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Entstehung eines Gewerbegebiets

Bessere Zusammenarbeit der Kommunen gefordert

IHK: Firmen sind nicht Schuld am Flächenfraß

 Die IHK kritisiert das geplante Bürgerbegehren für Obergrenzen bei der Flächenausweisung als irreführend und schädlich. Die Industrie belege nur einen verschwindend geringen Anteil der Flächen im Landkreis. 

Fürstenfeldbruck Man sehe sich als Sündenbock. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, so Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck.

Zum Beweis seiner Aussage verweist Steinbauer auf Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Nach denen belegen Industrie und Gewerbe 0,9 Prozent der Flächen im Landkreis, Handel und Dienstleistungen 0,5 Prozent. 81,4 Prozent entfallen auf Grünflächen und Landwirtschaft, 17,2 Prozent auf Siedlungs- und Verkehrsflächen. „Auf geringem Raum stellen wir die Arbeit und den Wohlstand zur Verfügung, von denen die Region profitiert“, bilanziert Steinbauer.

Der Anteil der Grünflächen im Kreis Fürstenfeldbruck entspricht etwa dem Durchschnitt im gesamten Freistaat. Dachau, Freising und Erding etwa haben weniger Waldflächen. Einschränkungen der kommunalen Planungshoheit würden die Bodennutzungsarten nur unnötig in Konkurrenz setzen, so die IHK. „Wenn wir die Konkurrenz zwischen Wohnungsbauern und Industrie um Boden verschärfen, treibt das den Preis. Leidtragende sind die Bürger“, prognostiziert Michael Steinbauer. Die IHK plädiert für mehr Effizienz in der Flächennutzung. Ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement soll bestehende Flächen optimal ausnutzen.

Als Beispiel für die Probleme im Landkreis führt Steinbauer die Deutsche Doka Schalungstechnik an, bei der er Personalleiter ist. In den 1990er-Jahren wollte die Doka die Betriebsräume um ein Stockwerk erweitern. Die Gemeinde Puchheim lehnte ab. Doka baute in Maisach neu. Die alten Gebäude standen jahrelang leer – verschwendeter Platz. „Kommunale Eigeninteressen zwangen uns zur Flächenverschwendung.“

Die IHK fordert unter anderem, dass Kommunen Ausgleichsflächen anderer Kommunen übernehmen können. Weist etwa Germering ein Baugebiet aus, solle auch eine ländlichere Gemeinde die ausgleichenden naturdienlichen Maßnahmen durchführen dürfen. Im Gegenzug sei eine Ausgleichszahlung für die ländlichere Gemeinde denkbar. Für den Landkreis wäre das Ergebnis identisch, die Orte könnten ihren Charakter stärken. Das Landesamt für Umweltschutz hielte den Plan für umsetzbar.

Auch interkommunale Gewerbegebiete seien wichtig für die Zukunft, findet Steinbauer. Der Gewerbepark Inning/Wörthsee und das Gewerbegebiet Bruckbach zwischen Wolnzach und Rohrbach seine Beispiele für das Erfolgspotential gemeindeübergreifender Planungen. Im Landkreis fehlten derartige Ansätze völlig.

Die Offensive der IHK sei kein Versuch, den Landkreis in ein großes Gewerbegebiet zu verwandeln, stellt Steinbauer klar. „Wir wollen unseren Flächenanteil langfristig nicht auf fünf oder zehn Prozent steigern. Es geht viel mehr um die bessere Nutzung bestehender Flächen als die Erschließung neuer.“ Er will Baulücken schließen, setzt auf Umnutzung, Revitalisierung und Zusatzgeschosse.

Als Beispiel für Zukunftschancen führt Steinbauer den Fliegerhorst an. Die gut angebundene Fläche biete ideale Voraussetzungen für Industrie und Mischbebauung. Die IHK könne sich auch Tagungszentren oder kreative Industrie dort vorstellen. Beide erzeugen keine Verschmutzung. „Details müsste man mit den Behörden besprechen. Uns wäre nur wichtig, von Anfang an in die Entscheidung einbezogen zu werden“, so Steinbauer.  mas

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