Armin Laschet und Markus Söder.
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Tja, das war‘s, Markus: Der CDU-Bundesvorstand hat sich mehrheitlich hinter Armin Laschet gestellt.

Bundespolitik

Laschet statt Söder: Das sagt die CSU-Basis im Kreis Bruck dazu

Die CSU-Basis im Landkreis Fürstenfeldbruck ist nicht glücklich über das Aus für Markus Söder in der K-Frage. Sie findet teils drastische Worte – hat aber auch pragmatische Ansätze.

Fürstenfeldbruck - Olchings Vize-Bürgermeister Maximilian Gigl (CSU) macht keinen Hehl aus seinem Frust. „Es ist absolut unverständlich, dass man einen lahmenden Gaul nimmt, wenn man ein Top-Rennpferd im Stall hat.“ Armin Laschet habe nicht umsonst den Spitznamen „Laschi Laschet“. Söder habe Profil und eine klare Linie in der Corona-Pandemie gezeigt, bei Laschet sei es ein Herumgeeiere gewesen.

Die Favoritenrolle Söders sei einfach ignoriert worden. „Und das, obwohl an der Basis die Menschen sind, die Wahlkampf machen und hinter dem Kandidaten stehen müssen.“ Gigl sieht da jedoch vor allem Probleme für die Schwesterpartei CDU, weniger für die CSU oder gar für die lokale Wahlkampfmaschinerie. „Wir nominieren nächste Woche Katrin Staffler als Bundestagskandidatin für den Wahlkreis, für die werden wir uns einsetzen.“

„Er wird ein guter Vizekanzler.“ Das war der erste, Gedanke von Fürstenfeldbrucks CSU-Ortsvorsitzendem Andreas Lohde. „Auf Sieg setze ich da jetzt nicht mehr großartig.“ Auch wenn das vielleicht pessimistischer klingt als er ist: Lohde empfindet die Entscheidung als falsch. „Ich war der Auffassung, dass bei der CDU etwas mehr Realitätsbewusstsein vorherrscht.“ Und weiter: „Dass man bei der CDU so deutlich über das Meinungsbild der JU – also der jungen Basis – hinweggeht, finde ich beachtlich und aus der Zeit gefallen!“ Den Wahlkampf werde der Ortsverband für eine starke CSU machen, damit Bayern in Berlin für vernünftige Politik sorgen. Schaden nehme Söder durch die K-Frage nicht. Er habe sich in den Dienst der Unionsschwestern gestellt. „Hätte er es nicht gemacht, wäre der Schaden größer gewesen.“

Germerings CSU-Ortschef Oliver Simon reagierte nach dem Söder-Rückzug enttäuscht. Er zweifle nicht an der Befähigung von Laschet, doch Söder spreche die wichtigen Themen prägnanter an und habe Umfragen zufolge auch mehr Unterstützung. „Söder wäre der bessere gewesen.“ Simon kann nicht verstehen, dass die Schwesterpartei sich darauf zurückzieht, dass sie größer ist.

„Leider hat sich wie bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der CDU nun auch bei der Auswahl des Kanzlerkandidaten nicht der Bessere durchgesetzt.“ Das ist die Meinung von Kreisrat Hubert Ficker (CSU). Damit sei zum zweiten Mal die Chance vertan worden, auf einen Kurs der Mitte zurückzukehren und zu signalisieren, dass man gewillt ist, auf Meinungen der Mitglieder und der Mehrheit der Bevölkerung zu hören. „Hoffentlich rächt sich das nicht bei der Wahl.“

„Das ist eine Entscheidung. Mit der gehen wir jetzt um. Basta.“ So kurz und knapp äußert sich der Bürgermeister von Türkenfeld Emanuel Staffler (CSU). Die letzten Tage hätten gezeigt, welche Mobilisierungskraft ein Markus Söder haben kann, aber die große Schwester habe sich für einen anderen Weg entschieden. „Das ist zu bedauern, und treibt uns an der Basis schon um.“ Die Themen, die anstünden, seien aber viel zu wichtig, um sich jetzt beleidigt zurückzuziehen. „Die Menschen und auch wir in der Kommunalpolitik haben schwerwiegendere Sorgen.“ Für Dauerstreit sei nicht die richtige Zeit.  gar/imu/es/sk/kg/st

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