Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt
Die explosive Lebensfreude der Akteure braucht keine Sprache. tb-foto

In Bruck

Festival startet schleichend und endet vibrierend

Fürstenfeldbruck – Furioser hätte der Start des Tanzfestivals „dancefirst“ nicht ausfallen können. Vor vollem Haus im Veranstaltungsforum gastierte die kanadische Kompanie „Les 7 doigts de la main“ mit ihrer Weltklasse-Show „Cuisine et Confessions“.

Um das Fazit vorwegzunehmen: Für das, was sich da vor einer überdimensionalen Küchen-Kulisse abspielte, bräuchte es Superlativen, die noch nicht erfunden sind.

Kurz vor Beginn der Vorstellung ist der Zuschauerraum noch erleuchtet, der Blick auf die Bühne frei. Dort stehen ein riesiges Regal mit Kochutensilien, eine Leiter und eine Kücheninsel, ein paar Leute werkeln dazwischen herum, eine Zitrone und ein Ei fliegen ins Publikum und wieder zurück. „Hat das jetzt schon angefangen?“, wundert sich eine Zuschauerin. Ja, hat es!

Der schleichende Beginn ist Teil des Konzepts, das auf die übliche Distanz zwischen Künstlern und Publikum bewusst verzichtet. Die Darsteller auf der Bühne sollen als Menschen wahrgenommen werden und nicht als die Ausnahme-Wesen, die sie auch sind. Das zeigt sich, als das Licht im Zuschauerraum erloschen ist und kein Zweifel mehr daran bestehen kann, dass die Vorstellung läuft.

Mit Gelenken wie Sprungfedern, Sehnen wie Gummibändern und unbändigen Kräften ausgestattet, springen, fliegen, schweben und tanzen die acht Mitwirkenden durch ihre WG-Küche und erzählen Geschichten mit und ohne Worte. An das Englisch mit starkem französischem Akzent hat man sich schnell gewöhnt. Zumal die Darsteller als Gag deutsche Küchenvokabeln wie Käsereibe und Topfdeckel einbauen. Einer vertut sich im Land und spricht zwischendurch Schwedisch. Die explosive Lebensfreude der Akteure braucht ohnehin keine Sprache. Eine perfekte Choreografie lässt alles zufällig und spielerisch wirken, dabei regiert äußerste Präzision. Dann wieder stehen einzelne Akrobaten im Mittelpunkt. Einer springt durch senkrecht aufeinander gestellte Holzrahmen, eine andere vollführt an Geschirrtüchern eine Vertikalseilnummer, ein Dritter saust kopfüber an einer Feuerwehrstange in die Tiefe und stoppt erst, als die Haarspitzen fast den Boden berühren – mehr als einmal bleibt den Besuchern kollektiv die Luft weg.

Zum Verschnaufen gibt es zwischendurch humorige Einlagen. Zuschauer werden auf die Bühne geholt. Eine Dame im schwarzen Kleid muss kosten, was gerade am Herd zusammengerührt wurde. Steve, Susi und Olaf bekommen ein Mikrofon in die Hand gedrückt und dürfen ein Gespräch improvisieren. Nach zwei Dritteln des Programms werden alle Zuschauer gebeten, ihre Handy-Timer auf einen 36-Minuten-Countdown einzustellen. Prompt wird es am Schluss der Vorstellung allenthalben summen, vibrieren und piesen. (Ulrike Osman)

Die dancefirst-Termine:

5. Juli mit der französischen Compagnie Accrorap, 29. und 30. Juli zwei Produktionen von Südafrikas Choreographie-Star Dada Masilo (Swan Lake und Carmen). 13. Juli Bavarian Summit und 14. Juli Made in FFB.

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