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Der Geschwister-Scholl-Platz

Wegen Sicherheitsauflagen

Faschingsfreunde sagen närrisches Treiben ab

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Der Terroranschlag von Berlin hat Auswirkungen auf das Faschingstreiben im Landkreis: Die Sicherheitsauflagen für den Straßenfasching steigen teils massiv. Die Faschingsfreunde Bruck haben deshalb jetzt ihr für den 18. Februar geplantes Treiben auf dem Geschwister-Scholl-Platz abgesagt. Die Heimatgilde dagegen zieht ihre Rosenmontagsparty durch.

Fürstenfeldbruck – Die Brucker Polizei und das Ordnungsamt verlangen von den Veranstaltern eine durchbruchsichere Absperrung am Geschwister-Scholl-Platz. Die beiden hydraulisch ausfahrbaren Poller sind defekt. Die Lösung: am Zugang zum Platz werden Lkw postiert. 

Das soll verhindern, dass ein potenzieller Attentäter mit einem anderen Laster wie in Berlin in die Menschenmenge rast. Außerdem verlangen Polizei und Ordnungsamt mindestens vier ganztägig eingesetzte Securitys und die Aufstellung zusätzlicher Toilettenhäuschen. 

Den Faschingsfreunden fehlen nach Angaben von Sprecherin Anja Völkl die finanziellen Mittel zur Umsetzung der Auflagen. Alle Kosten seien von den jeweiligen Organisatoren zu tragen. Lediglich die Kurzzeitverlegung der Bushaltestelle am Buchenauer Bahnhof werde von der Stadt gemanagt. 

Daniel Brando von der Heimatgilde indes will am Rosenmontag kurzerhand zwei tonnenschwere Transportlaster quer in die Zufahrt stellen. Kostenpunkt: null Euro. Ein Autovermieter stellt sie zur Verfügung. Ursprünglich wollten beide Vereine das müde gewordene närrische Leben in der Kreisstadt wiederbeleben. Völkl: „Wir halten an dem Gedanken fest und werden ihn zu einem späteren Zeitpunkt realisieren.“ Die Gilde hatte schon wesentlich früher mit den Faschingsplanungen am Geschwister-Scholl-Platz begonnen. Wie geplant wollen die Faschingsfreunde allerdings die für 14. Februar ab 19.30 Uhr organisierte „Prinzenpaare on Ice“-Show auf der seit Anfang des Jahres auf dem Platz stehenden transportablen Eislaufbahn durchführen. 

Michael Fischer von der Brucker Polizei verteidigt die verschärften Auflagen auf Nachfrage. Hintergrund sei die aktuelle Gefährdungslage. Der Geschwister-Scholl-Platz sei bei einer Feier gleichzeitig öffentlicher Raum und Partyzone. Eine mobile Barriere (also der Lkw) habe den Vorteil, dass er einfach zur Seite fahren kann, wenn etwa ein Sanka durchmüsse. Deutschland sei nicht mehr das Deutschland wie vor wenigen Jahren, so Fischer. Die Bürger sollten sehen, dass etwas für ihre Sicherheit getan wird – so soll gewährleistet werden, dass die Leute weiter auf Partys dieser Art gehen und sie nicht aus Sorge meiden. Fischer betont: Ziel der erhöhten Sicherheitsvorschriften sei es, Feiern auch in Zukunft möglich zu machen. Neue Konzepte werde es auch für die Leonhardi-Fahrt geben müssen oder für die Marktsonntage, ergänzte eine Sprecherin der Stadt. Die Polizei fordert außerdem ganz klar auch neue Maßnahmen für das Altstadtfest. Fischer: „Wenn man den Namen Sicherheitsbehörde trägt, dann muss man dem auch gerecht werden.“ Auch für den Faschingszug in Mammendorf – einen absperrbaren Bereich gibt es dort nicht – sei ein neues Sicherheitskonzept mit wesentlich mehr Security-Kräften erstellt worden. 

In Germering gibt man sich unterdessen etwas gelassener. Das Faschingstreiben an der Stadthalle werde man natürlich betreuen, sagte Andreas Ruch von der örtlichen Polizei. Der Platz – ohnehin fast rundherum eingeschlossen – werde aber nicht in einen Hochsicherheitstrakt umgewandelt werden.

lo/st

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