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Über den Umgang mit Biomüll wird sei Jahren diskutiert.

Klima-Debatte

Forderung nach Biomüll-Vergärung: Klare Absage des Abfallwirtschaftsbetriebs

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Ist die Müllverbrennung einer der größten Klimakiller im Landkreis? Die bayerische Initiative „Das bessere Müllkonzept“ behauptet das und wirft den verantwortlichen Stellen im Landkreis einen Boykott der Energiewende vor. Der Abfallwirtschaftsbetrieb wehrt sich entschieden dagegen.

Landkreis „Der Klimaschaden, den die Müllverbrennung in Geiselbullach anrichtet, ist größer als eine Brandrodung sämtlicher Wälder im Landkreis Fürstenfeldbruck“, sagt Josef Seemüller. Der Oberschweinbacher vertritt den Dachverband der bayerischen Initiative „Das bessere Müllkonzept“ im Landkreis.

Bei einer Pressekonferenz in Gernlinden erläuterte Seemüller, dass 80 Prozent des Müllgewichts als klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft geblasen würden. Der nutzlose Kohlendioxidausstoß beträgt laut Seemüller 65 000 Tonnen und verursache jährlich einen Klimaschaden von 11,7 Millionen Euro. Durch die Vergärung von Bioabfällen könne man dagegen speicherbares Biomethan produzieren. Mit 45 000 Tonnen Bioabfällen könnten demnach 45 000 Einwohner mit kohlendioxidfreier Wärme beliefert werden.

Seemüller fordert deshalb, die Müllverbrennung zurückzufahren und die Bioabfallverwertung aufzubauen. „Dazu ist die flächendeckende Einführung der Biomülltonne dringend notwendig.“

Seit die Freien Wähler vor sieben Jahren einen Antrag zur Einführung der Biotonne und zum Bau einer Biogasanlage gestellt hätten, werde diese Technik jedoch von bestimmten Leuten verhindert. „Was hier im Landkreis läuft, ist in der Tat ein Boykott gegen die Energiewende und den Klimaschutz“, sagt Seemüller.

Diesen Vorwurf weist der landkreiseigene Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) aber entschieden zurück. Vielmehr verwerte der AWB die gesammelten Bioabfälle – insbesondere Küchen- und Speisereste – seit vielen Jahren in Vergärungsanlagen, derzeit im niederbayerischen Volkenschwand. Gartenabfälle würden im Landkreis in Egg kompostiert und dann insbesondere in der Landwirtschaft eingesetzt. Ein Gutachter habe die Effektivität des Vorgehens in ökobilianzieller Hinsicht bestätigt.

Ziel des AWB sei es, den Anteil organischer Abfälle aus dem Restmüll weiter zu senken. Deshalb werden ab kommendem Jahr allen Haushalten Bioabfallsäcke zur Verfügung gestellt – auch solchen, die ihre Abfälle selbst kompostieren. Der Bonus für Eigenkompostierer entfällt dann, die Gebühren bleiben für sie aber gleich.  Für Teilnehmer an der Biomüllsammlung würden sie entsprechend geringer. Wie viel Biomüll wirklich im Restmüll landet, wird untersucht. Der Energiewendeverein Ziel 21 unterstützt die Forderung der Initiative. „Das Potenzial ist unbestritten“, sagt der Vorsitzende Gottfried Obermair. „Man muss es nur angehen.“

Er kündigte an, in seiner Funktion als Kreisrat politisch mehr Druck ausüben. Ähnlich sieht das auch Eugenie Scherb vom Bund Naturschutz: „Andere Landkreise wie Aichach-Friedberg, Augsburg, Landsberg oder die Stadt München haben die Müllvergärung realisiert, aber in Fürstenfeldbruck bewegt sich nichts.“

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