Drinnen und draußen am Lagerfeuer hat Lisana Hartl einen Winter lang experimentiert.

Fürstenfeldbruck

Feuer-Fest am Grill: Firmenchefin schreibt ausgefallenes Kochbuch

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Die Grillsaison ist in vollem Gange. Aber müssen es immer Würstl oder Steaks sein? Nein, findet Lisana Hartl. In ihrem Kochbuch „FeuerFest“ zeigt die Geschäftsleiterin des Brucker Familienbetriebs „Münchner Kindl Senf“, was man sonst noch so alles überm Feuer brutzeln kann. Wer jetzt allerdings denkt, dass Senf darin eine Hauptrolle spielt, der irrt.

Fürstenfeldbruck „Grillen an sich finde ich langweilig“, sagt die 32-Jährige. Jedenfalls dann, wenn das Gerät in die hinterste Ecke des Gartens verbannt wird und ein einsamer Griller davor steht, während allen anderen auf der Terrasse der Magen knurrt. Für Lisana Hartl ist Grillen vor allem ein Gemeinschaftserlebnis, bei dem man mit Freunden am offenen Feuer sitzt und gemeinsam leckere Sachen zubereitet.

80 frustfreie Rezepte für den Grill und das offene Feuer

Und genau dafür hat sie 80 Rezepte zusammengestellt, „alle total einfach“, wie sie verspricht. Frustfreies Kochen ist ein Motto, dem sie sich verpflichtet fühlt. Da gibt es Schupfnudeln, Austernpilz-Burger, Kräuterpfannkuchen, Feuerkäse, Gnocchi in Salbeibutter, Popcorn mit Sahnekaramell – alles von der Autorin selbst entwickelt und getestet. Alles tauglich für die Zubereitung über offenem Feuer, aber auch auf dem herkömmlichen Gartengrill oder am Küchenherd.

Rezepte-Test am Lagerfeuer 

Einen ganzen Winter über hat Lisana Hartl jedes Wochenende im Garten ihrer Eltern experimentiert. Am Lagerfeuer testete sie ihre vielen Ideen und lud die Familie zum Probeessen ein. Die größte Schwierigkeit bestand darin, jeden Schritt zu notieren, denn privat kocht die 32-Jährige am liebsten intuitiv. „Es war eine Herausforderung, alles aufzuschreiben.“

Verlag lässt der Autorin freie Hand

Einen passenden Verlag hatte sie bereits gefunden, ganz zufällig auf einer Biofachmesse, wo Hartl mit ihrer Firma „Münchner Kindl Senf“ vertreten war. Schon ein paar Monate später wurde gemeinsam ein Konzept entwickelt und die Zusammenarbeit besiegelt. Der Verlag ließ der Kochbuch-Autorin viel Freiheit. Sie hat alle Fotos selbst gemacht – bis auf die wenigen, auf denen sie selbst zu sehen ist. Sie hat die Seiten mit entworfen, die Überschriften gezeichnet und an den Anfang jedes Kapitels ein Foto ihrer eigenen Notizzettel gestellt.

Senf nicht im Mittelpunkt

Auf ihren Wunsch hin wurde Recyclingpapier verwendet, was das Kochbuch rustikal wirken lässt und es von Hochglanz-Exemplaren abhebt. Ein Marketing-Vehikel für die Produkte des Familienbetriebs soll das Kochbuch nicht sein. Senf kommt zwar in einigen Dressings und in Gerichten wie dem Club-Senfwich vor, steht aber nicht im Mittelpunkt.

Die meisten Rezepte sind vegetarisch, doch der Leser erfährt auch, wie man Chili con Carne oder ein Rindergulasch über dem Feuer zubereitet und wie man Steaks richtig grillt. Außerdem gibt Lisana Hartl Tipps für die Nachhaltigkeit des Freiluft-Kochens. Sie reichen vom korrekten Aufschichten des Lagerfeuers („das kann ich jetzt im Schlaf“) bis zum selbstgemachten Anzünder aus Kerzenresten. Nicht fehlen darf der Hinweis, dass offenes Feuer auf dem eigenen Gartengrundstück grundsätzlich erlaubt ist, wenn es eine geeignete Feuerstelle gibt und die Nachbarn nichts dagegen haben. „Am besten“, rät Hartl, „lädt man sie hin und wieder ein.“

„FeuerFest -

Kochen und Grillen mit Freunden am Feuer“ von Lisana Hartl ist im Hädecke Verlag erschienen und kostet 22 Euro.

Es muss nicht immer Fleisch sein: Chili mit und ohne Fleisch

Extra für die Tagblatt-Leser hat Lisana Hartl eines ihrer Lieblingsrezepte aus dem Kochbuch zum Nachkochen herausgesucht. Chili con und sin Carne 

Zutaten: 50 Gramm Knollensellerie, 2 Zwiebeln, 1 kleine Möhre, 1 Chilischote, 2 Knoblauchzehen, Olivenöl, 1 rote Gemüsepaprika oder ½ Glas Grillinger Salsa Soß’, 450 g Rinderhackfleisch, 1-2 Teelöffel Oregano getrocknet, ½ TL Kreuzkümmel, 1 TL Paprikapulver, Salz & schwarzer Pfeffer frisch gemahlen, 250 ml Gemüsebrühe, 600 g Tomatenpassata, 2 Dosen Kidneybohnen (à 400 g), 1 Dose Mais (500 g). 

Passende Beilagen: Feuerkartoffeln, Fladenbrot, Schmand oder Joghurt, Tortilla-Chips. 

Rezept für 4-6 Portionen, Zubereitungszeit 90 Min. 

Wenn man draußen grillt, gerade bei kalten Temperaturen, ist es von Vorteil, wenn die Schnippelarbeiten schon vorher drinnen erledigt werden können und man alles fertig vorbereitet zur Kochstelle mitbringt. Sellerie und Zwiebeln schälen und fein würfeln. Möhre eventuell schälen, würfeln. Chilischote waschen und entkernen, Knoblauch schälen, beides klein würfeln. Falls eine Paprika statt der Sauce verwendet wird, diese waschen, putzen und klein würfeln. Olivenöl in den Feuerkessel geben, erhitzen und dann das Gemüse bis auf den Knoblauch und die Chili dazugeben. Das Gemüse etwa fünf Minuten anschwitzen, dann das Hackfleisch, den Knoblauch, die Chili, Oregano, Kreuzkümmel, Paprikapulver und etwas Salz und Pfeffer dazugeben und zehn Minuten unter Rühren anbraten. 

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Feuerkartoffeln parallel zuzubereiten. Gemüse und Hackfleisch mit der Brühe und den passierten Tomaten aufgießen. Die „Grillinger“-Sauce dazugeben und etwa 30 Minuten vor sich hin köcheln lassen. Je länger desto besser wird das Chili. Zum Schluss kommen die Bohnen und der Mais in den Kessel. Nochmals abschmecken. Serviert wird mit Feuerkartoffeln, Tortilla-Chips und einem Klecks Schmand. Für die vegetarisch-vegane Variante statt Hackfleisch 450 g festen Tofu verwenden, mit den Händen zerbröseln, bis die Masse eine krümelige Konsistenz hat. Das Öl in den Topf geben und den Tofu mit etwas Salz richtig scharf anbraten, bis er goldbraun und knusprig ist. Dann kommen das Gemüse und die Gewürze dazu und die Zubereitung des Chili sin Carne geht weiter wie im Rezept mit dem Hackfleisch.

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