Weihnachtsaktion der Fürstenfeldbrucker Tagblatts

Frau von ihrer besten Freundin ruiniert

Wenn Barbara M. an die Zeit mit ihrer damaligen „besten Freundin“ zurückdenkt, kommen ihr fast die Tränen. „Wie konnte ich nur so dumm sein, auf diese Betrügerin hereinzufallen“, sagt die 68-Jährige heute. 

Fürstenfeldbruck – Rund 33 000 Euro kostete ihr diese Freundschaft – als der Fall vor dem Brucker Amtsgericht verhandelt wurde, waren sogar Richter und Staatsanwalt sichtlich betroffen von der Dreistigkeit dieser angeblich besten Freundin.

Was war geschehen und wie konnte es so weit kommen? „Ich habe damals meine Nachbarn mehrere Jahre lang gepflegt und schließlich deren Barvermögen geerbt“, erzählt Barbara M. Dieses Erbe hatte sie dem Nachlassgericht nicht bekannt gegeben und die damalige Freundin erfuhr in vertraulichen Gesprächen davon. Daraufhin nutzte diese das schlechte Gewissen ihrer Freundin aus. „Sie behauptete, ein Unbekannter habe sie angerufen und Geld gefordert, sonst ginge er zur Polizei und zeigt mich an“, erinnert sich die 68-Jährige.

Als sie Bedenken bekam und selbst zur Polizei gehen wollte, setzte sie die Freundin immer wieder unter Druck, zum Beispiel mit Bemerkungen, was wohl ihre beiden Enkelkinder dazu sagen würden, wenn sie im Gefängnis sitze. „Ich zahlte über ein Jahr lang immer wieder, und ließ mich weiter erpressen, bis ich schließlich nicht mehr konnte und finanziell und gesundheitlich völlig am Ende war“, erzählt Barbara M. Zuletzt musste sie sogar Kredite aufnehmen und letztlich Privatinsolvenz anmelden.

„Ich verlor in der Zeit 30 Kilo Gewicht, bekam Rückenprobleme und musste in psychiatrische Behandlung“, erzählt die Betroffene. Erst als sie doch Anzeige gegen Unbekannt gestellt hatte, hörten die Erpressungen auf und die Freundin wurde schließlich als Täterin entlarvt.

„Wenn man so etwas hört, glaubt man, so etwas könnte einem selbst nie passieren“, sagt Barbara M. Sie schämt sich dafür und heute fällt es ihr schwer, Bekanntschaften zu knüpfen – meist sitzt sie allein zuhause, sie lebt sehr zurückgezogen. Von dem wenigen Geld, das der Rentnerin zum Leben bleibt, muss sie monatlich knapp 80 Euro Insolvenzbetrag abzahlen und das noch zweieinhalb Jahre lang.

Sie muss jeden Cent umdrehen. Dabei ist einiges in ihrer Wohnung kaputt oder schon sehr alt: Die Waschmaschine läuft aus, der Herd ist defekt und eigentlich müsste sie sich um einen Zahnersatz kümmern. „Für all das fehlt das Geld hinten und vorne, dabei ging es mir doch früher nicht schlecht und ich hatte mein Auskommen.“ Für ihre Erfahrungen mit ihrer „besten Freundin“ hat sie schwer büßen müssen. „Wenn die Hilfsaktion des Tagblatts mir ein wenig unter die Arme greifen würde, wäre mir wirklich sehr geholfen“, hofft die Seniorin.

So funktioniert die Hilfsaktion der Heimatzeitung.

Die Konten sind unter dem Stichwort „Kette der helfenden Hände“ ab geöffnet. 

Sparkasse Fürstenfeldbruck IBAN: DE23700530700008128126 BIC: BYLADEM1FFB 

VR-Bank Fürstenfeldbruck IBAN: DE93701633700000037788 BIC: GENODEF1FFB

Unterstütztwird die Kette auch durch eine Aktion der Fotofreunde Landkreis FFB.

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