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Ausgelassene Stimmung herrschte bei den Gästen im Zirkuszelt. Bei Musik und Essen wurde die deutsch-kroatische Freundschaft ausgiebig gefeiert. 

Freundschaft mit Kroatien

Fest zum Jubiläum der Partnerschaft Fürstenfeldbruck-Zadar

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Kroatische Musik auf einem bayerischen Volksfest, passt das? Und wie! Das bewies das deutsch-kroatische Freundschaftsfest im Zirkuszelt.

Fürstenfeldbruck – Als die Gruppe Klapa Diadora nach einigen Liedern das halbe Zirkuszelt zum Tanzen bringt, da ist klar: Es sind einige Brucker auf das Volksfest gekommen, die des Kroatischen mächtig sind und die Lieder mitsingen können. Der Auftritt der vier Männer aus Zadar ist einer der Höhepunkte des kroatisch-deutschen Freundschaftsfestes.

30 Jahre Städtepartnerschaft mit Zadar müssen schließlich gefeiert werden. Der Samstagabend im Zirkuszelt ist so etwas wie der herzlich-legere Teil der Feierlichkeiten. Dumm ist nur, dass die offizielle Delegation aus Zadar wegen eines wichtigen Wahlkampftermins schon zuvor abgereist ist.

Kroatische Stücke

Klapa Diadora repräsentiert Zadar deswegen alleine an diesem Abend. Sozusagen in Vertretung feiern die vielen kroatisch-stämmigen Bürger aus Fürstenfeldbruck an diesem Abend mit. Einer davon ist Davor Colner. der lange Jahre in der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft tätig war. Colner selbst tritt an dem Abend gleich zwei Mal auf. Einmal spielt er zusammen mit seinem Partner Ivan Skvorc traditionelle kroatische Stücke, beim zweiten Auftritt gibt es Rock- und Popklänge zu hören. „Gerade wir Kroaten im Ausland machen das auch für unsere Kinder“, sagt Colner zu seinem langen Engagement für den Länderaustausch.

Es ist eine schöne Mischung, die die Organisatoren für das Freundschaftsfest zusammengestellt haben. Viel Musik, eine Folkloregruppe aus München , ein bayerischer Schuhplattler und Sebastian Pittrich von der Brucker Band Cheerio Joe spielt zwischendurch mit seiner Gitarre eine Rock-Version der Europahymne. Die darin besungene Einigkeit scheint auch auf die Gäste überzugreifen.

Zeljko Nihovic ist einer der vier Sänger von Klapa Diadora. Er ist das erste Mal in Fürstenfeldbruck zu Besuch, aber hat schon eines, wenn nicht das größte Lob. Er vergleicht die Brucker mit seinen eigenen Landsleuten: „Die Leute aus Bayern kommen mir so vor, als wären sie wie die Leute aus Dalmatien.“

Festakt im Alten Rathaus

Mit einem Festakt im Alten Rathaus wurde das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft von Fürstenfeldbruck und Zadar gewürdigt. Die beiden Stadtoberhäupter bekräftigten die Verbindung mit ihrer Unterschrift. „Die Partnerschaften der Städte und Gemeinden sind der ideale Ort internationaler Begegnungen. Sie sind Völkerverständigung im bestverstandenen Sinn.“

 So erinnerte Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister Erich Raff daran, dass der Beginn der Partnerschaft noch in politisch unruhigen Zeiten lag. 1989 gehörte das im Süden Kroatiens liegende Zadar noch zu Jugoslawien, die Stadt erlitt im Kroatienkrieg zahlreiche Schäden. „Ich glaube, wir sind alle dankbar, dass das Bestreben einzelner Gruppen. Europa auseinanderzubringen, gescheitert ist“, betonte Raff. Er empfinde Freude darüber, dass das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft in einem friedlichen Miteinander gefeiert werden könne, so Raff. Daran hätten auch die Gründerväter wie der frühere Brucker Bürgermeister Max Steer, der damalige Amtskollege in Zadar, Zivko Kolega, oder der Partnerschaftsreferent jener Tage, Lukas Drexler, großen Anteil. 

Krankheitsbedingt hatte Kolega seinen Besuch in der Großen Kreisstadt absagen müssen. Zadars aktueller Bürgermeister Branko Dukic sah die 30 Jahre andauernde Beziehung „auf gegenseitigen Respekt, Unerstützung, Freundschaft und Verständnis aufgebaut“. Deshalb stehe Fürstenfeldbruck in den Herzen der Zadarer als Mitglied ihrer Familie, das geliebt, geehrt und geschätzt werde. Dukic wies darauf hin, dass die Grundschule in Zadar seit Jahren ein Schüleraustauschprogramm und die Möglichkeite des Erlernens der deutschen Sprache biete. „So bauen wir auch auf diese Weise Brücken für die Zukunft“, erklärte Dukic. Man freue sich auf neue Treffen, neue Kontakte und viele gemeinsame Projekte. Für Dukic war der Aufenthalt in der Großen Kreisstadt nur von kurzer Dauer. 

Wegen politischer Verpflichtungen in seiner Heimat konnte er nicht an dem Festabend teilnehmen, der am Samstagabend im Rahmen des Brucker Volksfestes stattfand. Stolz über die Würdigung Zadars zeigte sich Vladimir Duvnjak, Generalkonsul der Republik Kroatien in Bayern. Dass dies auf kommunaler Ebene geschehe, sei besonders wichtig. „Weil es die persönliche Verbindungen betont“, so der Generalkonsul. Stolz könne Zadar zudem auf seine prominenten Botschafter sein. Im Fußballland Deutschland dürfe man es schon erwähnen, dass der Weltfußballer und Vize-Weltmeister Luka Modric aus Zadar stamme. Im Zirkuszelt wurde dann am zweiten Abend des Volksfestes ein kroatisch-deutsches Freundschaftsfest gefeiert. Die Bands „Cheerio Joe“ und „SDT“ sorgten für den Rahmen, mit dem die 30-jährige Verbindung zwischen Fürstenfeldbruck und Zadar auch musikalisch gewürdigt wurde.

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