Walter Schwarzwarnt vor großer Bürokratiefür Stadt und Sportvereine.

Fürstenfeldbruck

Fördermittel bei Sportstätten – Ja oder nein?

  • schließen

Wenn Sportvereine bauen wollen, können sie Fördermittel in Anspruch nehmen. Oder aber die Stadt finanziert das Projekt ohne öffentliches Geld. Welche Variante günstiger ist, wollen die Stadträte künftig abwägen und selbst entscheiden.

Fürstenfeldbruck – Aktuelles Beispiel ist das geplante Sportzentrum III an der Cerveristraße. Dort soll der TSV West seine neue Heimat finden – mit Fußballplätzen und einem Vereinsheim, in dem auch die Schützen unterkommen. Von den rund 5,2 Millionen Euro Kosten würde sich die Stadt mit einer Förderung durch den Bayerischen Landessportverband (BLSV) etwa 1,12 Millionen Euro sparen, hat Kämmerin Susanne Moroff ausgerechnet. Der Haken an der Geschichte: Der Verein muss selbst als Bauherr auftreten – die Stadt bekäme keine Mittel. Und die Stadt muss dem Verein den Grund und die Flächen auf 25 Jahre unkündbar überschreiben.

Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) warf die Frage auf, ob die Stadt das will. Seine Fraktion hat den Antrag gestellt, dass die Verwaltung Vor- und Nachteile der Sportförderung herausarbeiten soll. Der Stadtrat soll bei jeder Sportinvestition abwägen, ob die Finanzspritze sinnvoll ist. Und OB Erich Raff soll sich über den Städtetag bei der Staatsregierung dafür einsetzen, die Förderung von Sportanlagen einfacher zu gestalten.

Schwarz geht es dabei nicht nur um das Sportzentrum, mit dessen Bau noch heuer begonnen werden soll. Er bezeichnet das Antragsverfahren generell als kompliziert. Mehrere Verträge müssen geschlossen werden. „Für die zehn Prozent Eigenanteil müssen die Vereine meist ein Darlehen aufnehmen“, meinte Schwarz. „Und das bekommen sie nur, wenn die Stadt dafür bürgt.“

Die Stadt hat eine Richtlinie zur Förderung des Sports. Doch wie der BLSV auch, unterstützt sie nur den Bau von Sportanlagen – Parkplätze, Vereinsheim und andere Verwaltungsräume sind ausgeschlossen. Man müsse schauen, dass man die Richtlinie und das Sportzentrum unter einen Hut bringe, so Schwarz. Oder man verzichte auf öffentliche Gelder. „Die anderen Fußballplätze sind auch ohne Fördermittel gebaut worden.“ Franz Neuhierl (FW) erinnerte daran, dass die Sportanlagen in Aich über Grundstücksverkäufe finanziert wurden. In Puch entstanden sie im Rahmen der Eingemeindung.

„Wir sollten uns intensive Gedanken machen, ob Fördermitteln in Anspruch genommen werden sollen“, appellierte Schwarz an seine Kollegen im Finanzausschuss. „Und wir sollten uns nicht allzu viel Zeit lassen.“ Sich bei der Summe Gedanken zu machen, sei gerechtfertigt, meinte Sitzungsleiterin und Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne).

„Die Praxis stimmt nicht unbedingt mit unseren Richtlinien überein“, fand auch Klaus Quinten (BBV). Doch man solle nicht auf öffentliche Zuschüsse verzichten. „Für den Verein ist es angenehmer, wenn die Stadt alles zahlt“, meinte Sportreferent Martin Kellerer (CSU). Er verwies aber darauf, dass die Kommunalaufsicht im vergangenen Jahr nicht mitgespielt habe. Der Kredit für die Turnhalle wurde gestrichen. „Wir können nicht darauf verzichten, dass sich die Vereine einbringen“, so Kellerer. Die zehn Prozent seien auch über Eigenleistungen, etwa beim Innenausbau, zu erbringen. Das sei gängige Praxis.

Das Ansinnen, den Städtetag und Landtag einzuschalten, hielt Jan Halbauer für sinnvoll. „Es ist nicht verständlich, warum Sport eine freiwillige Leistung ist.“ Dieser Punkt wurde jedoch nicht beschlossen. Stattdessen zeigt die Verwaltung künftig bei Investitionen auf, ob eine Förderung sinnvoll erscheint oder nicht. Der Beschluss fiel einstimmig.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unbekannter schießt mit Stahlkugeln auf Haus
 Am Sonntag morgen gegen 9 Uhr hat ein bislang unbekannter Täter mit mehreren Stahlkugeln auf ein Mehrfamilienhaus in der Wettersteinstraße in Fürstenfeldbruck geschossen
Unbekannter schießt mit Stahlkugeln auf Haus
Einbahnregelung in der Olchinger Hauptstraße
Auf Grund von Bauarbeiten besteht derzeit auf der Olchinger Hauptstraße, zwischen den Einmündungen der Bahnhofstraße und der Fritzstraße, eine Einbahnregelung. 
Einbahnregelung in der Olchinger Hauptstraße
Klosterstadl-Sanierung mit Fragezeichen
 Das Neubaugebiet am Inninger Feld im Ortsteil Mauern und die letzten Arbeiten bei der Generalsanierung der Schule sind die größten Brocken im diesjährigen Haushalt der …
Klosterstadl-Sanierung mit Fragezeichen
Polizei löst Whatsapp-Party am Olchinger Volksfestplatz auf 
Eine private Party am Olchinger Volksfestplatz ist aus dem Ruder gelaufen: Die Polizei musste teils massiv eingreifen.
Polizei löst Whatsapp-Party am Olchinger Volksfestplatz auf 

Kommentare