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Fünf Monate haben Philipp Gettert, Jakob Lambertz, Benedikt Tubes und Levi Voigt an ihrem Formel 1-Rennwagen getüftelt

Bayerns Formel 1-Sieger wollen mehr

Wegen Corona: Bayerischer Meister im Fernduell

  • vonHans Kürzl
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Sie gehen noch zur Schule und sind schon Formel 1-Meister: Vier Burschen vom Graf-Rasso-Gymnasium haben zum zweiten Mal in Folge den Titel bei den Bayerischen Meisterschaften der Formel 1 an der Schule errungen.

Fürstenfeldbruck – 2019 holten Philipp Gettert, Jakob Lambertz, Benedikt Tubes und Levi Voigt von den „Racing Eagles“ den Titel noch live mit Präsentation und im unmittelbaren Wettbewerb. Heuer musste „Formel 1 an der Schule“ wegen der Coronakrise ins Internet verlegt werden. Stolz sind die vier trotzdem. „Natürlich fühlt sich’s anders an, wenn man live jubeln und miteinander feiern kann“, erzählt Lambertz, bei den „Racing Eagles“ für Grafikdesign und Sponsoring zuständig. Aber das ändere nichts daran, dass man als Team eine tolle Leistung hingelegt. „Und wir hatten mit dem Wettbewerb viel Spaß“, fügt der 14-jährige Schüler hinzu.

„Formel 1 an der Schule“ findet im Rahmen eines verpflichtenden Mint-Wahlkurses statt. „Mint“ steht für die Anfangsbuchstaben von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und wird unter anderem von Wirtschaftsverbänden unterstützt. Es ist eine multidisziplinäre Angelegenheit. Es geht nicht nur darum, ein möglichst schnelles Modell zu kreieren, das über eine 20 Meter lange Rennstrecke geschickt wird. Auch die Art der Fertigung und der Konstruktion fließt in die Wertung ein – ebenso wie ein Team sich in den Bereichen Marketing, Sponsoring und Auftreten präsentiert. Deshalb hat das Quartett auch ausführlich über Logo und Farbe sowie deren Außenwirkung diskutiert.

Fünf Monate wurde an dem Projekt gearbeitet

Fünf Monate hat es vom ersten Treffen bis zur kompletten Montage des Modellfahrzeugs gebraucht. Dabei waren auch Details wie das Gewicht, die Aerodynamik des Chassis oder die Anordnung und Form der Spoiler zu beachten. Außerdem heißt es im Portfolio, das der Gesamtpräsentation der „Racing Eagle“ diente, zu den Reifen: „Sie sind klein und verschlossen, so dass keine Verwirbelungen entstehen können.“ Auf 20 Metern Rennstrecke zählt jede Hundertstelsekunde, die durch eine gute Aerodynamik eingespart werden kann. Geachtet werden musste zudem darauf, dass keinerlei Namensrechte der großen Formel 1 verletzt werden.

Das Erfolgsteam (v.l.): Philipp Gettert, Jakob Lambertz, Benedikt Tubes und Levi Voigt.

Hilfreich für die Schüler war, dass die Wilhelm Stemmer Stiftung – einer der Hauptsponsoren des Quartetts – der Schule vor einigen Jahren eine eigene Rennbahn finanziert hatte. „Dadurch waren wir in der luxuriösen Lage, unsere Fahrzeuge direkt zu testen“, so Lambertz. Außerdem habe das Graf-Rasso-Gymnasium Räumlichkeiten für die Teamtreffen und Computer zur Verfügung gestellt. Weil die Vier nicht aus eines Klasse kamen, war das Abstimmen vom Terminen manchmal nicht ganz so einfach.

Das Team ist voll motiviert für die Deutsche Meisterschaft

Nach dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft kann das Quartett erst einmal durchatmen. Aber Aufgaben gibt es weiterhin. „Ich habe mir vorgenommen, unsere Sponsoren auf dem Laufenden zu halten“, so Voigt. Und Gettert wie Tubes erzählen, dass sie sich in speziellen Computerprogrammen immer besser einarbeiten würden. Lambertz spricht davon, dass ihn der Wettbewerb „Formel 1 in der Schule“ bereits als Grundschüler beim Tag der offenen Tür am Graf-Rasso fasziniert habe. „Wir sind weiter voll motiviert“, betont Lambertz. „Wir wollen diesmal auch bei der Deutschen Meisterschaft auf das Treppchen.“

Die ist von den Organisatoren nach den Sommerferien am 18, September in Heilbronn angesetzt – in der Hoffnung, diese wieder vor Publikum austragen zu können. Dort wollen dann die vier Schüler zudem Erfahrung für das nächste Jahr sammeln. Dann treten sie im Seniorbereich – dem Wettbewerb für die oberen Jahrgangsstufen – an.

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