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Die geplante Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Geländes an der großen Startbahn soll keine Fata Morgana werden.

Fursty-Konversion

Fliegerhorst-Zukunft: Stadt übernimmt die Entwicklungsleitlinien des Kreises

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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    Thomas Benedikt
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Um den Fliegerhorst nach dem Abzug der Bundeswehr mit Leben zu füllen, will die Stadt mit den Nachbarkommunen Maisach, Olching und Emmering zusammenarbeiten. Aber nicht in einem Zweckverband, sondern in einer interkommunalen Arbeitsgemeinschaft. Auch die Leitlinien wurden angepasst.

FürstenfeldbruckUrsprünglich sollte ein Zweckverband installiert werden. Doch viele Stadträte fürchteten, die Planungshoheit zu verlieren. Bei einer Arbeitsgemeinschaft bestehen diese Sorgen nicht. „Wir wollen das Beste für Fürstenfeldbruck herausholen und im Interesse der Bürger entscheiden“, sagte Andreas Rothenberger (BBV). Seine Angst: Olching sei gegen so viele Wohnungen, man könne sich jahrelang blockieren. „Wir hätten nie pro aktiv etwas durchsetzen können.“

CSU trauert dem Zweckverband für den Fliegerhorst nach

Die CSU trauert dem Zweckverband schon nach, dem auch der Konversionsausschuss eine Absage erteilt hatte. „Wir sehen es als vertane Chance an, nicht in den Zweckverband eingetreten zu sein“, sagte Andreas Lohde. „Aber die Arge ist der erste Schritt, um vielleicht noch zu einer anderen Organisationsform zu kommen.“ Diese Option will sich das Gremium offen halten. Die Angst vor dem Verlust der Planungshoheit und Plänen gegen den Willen der Stadt scheine manchmal vorgeschoben zu sein. „Aber es fehlt Vertrauen zu Beginn des gemeinsamen Weges. Wir hoffen, dass es gewonnen werden kann.“

Die übrigen Fraktionen sahen das anders. Beim Zweckverband hätte man sich Hals über Kopf in eine Zweckehe gestürzt, meinte Philipp Heimerl (SPD): „Wir hätten uns heillos zerstritten.“ Die Folge: jahrelanger Stillstand. Die Wege nach oben seien offen, denn man wolle mit den anderen Kommunen zusammen arbeiten, ergänzte Jan Halbauer (Grüne). „Die Einstimmigkeit ist auch ein Zeichen.“

Neue Leitlinien für die Entwicklung des Fliegerhorst-Areals

Auf die Leitlinien, nach denen die Arge handeln soll, hatte sich der Konversionsausschuss bereits zu zuvor geeinigt. Die räumliche Entwicklungsstrategie (RES) des Landkreises soll zukünftig den Rahmen der Fliegerhorst-Konversion vorgeben. Diese Entwicklungsstrategie wurde von 2015 bis 2017 von allen Kommunen des Landkreises erarbeitet. Das Konzept, dessen Gestaltung vom Landratsamt moderiert wurde, entwickelte Ziele, Handlungsoptionen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Themen Landschaft, Siedlungsentwicklung und Mobilität.

Da diese Leitlinien von allen Kommunen des Kreises erarbeitet wurden – darunter auch die an der Fliegerhorst-Konversion beteiligten – erwartet Christian Götz (BBV) keine Probleme mit den anderen Gemeinden. „Da kann ja jetzt keiner etwas dagegen haben.“ Auch Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) hoffte, dass die anderen Kommunen „auf der neuen Basis mitmachen“. Lohde warnte lediglich davor, in den Leitlinien etwas festzuzurren, begrüßte aber grundsätzlich die Entwicklung.

Der Stadtrat segnete die Arge-Pläne und die Leitlinien ab. Jetzt müssen die Kommunen Olching, Maisach und Emmering dem Vorschlag zustimmen.

Die Entwicklungsstrategie

Die räumliche Entwicklungsstrategie (RES) ist in neun Themenbereiche untergliedert, die beschreiben, wie es mit dem Landkreis weitergehen soll. So sollen Planungsverfahren nach Möglichkeit mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden, um alternative, städtebauliche Lösungen für den Fliegerhorst diskutieren zu können. Für Fursty ist eine gemischte Nutzung von Wohnen und Gewerbe mit kurzen Wegen angedacht. Die Art der Wohnbebauung ist in den Leitlinien allerdings nicht festgelegt. Das alles soll unter Beachtung und Erhaltung der gebietstypischen Kulturlandschaft und Naturflächen geschehen. Die Verkehrsanbindung soll über die S-Bahnlinien S 3 und S 4 geschaffen werden. Zudem sollen Radwege in Richtung Maisach und Gerlinden die sichere Zufahrt ermöglichen. Neben Wohnungen und Gewerbe sollen auch soziale Einrichtungen wie Sportvereine oder eine Berufsschule entstehen. Ziel soll außerdem sein, dass sich auf dem Fliegerhorst-Areal starke Unternehmen, besonders aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung, ansiedeln.

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