Steuerzahler arbeiten ab heute in eigene Tasche
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Der SCF bekommt keine Jugendförderung.

Fürstenfeldbruck

Fehlende Unterlagen: Stadt streicht SCF die Jugendförderung

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Stadt hat heuer insgesamt 90 000 Euro Zuschüsse an die Brucker Sportvereine ausgeschüttet. Der SC Fürstenfeldbruck ging dabei leer aus.

Fürstenfeldbruck –  Aus dem Rathaus heißt es, dass der Verein trotz mehrfacher Fristverlängerungen die geforderten Unterlagen nicht eingereicht hatte.

Insgesamt 24 Vereine wurden vom Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport (ISJS) mit den Zuschüssen bedacht. Der BSV Playhouse (122,50 Euro), der Eislaufverein (2520 Euro) und der TuS (5807,04 Euro) erhielten Zuschüsse für Einzelmaßnahmen im Jugendbereich. Der Restbetrag von knapp 81 500 Euro teilte sich auf die Vereine auf. Die Höhe richtete sich dabei nach der Anzahl der Kinder und Jugendlichen im jeweiligen Club.

Der SCF hatte 202 Jugendliche gemeldet. Der Verein könnte für diese laut OB Erich Raff einen Zuschuss in Höhe von rund 4500 Euro abrufen. In der Übersicht über die auszuschüttenden Fördergelder stand aber eine Null. Laut Michael Maurer, Leiter des städtischen Sportamts, habe der SCF als einziger Verein nicht die geforderten Unterlagen beigebracht. „Er hat die Förderrichtlinien damit nicht erfüllt“, ergänzte Raff.

Unter anderem würden die Jahresabschlüsse seit 2015 sowie die BLSV-Mitgliederstandserhebung fehlen. Der Verein sei zwischen dem 10. Januar und dem 4. Mai viermal aufgefordert worden, die Unterlagen vorzulegen. Die letzte gewährte Frist sei am 11. Mai abgelaufen. Wie Maurer weiter ausführte, sei statt der Unterlagen ein Schreiben eines Rechtsanwalts des SCF eingegangen, in dem ein Rechtsanspruch auf die Zuschüsse konstruiert würde. „Diesen Rechtsanspruch sehen wir aber nicht“, sagt Maurer bei der Sitzung.

Laufende Ermittlungen

Alexa Zierl (ÖDP) sah dies jedoch anders. Der SCF hätte die Zahl der Kinder und Jugendlichen und eine Bestätigung über die Gemeinnützigkeit des Vereins vorgelegt. Das seien die Unterlagen, die auch der Landkreis und der Freistaat für die Gewährung von Zuschüssen fordere. Darüber hinaus hätte die Stadt vom SCF umfangreichere Unterlagen als von den anderen Vereinen angefordert.

Sportreferent Martin Kellerer (CSU) verwies darauf, dass es in den Richtlinien auch heißt, dass darüber hinaus weitere Unterlagen eingefordert werden können. „Wir haben den SCF immerhin vor der Insolvenz gerettet, da ist es doch nachvollziehbar, dass man da genauer hinschaut.“ Maurer erklärte, dass man in den Vorjahren die Zuschüsse wegen der drohenden Insolvenz auch ohne die Unterlagen ausbezahlt habe. „Genau deshalb, weil die Insolvenz abgewendet ist, haben wir diese Unterlagen jetzt angefordert.“

Zierl verwies auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den OB und Mitarbeiter der Stadt. Der Verein wolle denen in diesem Zuge keine brisanten Unterlagen vorlegen. „Statt der Jahresabrechnung hat der SCF die Steuerbescheinigungen des Finanzamtes vorgelegt“, so Zierl. Dieses prüfe sicher sehr genau. Raff konnte den Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und der Vorlage im Rahmen der Förderrichtlinie nicht erkennen.

Zierls Antrag, die Fördergelder vorerst zu gewähren, sich aber das Recht einer Rückforderung vorzubehalten, wenn später Gründe gegen den Zuschuss auftauchen, lehnten die ISJS-Mitglieder mit 1:14 Stimmen ab. Die Freien Wähler hatten zunächst damit geliebäugelt, das Geld für den SCF zurückzuhalten und eine weitere Frist zu setzen. Am Ende stimmten aber auch sie gegen Zierls Forderung nach der errechneten Ausschüttung. 

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