Der Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck.

Es gibt viele Ideen

Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck auf dem Weg in die zivile Zukunft

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Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck war einst die Wiege der deutschen Luftwaffe. Nun aber steht er vor der Auflösung. Es gibt viele Ideen, wie man das Gelände danach nutzen könnte. 

Fürstenfeldbruck - Das Aus für den militärischen Betrieb am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck wurde im Jahr 2011 im Zuge der Bundeswehrreform verkündet - nach über 75 Jahren als Teil der Geschichte Fürstenfeldbrucks. Hieß es zunächst, dass alle Dienststellen im Jahr 2018 Fürstenfeldbruck verlassen haben sollen, so wird offiziell nunmehr das Jahr 2023 als Abzugsdatum genannt. Die Offizierschule der Luftwaffe wird im fränkischen Roth neu gebaut. Das Flugmedizinische Institut soll nach Euskirchen verlegt werden. Die früher in Fürstenfeldbruck stationierte Division hat den Standort als Erste bereits verlassen. 

Das Gelände des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck - auch „Fursty“ genannt -  umfasst 224 Hektar und befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die den Auftrag hat, es dereinst gewinnbringend zu vermarkten. Die Planungshoheit von weiten Teilen des jetzt noch militärisch genutzten Areals liegt bei der Stadt Fürstenfeldbruck. Bereits im Jahr 2009 abgegeben wurde das Gelände rund um die große Startbahn in Richtung Maisach. Hier entsteht eine Umfahrung für den Ort. 

Ebenfalls Teil der offiziellen Planung ist der Bau einer Trabrennbahn, deren Realisierung unter Beobachtern aber als sehr unwahrscheinlich gilt. Außerdem hat die Firma BMW hier ihre Driving Academy aufgebaut, wobei die Autobauer wegen der Naturschutzproblematik – große Teile sind als Fauna-Flora-Habitat (FFH) gelistet – die Anlage für Fahrsicherheitstraining bislang nicht so ausweiten konnte wie gewünscht. Das als äußerst schwierig geltende und möglicherweise sogar EU-weit einzigartige Verfahren läuft. 

Als offiziell unklar muss im Moment gelten, welche Rolle Altlasten im Boden bei der Nachnutzung spielen könnten. Augenzeugen jedenfalls berichten gerne davon, dass gerade zur Zeit der US-Nutzung Verschiedenes schlicht vergraben wurde und seither dort sanft ruht. Als nicht unproblematisch bei der Konversion gelten auch die Shelter - frühere Luftschutzbunker, die teils extrem massiv gebaut sind. Auf dem bereits aufgegebenen Areal auf Maisacher Flur wurden solche Bunker bereits abgetragen. Die Bunker auf dem Areal der Stadt Bruck allerdings sind neueren Datums und daher wesentlich massiver als die alten. Ein frührer Fursty-Kommandeur jedenfalls wünschte - etwas spaßig gemeint - den zivilen Nachnutzern „viel Spaß“, sollten sie planen, Shelter abzureißen. Der örtlichen CSU schwebt vor, zumindest einen von ihnen dereinst (in der Westschleife) als Party-Location zu nutzen. 

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: Das ist der Plan für den noch militärisch genutzten Teil

Auf dem Teil von „Fursty“, der jetzt noch militärisch genutzt wird, sollen langfristig Wohnungen gebaut oder Gewerbe angesiedelt werden. Es handelt sich um ein 250 Hektar großes Areal - das ist mehr als 250 Fußballfelder. Die Anrainergemeinden Emmering und Maisach sowie Olching sollen in die Planung der Stadt Fürstenfeldbruck einbezogen werden. Bei der Umwandlung der militärischen Fläche in eine zivile (diesen Vorgang nennt man Konversion) dürfte der Denkmalschutz eine gewisse Rolle spielen. Denn mehrere der Gebäude aus der Zeit des Nationalsozialismus sind damit belegt und dürfen daher nicht oder nur unter bestimmten Auflagen verändert werden. Bekannt sind der Festsaal und der Torturm.

Der alte Tower, vor dem das Olympia-Attentat 1972 endete.

Im Jahr 2014 geriet der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck in die Schlagzeilen, weil es dem Burschenverein aus Unterbrunn (Kreis Starnberg) gelang, den im Gelände sicher verwahrt geglaubten Maibaum der Stadt Fürstenfeldbruck zu entwenden. Die Umstände, unter denen es den Burschen glückte, in den militärischen Sicherheitsbereich einzudringen und von dort den 34 Meter langen Stamm zu stehlen, gelten als ungeklärt. 

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: Frühere Luftkriegsschule beherbergt Flüchtlinge

Ein Teil des Geländes, das früher zu „Fursty“ gehörte, wird heute ganz anders genutzt. In den Gebäuden der früheren Luftkriegsschule ist seit 2016 eine von der Regierung von Oberbayern betriebene Unterkunft für Asylbewerber mit über 1.000 Plätzen untergebracht. Ein Zaun trennt die Einrichtung vom Militärbereich. 

Das Olympia-Attentat

Weltweit bekannt wurde der Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst durch das Olympia-Attentat, das vor dem alten Tower sein blutiges Ende fand. Noch immer wird jedes Jahr an einem Mahnmal vor der Hauptwache an die schrecklichen Ereignisse erinnert. Landkreis und Freistaat bemühen sich derzeit darum, im alten Tower eine dauerhafte Gedenkstätte einzurichten. Im großen Gedenkjahr fand vor dem alten Tower eine viel beachtete Feier zur Erinnerung an die Opfer des Terrors statt. In diesem Zusammenhang besuchte auch GSG9-Gründer Ulrich Wegener den Fliegerhorst und sprach im großen Hörssaal der Offizierschule der Luftwaffe, dem Ludger-Hölker-Saal.

Aus Teilen der Hasenheide wird der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Gegründet wurde der Fliegerhorst im Jahre 1935 - wobei es schon vorher erste Flugbewegungen auf dem Areal zwischen Bruck und Maisach gab, das „Hasenheide“ genannt wird. So führte der Münchner Pilot Hans Jehle im Sommer 1933 mehrere Passagierflüge durch, wie der Fursty-Archivar Harald Meyer in seiner Geschichte des Fliegerhorsts festhält. Ab dem Jahr 1935 wurde die deutsche Luftwaffe massiv ausgebaut. Es entstanden viele Flugplätze - so auch auf den vorher landwirtschaftlich genutzten Flächen der Hasenheide. Sollte zunächst nur ein Notflugplatz errichtet werden, so wurde bald klar, dass ein Flugplatz mit dauerhaftem militärischen Flugbetrieb entstehen soll. Am 1. Oktober begannen die ersten Baumaßnahmen.

Die Offizierschule der Luftwaffe

Für die fliegerische Ausbildung wurde zunächst eine etwa 1000 Meter lange festgewalzte Rasenfläche genutzt. 1943 wurde sie auf einer Breite von 45 Metern betoniert. 1944 erfolgte eine Verlängerung um 500 Meter. Das jähe Ende kam am 9. April 1945: Die US-Streitkräfte flogen den ersten und letzten Angriff auf den Fliegerhorst. Startbahn, Rollwege und technische Bereiche wurden weitgehend zerstört. Nur die Unterkünfte wie etwa der Kilometerbau blieben intakt.

Am 29. April 1945 marschierten die Amerikaner in Bruck ein. Ein Jahr darauf wurde der Fliegerhorst laut Meyer zur Heimat  der 36.th US Fighter Wing. Das war der erste Verband der US-Air Force im Nachkriegseuropa mit Düsenflugzeugen. Den Amerikanern verdankt das Areal auch den Namen „Fursty“.

Der so genannte Streichelzoo: im Militärareal sind alte Maschinen ausgestellt.

1946 und 1947 wurde die Start- und Landebahn an beiden Enden um je 300 Meter verlängert, später nochmal um 500 Meter in Richtung Westen. Dabei musste auch das Gut Felden weichen - ein landwirtschaftliches Gehöft, das direkt in Verlängerung der Startbahn lag. Das Gut Felden war freilich auch beim Luftangriff auf den Fliegerhorst stark beschädigt worden. Mit der letzten Erweiterung aus dieser Zeit erhielt die Startbahn seine endgültigen Maße von 2744 Metern Länge und 46 Metern Breite. 

Für die Bevölkerung Fürstfeldbrucks entstanden gut bezahlte Arbeitsplätze in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. 1946 arbeiteten auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck rund 1400 deutsche Zivilangestellte. Die deutsche Luftwaffe übernahm den Standort im Jahr 1957. 

Ein Saal im früheren Unteroffizierheim. In dem Gebäudekomplex sind heute Asylbewerber untergebracht.

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: Das geschah am 5. April 1957

In Erinnerung gehalten werden bis heute beispielsweise die Geschehnisse des 5. April 1957. An jenem Tag geriet der US-Pilot Richard Higgins beim Überfliegen der Stadt in eine Notlage. Er steuerte die Maschine in unbewohntes Gebiet, um eine Katastrophe in der Stadt Fürstenfeldbruck abzuwenden und missachtete dabei den Ausstiegsbefehl des Towers. Der in etwa 80 Metern Höhe eingeleitete Rettungsausstieg misslang und Higgins verstarb noch an der Unfallstelle. Higgins wurde in der Stadt für seine Heldentat mehrfach postum geehrt. So trägt eine Schule seinen Namen sowie eine Straße. Außerdem existiert eine Gedenktafel.

Fursty wird zur Wiege der Luftwaffe

Nach dem Nato-Beitritt der Bundesrepublik Deutschland kamen deutsche Offiziere nach Fürstenfeldbruck. Ihr Ziel: Die schrittweise Übernahme des Fliegerhorstes durch die Luftwaffe, wie Chronist Harald Meyer schildert. Nach einer gemeinsamen Phase der Bundeswehr und der US-Streitkräfte  wurde der Fliegerhorst am 1. November 1957 von der bundesdeutschen Luftwaffe übernommen und offiziell am 14. Dezember 1957 übergeben. Ein wichtiger Meilenstein war die Verlegung der Offiziersschule der Luftwaffe von Neubiberg nach Fürstenfeldbruck. In diesem Zuge wurde eine neue moderne Offiziersschule, das sogenannte „Blaue Palais“, gebaut und 1977 fertiggestellt - es ist bis heute in Betrieb. 

Der Flugbetrieb wurde im Jahr 2003 endgültig eingestellt, nachdem das Jagdbombergeschwader 49 (JaboG) 1991 aufgelöst worden war. Die Fluglehrgruppe wurde im Jahr 1997 aufgelöst. Damit startete auch der letzte Alpha Jet von Fursty aus.

Die Flugschauen zogen tausende Zuschauer an.

In der Zeit zuvor zogen Flugtage hunderttausende Besucher an. Der letzte Tag der offenen Türe fand am 18. Juli 1992 statt. 180 000 Besucher kamen an diesem Tag - der große Andrang übertraf alle Erwartungen und wurde von den Organisatoren als Beweis für die Akzeptanz der Bundeswehr, hier speziell der Luftwaffe, bewertet, schreibt Chronist Harald Meyer. 

Anekdote aus dem Jahr 1961

Die damals weltberühmten Königinnen des Tanzes, die Kessler-Zwillinge, hielten sich im Sommer des Jahres 1961 im Fliegerhorst auf, um einen Film zu drehen. Titel: „Zu jung, um blond zu sein.“ Den Zwillingen und Regisseur Michael Pfleghar wurde angeboten, in Jets mitzufliegen. 

Die Kessler-Zwillinge in Fursty.

Entsprechende Untersuchungen und ein Test in der Unterdruckkammer folgten. Die Kessler-Zwillinge absolvierten einen Rundflug von einer Stunde Länge, ist überliefert. Pfleghar, in der einer anderen Maschine saß, soll dagegen um eine frühzeitige Landung gebeten haben. Bei der Feier am Abend wurden die Kesslinger-Zwillinge zu Ehrenpiloten der Flugzeugführerschule B ernannt, berichtet Meyer. 

Der Fliegerhorst schrumpft um die Hälfte 

Die Karte zeigt das gesamte Areal des Fliegerhorsts vor der Abgabe der Hälfte der Fläche im Jahr 2005. Die Fläche über der gelben Linie wurde damals aus der militärischen Nutzung entlassen. 

Einschneidender Moment war auch die Abgabe eines Teils des Fliegerhorsts samt großer Startbahn in die Verantwortung der Gemeinde Maisach im Jahr 2005, als sich die Bundeswehr von etwa der Hälfte des ursprünglich an die 500 Hektar großen Areal trennte. „Das tut schon sehr weh“, kommentierte der damalige Generalmajor Norbert Finster - wobei Politiker aus Maisach die Abgabe der Flächen schon sehr früh als große Chance sahen, wie das Tagblatt titelte. Traum damals schon: Der Bau einer Südumgehung für den Ort, mit dem im Januar 2018 nun tatsächlich begonnen wird. 

Die Hauptwache.

Auf einer Teilfläche des damals abgegebenen Areals konnte Maisach die Fahrsicherheitsanlage „Driving Academy“ der Firma BMW ansiedeln, einen Teil nutzt die bayerische Polizei für Fahrsicherheitstrainings. Über all dieser Nutzung aber liegt der Schatten des Naturschutzes: Weite Teile unterliegen der Fauna-Flora-Habitat-Regelung und dürften damit eigentlich nicht verändert werden. Mit einer Bauleitplanung versucht die Gemeinde Maisach seit Jahren, damit umzugehen und der Firma BMW damit mehr Gestaltungsmöglichkeit zu geben als im Moment möglich ist. Unter anderem der Versuch, Ausgleichsflächen im Mallertshofener Forst (ebenfalls bereits unter Naturschutz) zu finden, gilt als schwierig.

Im Jahr 2010 endete mit der rechtlichen Entwidmung des Areals von seiner Eigenschaft als Flugplatz auch die zivilfliegerische Nutzung eines Teils der Fläche. Sie hatte sich auch deshalb nie wirklich etabliert, weil die Gemeinde Maisach einen Weg zum Gelände der Zivilflieger sperrte. Außerdem stießen die Flieger auf großen Widerstand in der Bevölkerung. Die Sorge vor wachsendem Fluglärm war gerade in Maisach und Gernlinden, aber auch in Olching groß. Das Ziel der Flieger war es gewesen, mit 5,7-Tonnern einen zivilen Luftverkehr zwischen regionalen Flugplätzen (etwa nach Frankfurt) zu organisieren und am Standort Fursty luftfahrtaffine Betriebe anzusiedeln. 

Das Ehrenmal der Luftwaffe

Etwas außerhalb des militärisch genutzten Areals, an der Lützowstraße, liegt das Luftwaffenehrenmal, im Volksmund auch als als „Elefantenklo“ bezeichnet. Es erinnert an gefallene und tödlich verunglückte Kameraden. 

Das Luftwaffenehrenmal

Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1956, fertig gestellt wurde das Ehrenmal im Jahr 1966. Der Sinnspruch des Mals lautet: „Ihr seid unvergessen.“ Kernstück ist ein fünf auf fünf Meter großer Gedenkstein. Eine Aussparung darin hat die Form des Eisernen Kreuzes. Die Mauer rund um das Kernstück ist nach Süden hin unterbrochen. Der Gedenkstein ist damit um die Mittagszeit hell erleuchtet. Geschaffen hat das Ehrenmal der Architekt Professor Ernst Adolf Zinsser (1904 bis 1985)  in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Professor Kurt Lehmann (1905 bis 1979).

Langfristig ist angedacht, dass die Stadt Fürstenfeldbruck nach dem Abzug der Luftwaffe die Pflege des Denkmals übernimmt. Am Tag vor dem Volkstrauertag findet regelmäßig eine Gedenkfeier statt. Anfang Mai wird außerdem regelmäßig ein Kranz niedergelegt. 

Die einzelnen Gebäude im militärisch genutzten Teil

Die Offizierschule der Luftwaffe: Der Gebäudekomplex wird nach seiner Farbe auch „Blaues Palais“ genannt. In ihm befinden sich Stuben für die Offizieranwärter und Lehrsäle, darunter der Ludger-Hölker-Saal mit Platz für rund 800 Studierende. Der Saal ist benannt nach einem aus dem Westfälischen stammenden Pilots, der seine Ausbildung unter anderem in den USA absolviert hatte. Ludger Hölker saß zusammen mit einem Major in einer Maschine, die am 15. September 1964 vom Militärflugplatz Lechfeld startete und in rund 1000 Metern Höhe in Schwierigkeiten geriet. Die Maschine ging in beständigen Sinkflug über und alle Versuche, etwas dagegen zu unternehmen, scheiterten. Der Major forderte: „Wir müssen aussteigen.“ Ludger Hölker entgegnete: „Noch nicht, erst müssen wir über die Häuser weg.“ Die Maschine glitt hinweg über das Gelände der Firma Hoechst bei Augsburg und erreichte den nordöstlichen Ortsrand der Gemeinde Straßberg. Jetzt betätigten die beiden Piloten ihre Schleudersitze. Der Major wird schwer verletzt, als er am Fallschirm hängend durch Baumkronen fällt. Hölker schlägt mit voller Wucht gegen einen Baum. Beide werden ins Krankenhaus gebracht, wo Hölker allerdings rund drei Stunden später verstarb. Im Bericht der Flugsicherheit wird später festgehalten, dass der verantwortliche Luftfahrzeugführer Hölker bewusst lange im Flugzeug blieb, um einen Absturz auf besiedeltes Gelände zu vermeiden. Weil er sein Leben geopfert hat, um Menschen zu retten, dient Hölker jungen Offizieranwärtern als Vorbild.

Das Blaue Palais entstand in den Jahren 1971 bis 1977 nach Plänen des Münchner Architekten Professor Kurt Ackermann. Das Blaue Palais ist absichtlich als Kontrapunkt versetzt in Bezug auf die alte Waffenschule gebaut. Es soll offen wirken, nicht wie eine Trutzburg. Mit dem Beschluss, Fursty zu verlassen, wurde auch die Entscheidung getroffen, die Offizierschule der Luftwaffe im fränkischen Roth neu zu bauen. Was mit dem Blauen Palais nach dem Abzug der Bundeswehr geschehen soll, ist unklar. Offiziell ist der Gebäudekomplex noch nicht als Denkmal deklariert, Verantwortliche aber haben bereits signalisiert, dass sie den Bau für denkmalwürdig halten.

Die Luftkriegsschule: Sie entstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Kern der Anlage ist der Schulbereich in Form einer Dreiflügelanlage, die einen großen Paradeplatz umfasst. Im Nordflügel sind Repräsentationsräume und die Kommandantur untergebracht, im Westflügel befindet sich der Lehrsaaltrakt. Südlich befinden sich die Unterkünfte.  Etwas entfernt im Osten liegt der fast 1000 Meter lange Kilometerbau. Im Westen angesiedelt sind die Hauptwache, das Offiziercasino und Wohnhäuser. Die zwischen 1935 und 1937 entstandenen Bauwerke wurden Anfang der 90-er Jahre in die Denkmalliste aufgenommen. 

  • Unterkünfte und Fähnrichtsheim: Sie liegen im Süden des Kernbereichs. Hier waren Flugschüler untergebracht, also Fahnenjunker und Fähnriche. Das Fähnrichsheim mit Großküche und Speisesälen ist der Kern dieser Anlage. Teil davon ist unter anderem der große Südwestsaal. Er ist mit Schwertern, Lanzen, Adlern, Löwen, Kentauren und stilisiertem Eichenlaub bemalt.
  • Das Offiziercasino: Der zweigeschossige Sattelbau liegt im Südwesten des Geländes. In dem Haus befinden sich Speise- und Aufenthaltsräume, ein Kaminzimmer, eine Bar, ein Salon und ein Wintergarten. Die ursprüngliche Ausstattung der Räume wurde bei einem Brand im Jahr 1976 weitgehend zerstört. Im Obergeschoss befinden sich Wohnräume für Gäste. 
  • Die Fliegerhorst-Kirche gehört nicht zum ursprünglichen Ensemble. Sie wurde 1950 unter US-Besatzung gebaut. 
  • Torturm und Fahnensaal: Das Gebäude wirkt burgartig. Sein Grundriss ist nahezu quadratisch. Auf dem Dach befindet sich ein Glockenträger. Der Fahnensaal ist ein Repräsentationsraum. Torturm und Fahnensaal gelten als Herzstück der ehemaligen Luftkriegsschule. In den 50- er Jahren wurde in den Saal eine Galerie eingebaut, was nach Einschätzung von Denkmalpflegern die Gesamtwirkung schwer beschädigt. 
  • Die Aula: Sie war der größte Versammlungsraum der Lurftkriegsschule. Später wurde sie als Kino genutzt

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