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Schau mal da!“: Martin Warmhold und sein einjähriger Sohn Timo waren ganz begeistert von dem Mini-Bauernhof. Vater und Sohn waren extra aus München zu den Modellbautagen gekommen.

2000 besucher bei Modellbautagen

Faszination der kleinen Welten

Hier wird nichts dem Zufall überlassen: Bei den Modellbautagen im Veranstaltungsforum haben 300 Fans der bunten Steine wieder ihre Miniatur-Welten ausgestellt. Sogar ein Modell eines Bauwerks im Landkreis gab es zu bestaunen.

Fürstenfeldbruck Mini-Bausteine sind nur was für Kinder? Von wegen, das haben am Wochenende wieder die Teilnehmer der Modellbautage im Veranstaltungsforum bewiesen. Unter ihnen war auch Stefan Baptist (41), der seine Leidenschaft für den Modellbau erst als Erwachsener entdeckte. Der Neuling war zum ersten Mal unter den Teilnehmern der Messe.

Das Erstlingswerk: Stefan Baptist hat die Eichenauer Schutzengelkirche nachgebildet.

„Mein Erstlingswerk ist der Nachbau der Schutzengelkirche in Eichenau“, sagt er und zeigt stolz auf das Modell. „Als erstes hat mich der Kirchturm an sich fasziniert“, erzählt er. Dann habe ihn mehr und mehr der Ehrgeiz gepackt. „Ich habe nachgedacht, in welchem Maßstab ich baue, und ich habe Fotos gemacht.“

Allein am Turm hat Baptist zwei Wochen lang getüftelt. „Das war eine Herausforderung.“ Für den Bau hat er schließlich spezielle Elemente benutzt. „Modelle können so detaillierter gebaut werden“, sagt Baptist. Weitere Werke hat er momentan zwar noch nicht geplant. Doch er verrät schon jetzt: „Vielleicht baue ich an Eichenau einfach weiter.“ Schule und Rathaus würden immerhin in Nachbarschaft zur Kirche liegen. Da ließe sich sein Modell gut erweitern.

Tipps für seine weitere Modellbauer-Karriere könnte sich der Neuling bei Reinhard Dörr holen. Denn der 71-Jährige ist ein echter Profi. „Von Kindesbeinen an habe ich schon gebastelt und getüftelt“, sagt der Münchner, der zum dritten Mal in Fürstenfeldbruck ausstellt.

Mit Rittern und Burgen habe er angefangen. Doch auch Boote faszinieren ihn schon lange. So organisierte er sich Werkspläne von großen Schiffen und baute nicht nur detailgetreue, sondern auch funktionstüchtige Modelle. „Das Schiff hier ist schwimmfähig“, sagt er über sein Ausstellungsstück.

Schwimmtauglich und detailgetreu: Das sind die Schiffsmodelle, die Reinhard Dörr gebaut hat.

Und wer weiß, vielleicht wird auch der einjährige Timo irgendwann einmal ein solches Modell bauen. Im Moment interessiert ihn aber der kleine Bauernhof mit den Kühen und den lustigen Figuren noch mehr. Sein Vater Martin Warmhold ist durch ein Plakat zufällig auf die Messe aufmerksam geworden und von München nach Bruck gekommen. Etwas beschäftige er sich schon mit Funktionsmodellbau, verrät er. Insbesondere Helikopter und Luftkissenboote faszinieren den 30-jährigen. „Toll, was es hier alles an Tüftelei gibt. Da will ich mir schon ein paar Tipps abholen.“

Und die geben die Aussteller natürlich gerne. Einige sind sogar bis aus Tschechien, Belgien und Italien angereist, sagt Veranstalter Hermann Unverdorben. „Das ist hier wie eine große Familie, die das Hobby gemeinsam erleben will.“ Die Messe sei auch eine gute Gelegenheit, um Modellbau-Nachwuchs anzulocken. Und Unverdorben zeigt sich zufrieden damit, dass Modellbau vermehrt wieder junge Menschen anspricht. Er sagt: „Wenn du auf dem PC die Entertaste drückst, ist dein virtuelles Modell weg. Wenn du aber ein echtes Modell gebaut hast, bist du stolz darauf.“

(hk)

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