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In der mittlerweile recht eingewachsenen Pumpstation (oberes Foto) waren die Pumpen für die Befüllung der unterirdischen Tanks und wurden die Vorräte verwaltet

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Hier floss das Kerosin in die Kampfjet-Tanks

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Einst lieferten Kesselwaggons den Treibstoff für die Kampfjets zum Fliegerhorst, später floss er aus der NATO-Pipeline. Bis zu einer Million Liter Kerosin wurde pro Tag abgepumpt. Das Treibstofflager existiert noch heute.

Im Treibstofflager von Fursty, auch POL-Lager genannt, musste immer genug Kerosin für die Jets vorhanden sein. In der Mitte des Hofs stand das grüne Sozialgebäude (linkes Foto). In den Garagen rechts und unter den Schleppdächern links waren die Tankwägen geparkt. Die Unterstellplätze waren auf zwei Seiten offen, sodass die Lkws nicht rückwärts rangieren mussten.

Fürstenfeldbruck – Was wäre ein Fliegerhorst ohne eine ständige Verfügbarkeit von ausreichend Kerosin, also Treibstoff für die Jets? In Fursty gab und gibt es noch heute ein sogenanntes POL-Lager. Das Kürzel steht für Petroleum, Oil and Lubricants, also Petroleum, Öl und Schmierstoffe. Es umfasst eine Pumpstation, ein Kanisterlager, im weiteren Sinn auch die Schleppdächer und Garagen, in denen die Tankfahrzeuge geparkt waren. Und natürlich die unteridischen Tanks.

„Im nördlichen Fliegerhorstbereich hatten wir drei Lager für je 300 000 Liter, im Hauptlager waren es zwei 500 000 Liter Tanks“, berichtet Franz Müller. Der Emmeringer war Ende der 1970er-Jahre als Zeitsoldat und dann ab 1990 als Zivilist Leiter des POL-Lagers. In den früheren Zeiten sei der Fliegerhorst noch mit Eisenbahn-Kesselwaggons beliefert worden. „Die kamen von dem heute noch bestehenden Tanklager in Krailling und sind pausenlos zum Abpumpen angestanden“, erinnert sich Müller. Erst später sei die NATO-Pipeline gebaut worden, die auch die Luftwaffen-Fliegerhorste Penzing und Lechfeld versorgt.

Zu Spitzenzeiten umfasste seine Tankcrew 30 Mann, die täglich bis zu eine Million Liter Kerosin in die Flugzeuge füllte. „Wenn die Crew der amerikanischen Galaxy C5 ‚Einmal volltanken’ wollte, waren allein fast 200 000 Liter weg“, erzählt Franz Müller. Denn Sprit brauchten nicht nur die eigenen Alpha Jets des Jagdbombergeschwaders 49, sondern auch viele Gastmaschinen auf der Durchreise.

Zum POL-Lager gehörte auch ein eigenes Labor, in dem der Treibstoff (Jet Propellant 8, im NATO-Code auch als F34 bekannt) untersucht wurde. In Schleswig legte vor zwei Jahren einmal ein zu hoher Ethanol-Gehalt im F34 einen ganzen Fliegerhorst lahm.

Für die Fliegerhorstfeuerwehr war das POL-Lager immer ein besonders sensitiver Ort, denn die Brandmeldeanlage löste gelegentlich (Fehl)Alarm aus. Oberbrandmeister Martin Zacherl war oft dabei, wenn ein Flugzeug be- oder enttankt werden musste. Das heutzutage haarsträubende Befüllen der Tankwägen im freien Fall mittels eines Galgens hat Zacherl dagegen nicht mehr erlebt.

Die Serie

Der Alte Tower, die Fliegerhorstkirche, der Kilometerbau: Diese Orte auf dem Fliegerhorst kennen die meisten. Doch auf dem Areal befinden sich viele weitere, unbekannte Gebäude. Diese werden in der Serie vorgestellt.

Auch interessant: Das Jabog-Waffenlager

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