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Sie wirft so schnell nichts aus der Bahn: Ingeborg und Horst Fetzer mit (v.l.) Andrea Fichtner (Tochter), Klaus Fichtner (Schwiegersohn) und Stadtrat Andreas Lohde. 

Diamantene Hochzeit 

Flugzeuge im Bauch: Ihre Liebe und das Fliegen

Ein Leben lang waren Horst und Ingeborg Fetzer aus Fürstenfeldbruck auf der Reise, überall auf der Welt. Nun haben die beiden ihre Diamanthochzeit gefeiert.

Fürstenfeldbruck – Zur Jubelfeier des Paares kam die ganze Familie aus aller Herren Länder. Horst und Ingeborg Fetzer sind gebürtige Schwaben. Er wurde 1932 in Schwäbisch Hall geboren, sie vier Jahre später in Stuttgart. Und obwohl Ingeborgs Familie wegen der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg aus Stuttgart nach Schwäbisch Hall fliehen musste, sollten noch einige Jahre vergehen, bis sich die beiden das erste Mal trafen.

Am Vorabend des Tages der deutschen Einheit 1955 (damals noch am 17. Juni) lernten sie sich auf einer Tanzveranstaltung anlässlich einer Flugzeugtaufe kennen. Flugzeuge sollten auch das spätere Leben der beiden entscheidend prägen. Horst Fetzer schlug eine Karriere in der Bundeswehr ein und musste erst einmal an die Offiziersschule nach Hamburg. Durch seinen Beruf als Pilot kam der 85-Jährige viel rum in Deutschland. 1957 heiratete das Paar.

Horst und Ingeborg Fetzer schickten sich Liebesbriefe per Luftpost

Geheiratet hat das Paar 1957. Wenn es getrennt war, schrieb es sich Briefe.

Doch lange genießen konnten die beiden ihr Glück nicht, denn „19 Tage nach der Hochzeit wurde ich für 14 Monate auf eine Jetpilotenausbildung nach Kanada geschickt“, erzählt Horst Fetzer. „Damals gab es ja auch kein Telefonnetz wie heute oder Internet. Die einzige Kommunikationsmöglichkeit waren gelegentliche Luftpostbriefe“, ergänzt seine Frau.

1959 kamen Ingeborg und Horst Fetzer das erste Mal nach Fürstenfeldbruck auf den Fliegerhorst. Sie bleiben zunächst vier Monate. 1968 verschlug es sie wieder nach Bruck. „Zwei Jahre lebten wir hier und ich lernte die Gegend zu schätzen. Die Nähe zur Landeshauptstadt und zum Gebirge waren ideal, um meinen Hobbies Skifahren, Wandern, Schwimmen und Windsurfen nachzugehen“, erzählt Horst Fetzer. Er und seine Frau bauten in Bruck ein Haus für sich, ihren Sohn und zwei Töchter. Doch bleiben konnten sie wieder nicht lange. Erneut mussten sie umziehen, erst nach Köln und anschließend für drei Jahre nach Dänemark. 1977 zogen sie endgültig in die Kreisstadt.

Horst Fetzer arbeitete bei einer Versicherungsgesellschaft. Ingeborg Fetzer – ursprünglich gelernte Friseurin – kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder.

Die Fetzers haben viel erlebt, sie wirft so schnell nichts mehr aus der Bahn

Später gingen beide ihrer Reiseleidenschaft nach. „Ich war in 75 Ländern“, sagt Horst Fetzer. Doch zu den exotischeren Zielen musste er alleine fliegen, seine Frau blieb lieber zuhause. Dort kümmerte sie sich um ihre Blumen und half später ihren Kindern bei der Erziehung der sechs Enkel. „Die haben ihrer Oma sogar noch den Umgang mit einem Tablet beigebracht“, erzählt sie stolz.

Dadurch, dass die beiden schon viel erlebt haben – lange Trennungsphasen, Krankheiten und Unfälle –, wirft sie so schnell nichts mehr aus der Bahn. „Von einer kleinen Meinungsverschiedenheit geht die Welt nicht unter, man muss sich zusammensetzen, miteinander reden und das Problem lösen.“ So beschreibt der 85-Jährige das Geheimnis seiner langen Ehe. Ingeborg Fetzer fügt hinzu: „Man darf nicht gleich hinwerfen, wenn es schwierig wird. Probleme können immer mal auftreten.“

von Tom Eldersch

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