhökert wird, sondern wieder den Weg zurück zu ihnen findet. Dann könnte es wieder auf der Grabstelle stehen, wo nach wie vor der Leichnam des ehemaligen Pfarrers von St. Bernhard seine letzte Ruhestätte hat.

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