Ein Zankapfel: Die Bundeswehr will im Jahr 2023 aus Bruck abziehen. Dann soll dort ein neuer Stadtteil entstehen.

Konversionsausschuss 

Fliegerhorst: Kampf im Vier-Kommunen-Eck

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Die Konversion des Fliegerhorstes ist auf interkommunaler Ebene ein Zankapfel gewesen. Brucks Nachbar-Kommunen lehnen die Planung ab. Die Stadt versucht, die Wogen zu glätten.

Fürstenfeldbruck – Die 61. Änderung des Flächennutzungsplan für den Fliegerhorst ist auf interkommunaler Ebene auf dem Prüfstand gewesen. Und die angrenzenden Gemeinden Maisach und Emmering sowie die Stadt Olching haben sich gegen die Planung der Stadt Fürstenfeldbruck ausgesprochen. Sie sehen ihre Planungshoheit in Gefahr und befürchten ein Verkehrschaos, wenn im Norden Brucks ein neuer Stadtteil entsteht. Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl schreibt sogar, die Gemeinde behalte sich vor, „die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel gegen den Flächennutzungsplan auszuschöpfen“, sollte Bruck die Einwände des Nachbarn nicht berücksichtigen.

Bei der Stadt Fürstenfeldbruck sieht man die Sache freilich anders. Bürgermeister Erich Raff (CSU) sagte im Konversionsausschuss, man wolle sich mit der Planung auf eine Ebene begeben, wo andere Gemeinden schon seien, „um auf Augenhöhe verhandeln zu können“. Er meinte damit etwa Emmering, wo es für das im südlichen Bereich des Fliegerhorstes liegende Areal eine feste Planung gibt.

Es knirscht im Vier-Kommunen-Eck. Wie berichtet, soll auf dem Fliegerhorst-Areal nach Abzug der Bundeswehr voraussichtlich im Jahr 2023 ein neuer Brucker Stadtteil entstehen. Das Ziel ist, Wohnraum für rund 4500 Menschen und etwa 3000 Arbeitsplätze zu schaffen. Der Flächennutzungsplan sieht zudem vor, die Hälfte der Gesamtfläche (entspricht 950 000 Quadratmeter) als Wald- und Grünflächen zu erhalten.

Die städtebauliche Entwicklung solle „infrastrukturell und sozialstrukturell vielfältig orientiert sein“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Durch diese Ausrichtung sorge die Stadt vor, um „Verkehre gar nicht erst entstehen zu lassen“.

Vor dem Hintergrund der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung haben die Bürgermeister der umliegenden Kommunen die vorgelegte Planung immer wieder kritisiert. Maisachs Rathauschef Hans Seidl störte sich am Vorgehen der Stadt Bruck, die ohne Rücksprache mit den Nachbarn für den Ideenwettbewerb ein Planungsbüro ausgewählt habe. „Die ziehen einfach ihr Ding durch und ignorieren die Nachbarn“, sagte er vor einigen Wochen – mittlerweile gab es aber einen Friedensgipfel mit allen vier Bürgermeistern. Olchings Stadtoberhaupt Andreas Magg mahnte, die Nachbarn bei diesem Generationsprojekt auch mitentscheiden zu lassen. Unglücklich war auch, dass bei der Gemeinde Emmering zunächst keine Unterlagen eingegangen waren, obwohl sie laut Brucker Verwaltung rechtzeitig zur Einhaltung der Frist abgeschickt worden sind. „Ein misslicher Umstand“, wie der Projektleiter der Konversion, Serge Schimplfe, sagte.

Bürgermeister Erich Raff versuchte im Konversionsausschuss, die Wogen zu glätten. Er sagte: „So schlecht ist unser Verhältnis zu Emmering nicht.“ Man sei wegen der Konversion im guten Kontakt mit Bürgermeister Schanderl. Und er betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Emmering, Maisach und Olching. „Wir bringen es gemeinsam auf Weg.“

So ähnlich äußerte sich auch Ulrich Schmetz (SPD). Er mahnte aber auch: „Der Fliegerhorst kann nur ein Erfolg werden, wenn angrenzende Kommunen mitmachen. Mitmachen heißt: Ein Geben und Nehmen.“ Die Verhandlungsteilnehmer müssten zu Kompromissen bereit sein.

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