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Egal ob Mönchsrobe oder Faultier: Tiere faszinieren den aus Bruck stammenden Florian Guthknecht einfach.

Dokumentarfilmer ausgezeichnet

Auge in Auge mit Robbe und anderen wilden Tieren

Fürstenfeldbruck – Rund um den Globus ist der aus Bruck stammende Naturfilmer Florian Guthknecht für seine Aufnahmen unterwegs. Schon oft wurde er ausgezeichnet, nun erhält er eine ganz besondere Ehrung.

Die Preise fliegen dem aus Bruck stammenden Naturfilmer Florian Guthknecht nur so zu. Schon für seine erste Tierdokumentation über Quallen gewann er die Goldene Palme von Antibes, die höchste Auszeichnung des internationalen Unterwasserfilms. Das war 2005. Seitdem werden seine Dokus sechs-, siebenmal im Jahr irgendwo auf der Welt prämiert, jüngst erhielt der 47-Jährige die Bayerische Umwelt-Staatsmedaille.

Der Filmer schafft einen emotionalen Zugang zu seinen Themen, indem er auch betroffene Menschen in seinen Dokus zeigt.

Was macht seine Arbeit so besonders, warum ist er ein besserer Dokumentarfilmer als die meisten anderen? Florian Guthknecht – sehr groß, sehr schlank, enger schwarzer Pulli, grauer Schal – überlegt ein paar Sekunden. „Weil ich ein Träumer bin. Mich fixen diese Geschichten an von Menschen, die ihr Leben diesen Tieren opfern.“

Ein spezieller Kniff Guthknechts: der Bikini-Trick

Filme über Haie und Delfine gibt es viele. Aber Guthknecht schafft einen emotionalen Zugang zu seinen Themen, indem er betroffene Menschen einbezieht. „Mit einer Koralle identifiziert sich keiner“, sagt Guthknecht. Wohl aber mit einem beinamputierten Taucher aus Bayern, der den Filmemacher eines Tages auf das Korallensterben auf den Malediven aufmerksam machte. Prompt ließ der Regisseur den Mann als zentrale Figur in seiner Dokumentation erscheinen. Sie wurde später sogar als Beweismittel vor Gericht eingesetzt, wo Touristen ihre Reiseveranstalter verklagten, weil sie statt der versprochenen Unterwasser-Wunder nur noch graue, tote Riffs vorgefunden hatten.

Manchmal greift Guthknecht zum Bikini-Trick. In einem Beitrag über Welse in Badeseen köderte er die Zuschauer mit ein paar hübschen Mädels. Auch vor reißerischen Titeln scheut er nicht zurück, wenn er damit Interesse wecken kann. Und siehe da: „Waller – Monster im Badesee“, eine Produktion für den Bayerischen Rundfunk (BR), wurde später auf YouTube sechs Millionen Mal angeklickt.

Neues Projekt im Ampermoos

Für seine Dokus ist der leidenschaftliche Naturfilmer mit seinem Team in aller Herren Länder unterwegs. Das Bild zeigt Guthknecht während einer Drehpause.

Der Absolvent des Graf-Rasso-Gymnasiums und Inhaber einer eigenen Produktionsfirma lebt heute in München. Drei bis vier Monate im Jahr ist er mit einem Drehteam in aller Herren Länder unterwegs, meist im Auftrag des BR. „Zu sehen, wie wir unsere Welt zerstören, ist einfach schrecklich“, sagt der Vater eines 19-jährigen Sohnes. Er will dagegen anfilmen, Bewusstsein schaffen, etwas bewegen. In China begleitete er 2006 eine wissenschaftliche Expedition auf der Suche nach dem weißen Flussdelfin im Jangtsekiang. Für einen Film über bedrohte Hai-Arten – und davon gibt es viele – holte er die Schauspielerin Wolke Hegenbarth vor die Kamera. Eine Variation des Bikini-Tricks, und wieder hat sie funktioniert. Der Film holte höhere Einschaltquoten und jüngere Zuschauer als Dokus normalerweise haben.

In Zeiten knapper Budgets wird auch das Geld für diese Art von Fernsehen immer mehr zusammengestrichen. Doch für sein neustes Projekt muss Guthknecht nicht weit reisen. Aktuell dreht der Brucker eine Dokumentation über das Ampermoos. Gesendet wird der Film in der BR-Reihe „Bayern erleben“ voraussichtlich in etwa einem Jahr. 

von Ulrike Osman

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